Essens-Jetlag, Studie

Essens-Jetlag: Studie verknüpft jede Stunde Abweichung mit 21 % mehr Herzrisiko

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 13:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Beobachtungsstudie verknüpft wechselnde Essenszeiten bei Männern mit mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weist aber keine Ursache nach.

Essens-Jetlag: Studie findet bei Männern erhöhtes Herzrisiko
Ein minimalistischer Holztisch in einem sonnendurchfluteten Raum mit sanftem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Analyse langfristiger Ernährungsgewohnheiten liefert neue Erkenntnisse über den Einfluss der zeitlichen Routine auf das Herz-Kreislauf-System. Im Zentrum steht dabei der sogenannte „Essens-Jetlag“, der eine Abweichung der gewohnten Essenszeiten an freien Tagen im Vergleich zur Arbeitswoche beschreibt.

Laut der NutriNet-Santé-Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2026, die in der Fachzeitschrift Communications Medicine veröffentlicht wurde, geht eine solche Unregelmäßigkeit insbesondere bei Männern mit einer messbaren Erhöhung des Herzrisikos einher.

Umfangreiche Datenbasis der NutriNet-Santé-Studie

Die Untersuchung basiert auf einer breiten statistischen Grundlage. Die Forscher werteten die Angaben von insgesamt 104.806 erwachsenen Teilnehmern aus, deren mittleres Alter bei 42,7 Jahren lag. Die wissenschaftliche Begleitung dieser Gruppe fand über einen langen Zeitraum statt: Die Daten wurden von 2009 bis 2023 erhoben, was einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 8,1 Jahren entspricht.

Während dieses Zeitraums dokumentierten die Wissenschaftler insgesamt 2.368 Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei der genaueren Betrachtung der Diagnosen entfielen 1.270 Fälle auf koronare Herzerkrankungen.

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Weitere 1.098 registrierte Vorfälle betrafen Schlaganfälle sowie andere zerebrale Gefäßerkrankungen. Diese Differenzierung ermöglichte es den Autoren, die Auswirkungen unregelmäßiger Mahlzeiten auf spezifische Krankheitsbilder zu untersuchen.

Erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen bei Männern

Die Ergebnisse der Analyse verdeutlichen, dass die zeitliche Konsistenz der Nahrungsaufnahme einen wesentlichen Faktor für die männliche Herzgesundheit darstellt.

Jede zusätzliche Stunde an Essens-Jetlag zwischen Arbeitstagen und freien Tagen korrelierte bei Männern mit einem um 14 % höheren Risiko für allgemeine Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Noch deutlicher fiel der Zusammenhang bei koronaren Herzerkrankungen aus, bei denen das Risiko pro Stunde Zeitverschiebung um 21 % anstieg.

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Ein bemerkenswerter Befund der Studie ist, dass sowohl frühere als auch spätere Mahlzeiten am Wochenende im Vergleich zu den regulären Zeiten mit einem höheren Risiko verbunden waren. Es scheint demnach weniger auf den Zeitpunkt an sich anzukommen, sondern vielmehr auf die Abweichung vom individuellen Rhythmus.

Geschlechtsspezifische Unterschiede und methodische Einordnung

Interessanterweise ließen sich diese Zusammenhänge nicht bei allen Teilnehmergruppen in gleichem Maße beobachten. Bei den untersuchten Frauen konnte die Studie keinen signifikanten statistischen Zusammenhang zwischen unregelmäßigen Essenszeiten und einem erhöhten Herzrisiko feststellen. Zudem ergab die Auswertung für beide Geschlechter keinen Beleg dafür, dass der Essens-Jetlag das Risiko für Schlaganfälle unmittelbar beeinflusst.

Die Autoren der Untersuchung betonten abschließend den Charakter der Erhebung als Beobachtungsstudie. Die vorliegenden Daten belegen zwar eine statistische Korrelation zwischen dem Essens-Jetlag und kardiovaskulären Risiken bei Männern, stellen jedoch keinen direkten Nachweis für eine Ursache-Wirkung-Beziehung dar.

Die Ergebnisse unterstreichen jedoch die Relevanz weiterer Forschung zur Bedeutung biologischer Rhythmen und deren Stabilisierung durch regelmäßige Mahlzeiten.

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