ErnÀhrung: Pflanzenbasierte Kost senkt MultimorbiditÀt um 32%
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Ernährung mit hohem Anteil pflanzlicher Lebensmittel könnte das Risiko für Multimorbidität – also das gleichzeitige Auftreten von Krebs und kardiometabolischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes – deutlich senken.
Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus dem Jahr 2025, die von Forschenden der Universität Wien, der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) und der Kyung Hee Universität durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift The Lancet Healthy Longevity veröffentlicht.
Datenbasis: über 400.000 Erwachsene aus sechs europäischen Ländern
Für die Untersuchung werteten die Forschenden Daten von mehr als 400.000 Erwachsenen im Alter zwischen 37 und 70 Jahren aus sechs europäischen Ländern aus. Die große Stichprobengröße erlaubt es laut den Studienautorinnen und -autoren, Zusammenhänge zwischen Ernährungsmustern und dem gleichzeitigen Auftreten mehrerer Erkrankungen mit vergleichsweise hoher statistischer Sicherheit zu untersuchen.
Ein zentrales Ergebnis: Der schützende Effekt einer pflanzenbasierten Ernährung auf das Multimorbiditätsrisiko zeigte sich unabhängig vom Alter der untersuchten Personen – also sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Erwachsenen innerhalb der betrachteten Altersspanne.
32 Prozent geringeres Risiko in der UK-Biobank-Auswertung
Ergänzend zur Hauptanalyse werteten dieselben Forschungsteams von der Universität Wien, der IARC und der Kyung Hee Universität auch Daten der UK Biobank aus.
Diese Auswertung ergab ein um 32 Prozent geringeres Risiko für Multimorbidität bei Personen, die sich stärker pflanzenbasiert ernährten, verglichen mit Personen mit geringerem Anteil pflanzlicher Lebensmittel in der Ernährung. Diese Zahl untermauert die Ergebnisse der Hauptstudie mit einer unabhängigen, groß angelegten Datenquelle.
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Bedeutung für die Prävention altersbedingter Erkrankungen
Multimorbidität – das gleichzeitige Vorliegen mehrerer chronischer Erkrankungen – gilt als eine der zentralen Herausforderungen alternder Gesellschaften, da sie die Belastung für Betroffene wie auch für Gesundheitssysteme erhöht. Die Kombination aus Krebserkrankungen und kardiometabolischen Leiden wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Typ-2-Diabetes tritt mit zunehmendem Alter häufiger gemeinsam auf.
Die Studie aus dem Jahr 2025 liefert Hinweise darauf, dass Ernährungsgewohnheiten dabei eine messbare Rolle spielen könnten – und zwar bereits deutlich vor dem klassischen Renteneintrittsalter, da die untersuchte Kohorte Personen ab 37 Jahren einschloss.
Einordnung der Ergebnisse
Die Autorinnen und Autoren stützen ihre Schlussfolgerungen auf zwei sich ergänzende Datenquellen: die Kohorte aus sechs europäischen Ländern sowie die separate Auswertung der UK Biobank. Dass sich der beobachtete Zusammenhang in beiden Datensätzen zeigt, wird von den Forschenden als Stärkung der Ergebnisse gewertet.
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Offen bleibt in den vorliegenden Angaben, welche konkreten Ernährungskomponenten – etwa der Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten – für den beobachteten Effekt maßgeblich verantwortlich sind.
Für Menschen mittleren und höheren Alters liefert die Studie dennoch ein weiteres argument dafür, den Anteil pflanzlicher Lebensmittel in der täglichen Ernährung zu erhöhen, um das Risiko für das gleichzeitige Auftreten mehrerer schwerer Erkrankungen zu senken.
