Denkspiele im Alter: Studie findet 9 Prozent geringeres Demenzrisiko
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 18:49 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Fachdiskussionen rücken zunehmend in den Fokus, wie das regelmäßige Lösen von Denkaufgaben oder das Spielen digitaler Games die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen kann. Die gezielte geistige Betätigung steht dabei im Zusammenhang mit dem Aufbau einer sogenannten kognitiven Reserve.
Diese Reserve kann dazu beitragen, das Auftreten von Symptomen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Multipler Sklerose oder nach einem Schlaganfall zeitlich hinauszuzögern. Belastbare Langzeitstudien zu lebenslangem Gaming fehlen allerdings noch, da jüngere Generationen wie die Millennials das Rentenalter bislang nicht erreicht haben.
Spezifische Reize durch Rätselformate und Brettspiele
Verschiedene Rätselarten beanspruchen das Gehirn auf unterschiedliche Weise. Während Sudoku rein logisches Denken, Mustererkennung und Ausschlussverfahren ohne Rückgriff auf Allgemeinwissen trainiert und längere Konzentrationsphasen verlangt, fordern Kreuzworträtsel primär sprachliche Fähigkeiten, Wissensabruf, Wortfindung sowie Assoziationen. Experten empfehlen für das kognitive Training Spiele, deren Schwierigkeitsgrad schrittweise ansteigt, um den Geist kontinuierlich zu fordern.
Auch klassische Gesellschafts- und Denkspiele zeigen messbare Effekte auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen. Eine französische Langzeitstudie aus dem Jahr 2013 ergab, dass regelmäßiges Brettspielen das Demenzrisiko im Vergleich zu Nichtspielenden um 15 Prozent senken kann.
Wer sich mit dem Erhalt der geistigen Fitness beschäftigt, findet in diesem Ratgeber 11 praktische Übungen, um das Gehirn im Alltag gezielt zu fordern. Erfahren Sie außerdem, welche Strategien zur Demenzvorbeugung wirklich effektiv sind. Kostenlosen Gehirntraining-Ratgeber jetzt herunterladen
In einer australischen Untersuchung mit über 10.000 Erwachsenen ab 70 Jahren, die über ein Jahrzehnt hinweg 19 verschiedene Aktivitätstypen analysierte, reduzierten aktive Denkspiele wie Kreuzworträtsel und Schach das Demenzrisiko um 9 Prozent.
Formate der Erwachsenenbildung wie Schreiben oder Computerarbeit erreichten eine Senkung um 11 Prozent, während kreative Gestaltung sowie passive Beschäftigungen wie Lesen oder Musikhören mit einem um 7 Prozent geringeren Risiko einhergingen.
Digitale Welten und neuronale Veränderungen
Auch Videospiele stehen im Blickfeld der Kognitionsforschung. Eine Untersuchung von Dr. Gregory West an der Universität Montreal aus dem Jahr 2018 wies bei Teilnehmenden aller Altersgruppen vermehrt graue Substanz im Hippocampus nach dem Training mit 3D-Plattformern wie „Super Mario 64“ nach.
Ein kurzes, gezieltes Training kann bereits nach einer Minute Aufschluss über die aktuelle Konzentrations- und Merkfähigkeit geben. Nutzen Sie dieses digitale Mini-Spiel, um Ihre geistige Leistungsfähigkeit spielerisch zu testen und zu stärken. Hier das 60-Sekunden-Gehirnjogging kostenlos starten
Ein geringeres Volumen dieser Gehirnstruktur gilt in der Medizin als Risikofaktor für Alzheimer. Dagegen führte die Nutzung von First-Person-Shootern wie „Call of Duty“ in denselben Studien zu einer Abnahme der grauen Substanz, was sich teilweise auch in einer Kontrollgruppe ohne Videospielkonsum zeigte.
Kombination aus Kognition und Bewegung
Einen weiteren Forschungsansatz bildet die Verknüpfung geistiger Herausforderungen mit körperlicher Bewegung. In einer randomisierten kontrollierten fMRI-Studie in der Schweiz absolvierten 32 Probanden mit einem Durchschnittsalter von rund 72 Jahren ein zwölfwöchiges Training mit dem Heimspiel „Brain-IT“.
Bei einem Pensum von mindestens 120 Minuten pro Woche verband das System körperliche Aktivität mit Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Raumkognitionsaufgaben.
Bei Personen mit leichten neurokognitiven Störungen sank infolge des Programms die Überaktivität im Hippocampus, während die neuronale Aktivität im Precuneus und im Gyrus cinguli zunahm. Dies war teilweise mit einer verbesserten Gedächtnisleistung verbunden.
Da es sich um eine kleine explorative Studie handelt, gilt ein Schutz vor einem Fortschreiten von Demenzerkrankungen oder eine generelle Überlegenheit gegenüber rein körperlicher Bewegung wissenschaftlich jedoch noch nicht als belegt.
