Ford-Kehrtwende, Ingenieure

Ford-Kehrtwende: 350 Ingenieure statt KI-Blindflug – Qualität springt auf Platz 1

29.06.2026 - 07:39:15 | boerse-global.de

Ford kehrt zu menschlicher Expertise zurück und holt 350 erfahrene Ingenieure. Die neue Qualitätsstrategie führt zu Spitzenplatz in J.D. Power Studie.

Ford setzt auf erfahrene Ingenieure statt blind auf KI
Ford-Kehrtwende - Erfahrene Ingenieure inspizieren ein Ford-Fahrzeug in der Fabrikhalle, kombinieren traditionelle Werkzeuge mit KI-Diagnosetafeln. 29.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Statt blind auf Künstliche Intelligenz zu setzen, holt der Konzern erfahrene Fachkräfte zurück.

Rund 350 Ingenieure mit langjähriger Erfahrung – intern oft als „Graubärte" bezeichnet – hat Ford in den letzten drei Jahren wieder eingestellt oder in Schlüsselpositionen befördert. Grund: Die übermäßige Abhängigkeit von KI und automatisierten Prüfsystemen hatte nicht die erhofften Qualitätsverbesserungen gebracht. Das gab die Unternehmensführung nun gegenüber Journalisten zu.

Die Grenzen der Automatisierung

Charles Poon, Vizepräsident bei Ford, räumte ein, dass man fälschlicherweise angenommen habe, der bloße Einsatz von KI würde automatisch zu hochwertigen Produkten führen. Die Realität sah anders aus: Die automatisierten Systeme erfüllten die Erwartungen nicht.

Kumar Galhotra, Chief Operating Officer, ergänzte, dass die zunehmende Abhängigkeit von automatisierten Qualitätssystemen zu erheblichen Problemen und finanziellen Belastungen geführt habe. Die Kehrtwende kam 2023 mit einem umfassenden Qualitätsplan: Ford verdoppelte die Zahl seiner technischen Spezialisten und bildete neue „Industrial System Teams", die Engineering, Fertigung und Lieferkettenmanagement enger verzahnen.

Bedeutet das das Ende der KI bei Ford? Nein. 2024 stellte das Unternehmen die Scan-Tools „AiTriz" und „MAIVs" vor. Seitdem wurden die KI-gesteuerten Stresstests um mehr als 100.000 zusätzliche Prüfungen erweitert.

Messbare Erfolge in der Qualität

Die Rückbesinnung auf menschliche Expertise zeigt Wirkung. In der aktuellen J.D. Power Initial Quality Study 2026 belegt Ford den ersten Platz unter den Massenherstellern. Gesamt rangiert der Konzern auf Platz drei – hinter Porsche und Genesis. Ein gewaltiger Sprung nach oben: 2025 lag Ford noch auf Rang zehn.

Anzeige

Fords radikale Kehrtwende zeigt: KI allein garantiert keine Qualität. 95% aller KI-Pilotprojekte sind unprofitabel. Erfahren Sie in diesem Report, wie Sie mit gezielter menschlicher Expertise Ihre Qualitätskosten senken und Rückrufrisiken minimieren. Jetzt kostenlosen Qualitäts-Report anfordern

Auch die Rückrufzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Nach einem Rekordhoch von 152 Rückrufen im Jahr 2025 sind es 2026 bislang nur 51. Das Management rechnet mit Einsparungen von rund einer Milliarde Euro durch die verbesserte Qualität – und das bei gleichzeitigem Sparkurs.

KI-ErnĂĽchterung in der gesamten Wirtschaft

Fords Erfahrung ist kein Einzelfall. Eine MIT-Studie zeigt: 95 Prozent aller unternehmenseigenen KI-Pilotprojekte waren unprofitabel. Laut S&P Global gaben 2025 ganze 42 Prozent der Firmen die Mehrheit ihrer KI-Initiativen auf – 2024 waren es erst 17 Prozent.

Während Ford auf erfahrene Mitarbeiter setzt, bauen andere Tech-Konzerne weiter Stellen ab, oft mit Verweis auf KI-Effizienz:
- Oracle strich im Geschäftsjahr 2026 rund 21.000 Stellen
- Amazon kappte 16.000 Positionen
- Microsoft und Meta verkĂĽndeten Ende April gemeinsam 16.000 Entlassungen
- Google reduzierte seine Engineering-Belegschaft um 1.500 bis 3.000 Stellen

Milliardeninitiative fĂĽr Umschulung

Anzeige

Ihre automatisierten Qualitätssysteme enttäuschen? Ford machte denselben Fehler – und korrigierte ihn mit 350 erfahrenen Ingenieuren. Dieser Report liefert die 3 konkreten Schritte zur Qualitätswende, die Ford auf Platz 1 der J.D. Power Studie katapultierten. Qualitätswende-Report jetzt sichern

Die ehemalige US-Wirtschaftsministerin Gina Raimondo hat mit „Raise Us" eine überparteiliche Non-Profit-Organisation gegründet. Ziel: eine Milliarde Euro für KI-bezogene Umschulungen sammeln – 500 Millionen sind bereits gesichert.

Unterstützt wird das Programm von einem breiten Bündnis großer Konzerne, darunter Amazon, Microsoft, Bank of America, General Motors und IBM. Pilotprojekte laufen in mehreren Bundesstaaten. Microsoft testet etwa, wie Juristen im Einstiegsbereich für die Zusammenarbeit mit KI-Tools umgeschult werden können.

de | wissenschaft | 69650166 |