Ernährungsstudie: Walnüsse senken DII-Wert bei Älteren von 0,615 auf -0,025
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine zweijährige Untersuchung an der Loma Linda University School of Public Health liefert neue Erkenntnisse zum Einfluss bestimmter Lebensmittel auf die Qualität der täglichen Ernährung.
Die im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics publizierte Studie zeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Walnüssen bei älteren Erwachsenen das entzündungsfördernde Potenzial der Gesamternährung messbar verringern kann. Zur Bewertung nutzte das Forschungsteam den sogenannten Dietary Inflammatory Index (DII).
Randomisierte Kontrollstudie über zwei Jahre
An der Untersuchung nahmen 319 gesunde ältere Erwachsene aus der Region Loma Linda im US-Bundesstaat Kalifornien teil. Die Studienteilnehmer waren zwischen 63 und 79 Jahre alt, das mittlere Alter lag bei 69 Jahren. Im Rahmen des Versuchsdesigns wurden die Personen nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeteilt.
Die Walnussgruppe umfasste 166 Personen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren täglich 1 bis 2 Unzen beziehungsweise 30 bis 60 Gramm Walnüsse zu sich nahmen. Diese Menge entsprach etwa 15 Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr.
Die Kontrollgruppe mit 153 Probanden verzichtete während des Studienzeitraums vollständig auf Walnüsse und beschränkte den Verzehr sonstiger Nüsse auf weniger als zweimal pro Woche. Abgesehen von dieser Vorgabe behielten beide Gruppen ihre gewohnten Ernährungsmuster bei. Die Erfassung der Ernährungsgewohnheiten erfolgte über fünf persönliche Treffen und begleitende 24-Stunden-Ernährungsprotokolle.
Signifikante Absenkung des Ernährungsindexes
Nach zwei Jahren zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Untersuchungsgruppen. Während der mittlere DII in der Kontrollgruppe bei 0,615 lag, betrug der Wert in der Walnussgruppe -0,025 (p<0,01). Ein niedrigerer Indexwert steht für ein geringeres entzündliches Potenzial der aufgenommenen Nahrungsmittel.
Die Analyse der Nährstoffdaten ergab, dass das günstigere Abschneiden der Walnussgruppe insbesondere mit einer erhöhten Zufuhr von pflanzlichen Omega-3-mehrfachungesättigten Fettsäuren, Magnesium und Ballaststoffen einherging. Studienleiterin Sujatha Rajaram erläuterte, dass bereits eine gezielte, einfache Anpassung der Nahrungsauswahl die ernährungsphysiologische Gesamtqualität aufwerten könne.
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Die Ergebnisse bauen auf früheren Daten der großangelegten WAHA-Forschungsreihe (Walnuts and Healthy Aging) auf, die in Kooperation zwischen der Loma Linda University und dem Hospital Clinic of Barcelona entstand und mehr als 20 Publikationen umfasst. In früheren Auswertungen dieser Reihe war bereits ein Rückgang verschiedener zirkulierender Entzündungsmarker im Blut dokumentiert worden.
Aussagekraft und methodische Grenzen
Trotz der statistischen Signifikanz ordnen die Forscher die beobachtete Differenz als numerisch klein ein. Zudem weist das Team darauf hin, dass der DII lediglich eine theoretische Schätzung des Entzündungspotenzials einer Diät liefert. Er stellt keinen direkten Nachweis veränderter Entzündungsparameter im menschlichen Blut dar.
Auch lässt sich aus der ermittelten Assoziation kein Beweis für eine therapeutische Vorbeugung oder Behandlung klinischer entzündlicher Erkrankungen ableiten.
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Einschränkungen ergeben sich zudem aus der Zusammensetzung der Stichprobe, die ausschließlich aus gesunden älteren Personen einer kalifornischen Gemeinde bestand. Inwieweit sich die Effekte auf jüngere Altersgruppen oder Personen mit bestehenden Vorerkrankungen übertragen lassen, müssen künftige Untersuchungen an diverseren Gruppen klären.
Fachleute weisen zudem darauf hin, dass Menschen mit einer Nussallergie Walnüsse meiden müssen. Finanziert wurde die Forschungsarbeit durch die California Walnut Commission.
