DeutschlandID, Wallet

DeutschlandID: Neue Wallet startet am 2. Januar 2027

05.07.2026 - 00:39:23 | boerse-global.de

Schleswig-Holstein treibt die Digitalisierung voran: Bis 2028 sollen Behördengänge nur noch online möglich sein. Das Gesetz sieht zudem Open-Source-Lösungen und eine KI-Unterstützung für Gemeinden vor.

Schleswig-Holstein plant digitale Verwaltung bis 2028
DeutschlandID - Digitaler Personalausweis oder Smartphone mit sicherer Bürgerkonten-Oberfläche, Binärcode und Schleswig-Holstein-Umriss, Symbol für digitale Transformation. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das sieht das neue Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz (DigiBeschlG) vor, das derzeit in der parlamentarischen Beratung steckt. Der Vorstoß aus Kiel könnte Signalwirkung für die gesamte Bundesrepublik entfalten.

Digital-Only und Once-Only: Die Kernprinzipien

Das Gesetz verfolgt zwei zentrale Ansätze: „Digital-Only" bedeutet, dass Bürger künftig Behördengänge nur noch online erledigen können. „Once-Only" wiederum stellt sicher, dass einmal eingegebene Daten nicht erneut abgefragt werden. Die Digitalisierungsinitiative D64 begrüßt den Entwurf grundsätzlich, fordert aber schärfere Vorgaben.

Die Experten verlangen verbindliche Open-Source-Standards und kritisieren die geplante Sieben-Tage-Frist für Datenabrufe. Aus ihrer Sicht braucht eine moderne Verwaltung Echtzeitzugriff. Auch die geplanten Einschränkungen bei KI-generierten Inhalten und die mögliche Pflicht zur Identitätsoffenlegung bei Informationsanfragen stoßen auf Widerstand.

DeutschlandID und EUDI-Wallet: Der nationale Rahmen

Während Schleswig-Holstein vorprescht, arbeitet der Bund an der „DeutschlandID" – der Weiterentwicklung der BundID. Dieses System soll mit der europäischen Digitalen Identitätsbrieftasche (EUDI-Wallet) kompatibel sein. Der Starttermin für die deutsche Version steht fest: Der 2. Januar 2027.

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Der Quellcode der Anwendung wird bereits im August 2026 veröffentlicht. Ein Bug-Bounty-Programm und eine Pilotphase im Oktober und November 2026 folgen. Die Wallet speichert künftig Personalausweise, Führerscheine und Krankenkassenkarten. Für Bürger bleibt die Nutzung freiwillig. Behörden müssen die Wallet allerdings bis Ende 2026 akzeptieren, private Plattformen ab Ende 2027.

Künstliche Intelligenz für Kommunen

Einen konkreten Meilenstein hat das Land bereits erreicht: Seit dem 1. Juli 2026 können alle Gemeinden in Schleswig-Holstein den KI-Assistenten „LLMoin" nutzen. Das Tool läuft in einer gesicherten Umgebung des Dienstleisters Dataport und hilft bei Textzusammenfassungen, Inhaltserstellung und Recherche.

Nur zwei Tage später, am 3. Juli 2026, erweiterte die Landesbibliothek ihr digitales Angebot. Mit dem Start des „Onleihe"-Dienstes stehen nun über 155.000 digitale Medien zur Verfügung. Die Bibliothek ist damit die erste wissenschaftliche Einrichtung im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV), die diesen Service anbietet.

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Gemeinsame KI-Infrastruktur für Hochschulen

Auch die Wissenschaft profitiert vom Digitalisierungsschub. Neun staatliche Hochschulen in Schleswig-Holstein nutzen inzwischen eine gemeinsame KI-Infrastruktur. Die Plattform wird vom Land finanziert und bietet Studierenden sowie Forschern Zugang zu akademischen Cloud-Diensten und Projektmanagement-Tools.

Norddeutsche Allianz für digitale Souveränität

Der Vorstoß aus Kiel findet Nachahmer im Osten. Mecklenburg-Vorpommern arbeitet seit Oktober 2025 mit Schleswig-Holstein bei Open-Source-Projekten zusammen. Das Nachbarland ersetzt derzeit Microsoft-Software durch die quelloffene Plattform Nextcloud.

Zwar will Mecklenburg-Vorpommern nicht vollständig auf Windows-PCs verzichten. Doch bereits 5.000 Mitarbeiter arbeiten mit dem neuen System – das Ziel liegt bei über 50.000 Verwaltungsangestellten. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter warb kürzlich in Brüssel für diesen Kurs: Open-Source-Software sei eine Grundvoraussetzung für Europas digitale Souveränität.

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