Bildung, Wissenschaftsrat

Wissenschaftsrat plĂ€diert fĂŒr praxisnahe Mathelehrer-Ausbildung

07.07.2023 - 14:30:40 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Wissenschaftsrat hat am Freitag Empfehlungen fĂŒr eine Neuordnung der Mathematiklehrerausbildung verabschiedet.

Klassenraum in einer Schule - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur
Klassenraum in einer Schule - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur

Das Beratungsgremium von Bund und LĂ€ndern schlĂ€gt darin die Integration der schulpraktischen Ausbildung in das Lehramtsstudium vor, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe) berichtet. "Die schulpraktische Ausbildung fĂŒr das Lehramt fĂŒr die Primarstufe und die Sekundarstufen I und II sollte letztlich in die fĂŒnfjĂ€hrige hochschulische Ausbildung integriert werden", schreibt der Rat in seinen ĂŒber hundert Seiten umfassenden Empfehlungen, die am Montag veröffentlicht werden sollen.

Zur besseren Betreuung schulpraktischer Studien seien an den Hochschulen zusĂ€tzliche PersonalkapazitĂ€ten, an den Schulen qualifizierte Mentoren erforderlich. Da die mathematische Bildung im Unterschied zu anderen FĂ€chern wie Sprachen, Musik, Kunst oder Sport nahezu ausschließlich ĂŒber schulischen Unterricht vermittelt wird, komme den Mathematiklehrern aus gesellschaftlicher Perspektive eine besonders wichtige Aufgabe zu. Das Gremium erhofft sich durch eine durchgĂ€ngig professionsbezogene Ausrichtung des Lehramtsstudiums im Blick auf die UnterrichtstĂ€tigkeit bessere Lernerfolge in Mathematik bei den SchĂŒlern. "Höhere Niveaus in der Leistungsspitze sind ebenso wichtig wie solide Basiskenntnisse aller SchulabgĂ€ngerinnen- und abgĂ€nger", so der Rat. LehrkrĂ€fte mĂŒssten so qualifiziert werden, dass sie in der Lage seien, alle Leistungsgruppen angemessen zu fördern - und zwar auf allen Schulstufen. Aus diesen GrĂŒnden lohne es sich, Mathematik als Schulfach und das Mathematik-Lehramt attraktiver zu machen. Das vom Wissenschaftsrat vorgeschlagene Studienformat wĂŒrde dann einem dualen Studium entsprechen. An das Studium sollte sich eine Berufseinstiegsphase von 24 Monaten anschließen, in der JunglehrkrĂ€fte bei reduziertem Lehrdeputat und unverminderter VergĂŒtung schrittweise an ihre neue Aufgabe herangefĂŒhrt werden, empfiehlt der Wissenschaftsrat, den die Kultusministerkonferenz um eine Stellungnahme gebeten hatte. Die bisherige fachwissenschaftliche, sowie fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Ausbildung fand an den Hochschulen statt, die schulpraktische im Rahmen des Vorbereitungsdienstes an den Studienseminaren. FĂŒr unerlĂ€sslich hĂ€lt der Wissenschaftsrat auch eine kontinuierliche Fortbildung fĂŒr die bereits im Schuldienst befindlichen Lehrer, die in der Arbeitszeit, aber "kapazitĂ€tsneutral" ohne Unterrichtsausfall stattfinden mĂŒssten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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