Fische, FischbestÀnde

WWF: Zustand der FischbestÀnde in Nord- und Ostsee schlecht

21.08.2023 - 09:49:24

Den Fischen in den heimischen Meeren geht es schlecht, sagt der WWF. Um auch weiter Fische aus Nord- und Ostsee auf deutsche Teller zu bringen, fordert die Umweltorganisation zum Handeln auf.

Die Lebensbedingungen von Fischen in Nord- und Ostsee sind der Naturschutzorganisation WWF zufolge schlecht. «Die vergangenen fĂŒnf Jahre waren fĂŒr den Ostseehering die historisch schlechtesten Jahre. Seine Erholung wird eine lĂ€ngere Zeit in Anspruch nehmen. Und der Dorschbestand in der westlichen Ostsee ist in den vergangenen Jahren gĂ€nzlich kollabiert», sagt WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht. GrĂŒnde dafĂŒr seien unter anderem Überfischung und die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise. Konkrete Zahlen zu den BestĂ€nden nannte der WWF nicht.

Die Organisation forderte mit Blick auf den schlechten Zustand der FischbestĂ€nde unter anderem die Einrichtung von großflĂ€chigen und langfristigen Schutzgebieten ohne wirtschaftliche Nutzung und bessere Kontrollen der FĂ€nge auf See. Dann könne kĂŒnftig auch wieder mehr Fisch aus Nord- und Ostsee auf dem Speiseplan der Deutschen stehen.

Gesunde Meere als Voraussetzung

«Fisch aus heimischer Produktion ist mittlerweile eine RaritĂ€t», so Schacht weiter. Von den deutschlandweit beliebtesten Fischen und MeeresfrĂŒchten wie Alaska-Seelachs, Thunfisch oder Garnelen wĂŒrden rund 80 Prozent importiert und landeten vorwiegend als Dosen- oder TiefkĂŒhlware bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

«Wenn wir weiterhin lokalen Wildfisch essen wollen, mĂŒssen wir seine Lebensbedingungen dringend verbessern. Gesunde FischbestĂ€nde gibt es nur in gesunden Meeren, das ist untrennbar miteinander verbunden.» Am 22. August ist der Tag des Fisches.

Im vergangenen Jahr haben Privathaushalte in Deutschland dem Fisch-Informationszentrum zufolge 434.413 Tonnen Fisch und MeeresfrĂŒchte gekauft und dafĂŒr 4,9 Milliarden Euro ausgegeben. Lieblingsfisch der Deutschen ist der Alaska-Seelachs, gefolgt von Lachs, Thunfisch, Hering und Garnelen.

@ dpa.de