Erkältung, Honig

Erkältung: Honig und Zink verkürzen Symptome nachweislich

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RKI-Daten zeigen 3,8 Millionen Atemwegsinfekte. Studien bewerten Honig, Zink und Hühnersuppe unterschiedlich, während Vitamin C begrenzt wirkt.

Erkältungszeit 2026: Welche Hausmittel wissenschaftlich helfen
Ein hölzerner Tisch mit einer Schale Honig, einem Honiglöffel und getrockneten Kräutern in herbstlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche am 23. September 2026 markiert auf der Nordhalbkugel den astronomischen Saisonwechsel, ab dem die Nächte wieder länger als die Tage sind. Mit dem Rückgang des Tageslichts und sinkenden Temperaturen steigt erfahrungsgemäß die Zahl der Atemwegserkrankungen.

Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen für die 36. Kalenderwoche im September 2026 bereits eine Zunahme der Infekte auf schätzungsweise 3,8 Millionen Fälle akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland. Dies entspricht einer Rate von etwa 4.500 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Vor diesem Hintergrund rücken klassische Hausmittel und deren wissenschaftlich belegbare Wirksamkeit verstärkt in den Fokus.

Grenzen der Selbstmedikation und medizinische Einschätzung

Mediziner betonen, dass eine bereits beginnende Erkältung in der Regel nicht mehr gestoppt werden kann. Zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen vergehen meist rund 48 Stunden. Markus Tullius, Chefarzt an der Helios Klinik Wipperfürth, erklärte dazu, dass ein Abbruch des Infektverlaufs nicht möglich sei. Eine Erkältung folge oft einem klassischen Neun-Tage-Schema: drei Tage Entstehung, drei Tage Höhepunkt und drei Tage Abklingen.

Während milde Beschwerden ohne Fieber zunächst beobachtet werden können, raten Fachleute bei einer Dauer von über zwei bis drei Wochen oder bei Symptomen wie Atemnot, Schwellungen im Halsbereich sowie starker einseitiger Halsschmerz zur sofortigen Abklärung. Antibiotika seien bei typischen Erkältungsviren wirkungslos.

Wissenschaftliche Bewertung klassischer Hausmittel

Einige traditionelle Methoden halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand, während andere primär der Linderung des Wohlbefindens dienen:

  • Honig: Eine Auswertung der University of Oxford aus dem Jahr 2020 im Fachmagazin BMJ Evidence-Based Medicine stuft Honig als wirksam zur Linderung von Hustenreiz ein. Er erwies sich teilweise als effektiver als rezeptfreie Hustensäfte. Die britische Gesundheitsbehörde NHS empfiehlt Honig ebenfalls, wobei für Kinder unter einem Jahr ein striktes Verbot gilt.
  • Zink: Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2024 deutet darauf hin, dass die Einnahme von Zink nach dem Ausbruch der Symptome die Krankheitsdauer im Durchschnitt um etwa zwei Tage verkürzen kann. In den zugrunde liegenden Studien wurden oft Dosen von etwa 80 mg pro Tag verwendet, was die in den USA empfohlene Obergrenze für Erwachsene von 40 mg deutlich überschreitet. Langfristig hohe Dosen können zu Kupfermangel führen.
  • Hühnersuppe: Der US-Lungenarzt Dr. Stephen Rennard lieferte bereits im Jahr 2000 in einer CHEST-Studie Hinweise darauf, dass Hühnersuppe milde entzündungshemmende Effekte haben kann, auch wenn der exakte Verlauf der Wirkung nicht eindeutig belegt ist.
  • Vitamin C: Präparate können laut AOK bei regelmäßiger präventiver Einnahme die Dauer leicht verkürzen. Eine Einnahme erst bei Symptombeginn zeigt hingegen keinen signifikanten Effekt.
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Physische Anwendungen und Raumklima

Beim Inhalieren von Wasserdampf sieht die Deutsche Atemwegsliga keine klaren Belege für eine Verkürzung der Krankheitsdauer; zudem bestehe Verbrühungsgefahr. Wadenwickel werden von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) nur bei mäßigem Fieber und warmen Extremitäten empfohlen, keinesfalls bei Schüttelfrost.

Ein wesentlicher Faktor für die Infektanfälligkeit im Herbst ist die trockene Heizungsluft, welche die Filterfunktion der Schleimhäute beeinträchtigt. Experten für Physiotherapie empfehlen eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent und eine Raumtemperatur zwischen 19 und 21 Grad Celsius im Wohnbereich. Regelmäßiges Stoßlüften und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Abwehrfunktion.

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Ergänzende Maßnahmen und Prävention

Ingwer-Shots, die meist aus Ingwer sowie Zitronen- oder Orangensaft bestehen, enthalten Kalium, Phosphor und Vitamin C. Während sie das Immunsystem unterstützen können, sind sie auch ein Kostenfaktor: Fertige Portionen kosten im Handel etwa 2 bis 3 Euro.

Für den langfristigen Schutz empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für das Jahr 2026 jährliche COVID-19-Impfungen für Personen ab 75 Jahren sowie Influenza-Impfungen für Risikogruppen und Menschen ab 60 Jahren. Eine einmalige RSV-Impfung wird nun ebenfalls für alle Personen ab 75 Jahren sowie für gefährdete 60- bis 74-Jährige empfohlen.

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