Studie: Coronavirus stammt vermutlich von Wildtieren
20.09.2024 - 12:15:33Jahrelang hielt die Corona-Pandemie die Welt im Griff - und fast fĂŒnf Jahre nach dem Ausbruch ist der Ursprung des Erregers Sars-CoV-2 noch immer nicht zweifelsfrei geklĂ€rt. Nun liefert eine Studie weitere Hinweise darauf, dass er ursprĂŒnglich von Wildtieren stammt, die auf dem Markt der chinesischen Millionenmetropole Wuhan gehandelt wurden, und dass er nicht aus einem in der Stadt befindlichen Labor entkam.Â
Das internationale Forschungsteam analysierte mehr als 800 Proben, die das Chinesische Zentrum fĂŒr Krankheitskontrolle und -prĂ€vention (CDC) ab dem 1. Januar 2020 in verschiedenen Arealen das Huanan Seafood Market in Wuhan genommen hatte. In der Umgebung des Marktes, auf dem auch Wildtiere angeboten wurden, waren Ende 2019 die ersten Covid-19-FĂ€lle registriert worden. Kurz vor der Entnahme war der Markt geschlossen worden, sodass die Proben nicht direkt von Tieren stammen, sondern unter anderem von Böden, OberflĂ€chen von KĂ€figen und StĂ€nden sowie von Abwasserrinnen.
Insbesondere die Proben aus jenem Marktareal, wo Wildtiere gehandelt wurden, enthielten neben dem Erbgut von Tieren auch genetische RĂŒckstĂ€nde von Sars-CoV-2. Bei den Tieren handelte es sich unter anderem um Marderhunde, Schleichkatzen, Bambusratten und Stachelschweine, wie das Team im Fachblatt «Cell» schreibt. Insbesondere von Marderhunden ist bekannt, dass sie Coronaviren enthalten können.Â
«Viele Tierarten wurden von dem Markt entfernt, bevor die chinesischen CDC-Teams kamen, daher haben wir keinen direkten Nachweis dafĂŒr, dass die Tiere infiziert waren», sagt Ko-Autorin Florence DĂ©barre von der UniversitĂ€t Sorbonne in Paris. Allerdings deute die gleichzeitige PrĂ€senz von Tiererbgut und Sars-Cov-2-RĂŒckstĂ€nden in Proben darauf hin, dass Tiere auf diesem Markt infiziert gewesen seien.
Einen Beweis fĂŒr eine Herkunft des Erregers von Wildtieren liefert die Studie jedoch nicht - dafĂŒr hĂ€tte man direkte Proben von gehandelten Tieren benötigt, und die scheint es nicht zu geben. «Eine HĂ€ufung von positiven Proben an einem Marktstand, der Tiere verkauft hat, kann sowohl durch infizierte Menschen als auch durch infizierte Tiere erklĂ€rt werden», betont der Experte fĂŒr Virenevolution Richard Neher von der UniversitĂ€t Basel, der nicht an der Studie beteiligt war.Â
Dennoch deutet Ko-Autor Michael Worobey von der University of Arizona die Studienresultate als starke Indizien dafĂŒr, dass die Pandemie ursprĂŒnglich von Wildtieren ausging. Die Studie sei das letzte StĂŒck in einem Puzzle, dessen Bild ohnehin bereits recht deutlich gewesen sei.Â
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