FolsÀure: BfR sieht bei 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung eine Unterversorgung
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachpublikationen betonen zunehmend die Bedeutung spezifischer chemischer Verbindungen und Vitamine fĂŒr die Aufrechterhaltung der metabolischen Gesundheit. Wissenschaftliche Untersuchungen und Fachgesellschaften analysieren dabei das Zusammenspiel zwischen einer gezielten NĂ€hrstoffversorgung, zellulĂ€ren Stoffwechselwegen und potenziellen Risiken, die durch eine unregulierte Zufuhr entstehen können.
MikronĂ€hrstoffe zwischen Mangelversorgung und Ăberdosierungsrisiken
Die Versorgung mit essenziellen Vitaminen steht oft im Fokus der PrĂ€ventionsforschung. Daten von Statista zeigen, dass sich 30 Prozent der Menschen in Deutschland zwei- bis dreimal pro Woche mĂŒde und schlĂ€frig fĂŒhlen, wĂ€hrend 18 Prozent tĂ€glich darĂŒber klagen.
Das Bundesgesundheitsministerium und das MSD Manual weisen darauf hin, dass MĂ€ngel an den Vitaminen B1, B3, B9, B12 und C solche ErmĂŒdungserscheinungen verursachen können.
Entsprechend erlaubt die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) fĂŒr die Vitamine B2, B3, B5, B9, B12 und C den gesundheitsbezogenen Hinweis, dass sie zur Verringerung von MĂŒdigkeit und ErmĂŒdung beitragen. Zudem schĂ€tzt das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) die FolsĂ€ureversorgung bei 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung als unzureichend ein.
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Gleichzeitig verweisen Fachorganisationen auf die Risiken hoch dosierter PrĂ€parate. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt davor, dass eine ĂŒbermĂ€Ăige Zufuhr schaden könne. Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Studie deutete auf ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei sehr hohen Vitamin-B12-Dosen hin; laut der Krebsgesellschaft könne B12 das Wachstum bereits vorhandener Krebszellen verstĂ€rken.
Eine weitere Untersuchung im Journal of Clinical Investigation aus dem Jahr 2023 ergab Hinweise darauf, dass zusĂ€tzliche Gaben von Vitamin A, C und E ĂŒber die Förderung neuer TumorblutgefĂ€Ăe Krebswachstum begĂŒnstigen könnten, wĂ€hrend Antioxidantien aus normaler Nahrung laut den Studienautoren unproblematisch blieben. Die Krebsgesellschaft rĂ€t daher vor einer Einnahme zu einer labordiagnostischen B12-Spiegelbestimmung und Ă€rztlichen AbklĂ€rung.
Verbreitung von ErgÀnzungsprÀparaten bei Heranwachsenden
Trotz der differenzierten Studienlage ist der Griff zu NahrungsergÀnzungsmitteln in Deutschland weit verbreitet. Dies betrifft auch Kinder und Jugendliche: Nach Ergebnissen der DONALD-Studie erhÀlt ein Zehntel der Kinder tÀglich mindestens ein NahrungsergÀnzungsmittel.
Zahlen der EsKiMo-Studie zeigen ein Àhnliches Bild: Demnach nimmt eines von zwölf Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren tÀglich ein solches PrÀparat ein, wÀhrend es in der Altersgruppe der 12- bis 17-JÀhrigen rund 20 Prozent sind.
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Stoffwechselrezeptoren und FettsÀuren im wissenschaftlichen Fokus
Neben Vitaminen rĂŒcken auch andere NĂ€hrstoffkomponenten und FettsĂ€uren in den Mittelpunkt biochemischer Untersuchungen. FĂŒr die alltĂ€gliche ErnĂ€hrung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE), gesĂ€ttigte FettsĂ€uren auf höchstens 10 Prozent der gesamten Energiezufuhr zu begrenzen und den Anteil mehrfach ungesĂ€ttigter FettsĂ€uren zu erhöhen.
Margarine, insbesondere aus Raps- oder Sojaöl, sei vor diesem Hintergrund die bessere Wahl gegenĂŒber Butter, obgleich beide Streichfette in kleinen Mengen erlaubt seien. Auf regulatorischer Ebene begrenzt die EuropĂ€ische Union industriell erzeugte Transfette seit 2021 auf höchstens 2 Gramm pro 100 Gramm Fett.
Auf molekularer Ebene liefern Laborstudien weiterfĂŒhrende Einblicke in Stoffwechselkaskaden: Forschende der UniversitĂ€t Konstanz zeigten, dass die von Bakterien in WiederkĂ€uern gebildete VaccensĂ€ure als Ligand den Rezeptor LRH-1/NR5A2 aktiviert.
In Versuchen mit MĂ€usen sanken dadurch Blutzucker sowie Blutfette, und eine bestehende Fettleber bildete sich zurĂŒck. Diese Arbeiten demonstrieren, wie spezifische Nahrungsbestandteile komplexe Stoffwechselfunktionen modulieren können.
