Fischöl bei Dialysepatienten: 43% weniger Herzinfarkte
02.07.2026 - 11:31:25 | boerse-global.de
Die Kontrolle des LDL-Cholesterins und die richtige ErnĂ€hrung bleiben die Basis zur Vorbeugung von Herzinfarkten und SchlaganfĂ€llen. Aktuelle Studien liefern neue Erkenntnisse â vor allem fĂŒr Risikopatienten.
Zielwerte richten sich nach Risikoprofil
Das Risiko fĂŒr GefĂ€Ăverkalkung hĂ€ngt maĂgeblich von der LDL-Konzentration ab. Medizinische Leitlinien, die Anfang Juli 2026 diskutiert wurden, empfehlen eine Einteilung nach individuellem Risiko.
FĂŒr Menschen mit Ăbergewicht, leichtem Bluthochdruck oder Diabetes unter zehn Jahren Dauer gilt ein LDL-Wert unter 100 mg/dl als Ziel. Bei Rauchern, Patienten mit schwerer NierenschwĂ€che oder langjĂ€hrigem Diabetes sinkt die Vorgabe auf unter 70 mg/dl.
Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Werte unter 55 mg/dl erreichen. Bei wiederholten Ereignissen trotz Therapie wird sogar eine Senkung auf unter 40 mg/dl empfohlen.
ErnÀhrung und Bewegung können das LDL-Cholesterin um etwa 10 bis 15 Prozent senken. Der wirkungsvollste Hebel bleibt die Reduzierung gesÀttigter FettsÀuren.
Fischöl schĂŒtzt Dialysepatienten signifikant
Neue klinische Daten deuten auf eine starke Schutzwirkung von Fischöl bei bestimmten Patientengruppen hin. Eine Studie der CharitĂ© Berlin, veröffentlicht Anfang Juli 2026 im Journal of Nephrology, untersuchte 1.200 Dialysepatienten ĂŒber 18 Monate.
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Die Probanden erhielten tĂ€glich 1,5 Gramm Fischöl. Ihr Risiko fĂŒr Herzinfarkt und Schlaganfall sank um 43 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertete die Studie als hochwertig. Eine Folgestudie mit rund 5.000 Teilnehmern ist bereits in Planung.
ErgÀnzende Daten der PISCES-Studie mit 1.228 Dialysepatienten zeigen: Auch eine höhere Dosierung von bis zu 4 Gramm Fischöl reduziert schwere kardiovaskulÀre Ereignisse um 43 Prozent.
Ganz anders sieht es bei der Alzheimer-PrĂ€vention aus. Eine Ende Juni 2026 in eBioMedicine veröffentlichte Studie der Keck Medicine (USC) mit 365 Teilnehmern zwischen 55 und 80 Jahren zeigte: TĂ€gliche 2.000 mg DHA ĂŒber zwei Jahre verbesserten weder die kognitive Leistung noch verlangsamten sie die Schrumpfung des Hippocampus.
Pflanzliche Wirkstoffe im Fokus
Neben klassischen AnsĂ€tzen rĂŒcken pflanzliche Wirkstoffe in den Fokus. Der Extrakt der afrikanischen Buschmango (Irvingia gabonensis) senkt in einer Dosierung von 150 mg zweimal tĂ€glich LDL-Cholesterin, Blutzucker und Körpergewicht bei ĂŒbergewichtigen Probanden. Bei Diabetikern reichten bereits 4 Gramm gemahlener Samen fĂŒr Ă€hnliche Effekte.
Im Bereich der Darmgesundheit gewinnt das Konzept der Plant Points an Bedeutung. Ziel: mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche essen, um die Vielfalt der Darmflora zu erhöhen.
Das Projekt MikrobiomProCheck an der UniversitĂ€t Bielefeld â gefördert mit 3,4 Millionen Euro â erforscht ZusammenhĂ€nge zwischen ErnĂ€hrung und Lebergesundheit. Der Hintergrund: Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) bei Jugendlichen nimmt zu, maĂgeblich ausgelöst durch Zucker und gesĂ€ttigte FettsĂ€uren.
Protein, Training und Kaffee â die Lebensstilfaktoren
Ein gesunder Lebensstil umfasst weit mehr als nur die richtige ErnĂ€hrung; vor allem Krafttraining schĂŒtzt ab 50 vor Muskelschwund und chronischen Leiden. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber, wie Sie mit nur 6 einfachen Ăbungen zuhause Ihre VitalitĂ€t steigern und Volkskrankheiten abwehren. Kostenlosen PDF-Ratgeber fĂŒr Heimtraining sichern
FĂŒr gesundes Altern ist die Kombination aus ErnĂ€hrung und Bewegung entscheidend. Forschung aus Cambridge, veröffentlicht im Juni 2026, zeigt: Die Mischung aus aerobem Training und Kraftsport senkt das Sterberisiko um 40 Prozent. Ălteren Menschen empfehlen Forscher eine Proteinzufuhr deutlich ĂŒber den bisherigen Mindestmengen â zur Vermeidung von Muskelschwund.
Beim Kaffeekonsum raten Kardiologen zur Vorsicht, wenn Bluthochdruck vorliegt. Bis zu drei Tassen tÀglich gelten als vertrÀglich. Koffein kann den Blutdruck kurzfristig um 10 bis 20 mmHg erhöhen.
Bei starkem Bluthochdruck ĂŒber 160/100 mmHg kann der Konsum von zwei oder mehr Tassen tĂ€glich das Risiko fĂŒr einen Herztod verdoppeln â das zeigen japanische Langzeitbeobachtungen.
Ăberraschend: Auch die Zahnvorsorge spielt eine Rolle. EntzĂŒndliche Prozesse im Mundraum haben systemische Auswirkungen. Gesundheitsökonomische Analysen deuten darauf hin, dass regelmĂ€Ăige Zahnarztbesuche indirekt das Risiko fĂŒr Herzinsuffizienz und SchlaganfĂ€lle senken können.
