Fisch, Meeresfrüchte

Fisch und Meeresfrüchte: Eine Portion mehr pro Woche, 25 Prozent weniger Beschwerden

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Project-Viva-Daten verbinden mediterrane Ernährung und Fischverzehr mit seltenerer Kombination aus Koliken und Ekzemen bei sechs Monate alten Babys.
Frische mediterrane Lebensmittel wie Oliven, Tomaten und Olivenöl auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine ausgewogene Ernährungsweise während der Schwangerschaft steht seit Langem im Fokus der präventiven Medizin. Neue wissenschaftliche Auswertungen liefern nun detaillierte Einblicke in den Zusammenhang zwischen mütterlichen Ernährungsmustern und dem Auftreten von Beschwerden bei Neugeborenen.

Im Zentrum steht eine im Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Auswertung der US-amerikanischen Kohortenstudie Project Viva, die den Einfluss von Entzündungswerten und mediterraner Kost auf Säuglingskoliken und frühkindliche Ekzeme analysiert hat.

Mittelmeerkost und Entzündungsparameter im Fokus

Die Forscher untersuchten die Daten von 1.324 Mutter-Kind-Paaren aus Massachusetts, die ursprünglich zwischen 1999 und 2002 für die Studie rekrutiert worden waren. Die Gesamtkohorte von Project Viva umfasste 2.128 Paare. Die Ernährung der Mütter wurde im ersten sowie im zweiten Trimester der Schwangerschaft erfasst und anhand standardisierter Bewertungssysteme eingestuft.

Dabei zeigte sich, dass ein höherer Wert auf dem Mediterranean Diet Score (MDS) mit einem verringerten gemeinsamen Auftreten von Säuglingskoliken und Ekzemen im Alter von sechs Monaten assoziiert war. Das Chancenverhältnis lag bei einem Odds Ratio (OR) von 0,85 (95% CI 0,74–0,98 pro Punkt).

Im Gegensatz dazu ging ein höherer Dietary Inflammatory Index (DII), der auf eine eher entzündungsfördernde Kost hinweist, mit einem erhöhten Risiko für die Kombination beider Krankheitsbilder einher (OR 1,34; 95% CI 1,12–1,61 pro Punkt).

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Differenzierte Effekte einzelner Lebensmittelgruppen

Neben den übergeordneten Ernährungsmustern betrachtete die Arbeitsgruppe auch spezifische Nahrungsmittelgruppen. Jede zusätzliche wöchentliche Portion an Fisch und Meeresfrüchten war mit einer um 25 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Auftreten von Koliken und Ekzemen verbunden (OR 0,75; 95% CI 0,58–0,97). Für den isolierten Verzehr von Fisch allein ließ sich dieser signifikante Zusammenhang hingegen nicht nachweisen.

Beim Konsum von Nüssen zeigte sich wiederum ein anderes Bild: Dieser war mit einem leicht erhöhten Chancenverhältnis für das isolierte Auftreten von Säuglingskoliken assoziiert (OR 1,05; 95% CI 1,00–1,09).

Methodische Grenzen und statistische Einordnung

Die statistische Verteilung innerhalb der analysierten Stichprobe verdeutlicht, dass die Kombination beider Symptome ein eher seltenes Phänomen darstellt. Von den 1.324 analysierten Kindern wiesen 61 Säuglinge – was 4,6 Prozent der Stichprobe entspricht – sowohl Koliken als auch ein Ekzem auf.

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Bei 273 Kindern traten ausschließlich Koliken auf, während 152 Säuglinge nur von einem Ekzem betroffen waren. Für isoliert auftretende Koliken oder ein alleiniges Ekzem ließen sich bei den Gesamtwerten der Ernährungsscores keine statistisch signifikanten Assoziationen feststellen.

Fachleute weisen zudem auf methodische Rahmenbedingungen hin: Da es sich bei der Untersuchung um eine reine Beobachtungsstudie handelt, können die Ergebnisse keine direkte Kausalität belegen.

Zudem stammen die Erhebungsdaten aus einem Zeitraum vor über 20 Jahren, während die statistische Auswertung in den Jahren 2025 und 2026 erfolgte. Die Resultate unterstreichen dennoch die Relevanz vorgeburtlicher Ernährungsfaktoren für die immunologische und gastrointestinale Entwicklung im Säuglingsalter.

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