Glucosamin: Studie belegt 25-Prozent-Risiko fĂŒr Alzheimer
17.06.2026 - 02:09:25 | boerse-global.de
WĂ€hrend der Markt boomt und immer jĂŒngere Zielgruppen anspricht, mehren sich wissenschaftliche Warnungen vor falscher Dosierung und riskanten Kombinationen.
Glucosamin könnte Alzheimer-Risiko erhöhen
Eine aktuelle Studie der University of Florida sorgt fĂŒr Aufsehen. Die im Fachjournal Nature Metabolism veröffentlichte Untersuchung wertete Gesundheitsakten aus den Jahren 2012 bis 2024 aus. Das Ergebnis: Bei Menschen mit leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen, die Glucosamin einnahmen, stieg das Risiko fĂŒr Alzheimer oder verwandte Demenzformen um 25 Prozent.
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Noch deutlicher fiel der Befund bei bereits erkrankten Patienten aus. Auch hier zeigte sich eine um 25 Prozent erhöhte Sterblichkeit. ErgĂ€nzende Tierversuche untermauern den Verdacht: Eine tĂ€gliche Dosis von rund 2500 Milligramm fĂŒhrte bei MĂ€usen zu vermehrten Zuckerstrukturen im Gehirn und schlechteren GedĂ€chtnisleistungen. Die Forscher betonen jedoch: Die Studie belegt einen statistischen Zusammenhang, aber keine direkte KausalitĂ€t.
Kaffee killt NĂ€hrstoffe: Worauf Sie achten sollten
ErnÀhrungsmediziner warnen vor einer weiteren Falle: der gleichzeitigen Einnahme von NahrungsergÀnzungsmitteln mit Kaffee. Die im Kaffee enthaltenen Polyphenole und Gerbstoffe können die Aufnahme von Eisen, Magnesium und Calcium erheblich beeintrÀchtigen.
Hinzu kommt ein harntreibender Effekt. Koffein beschleunigt das Ausschwemmen wasserlöslicher Vitamine â vor allem der B-Gruppe und Vitamin C. Zudem steht Koffein im Verdacht, die Vitamin-D-Rezeptoren negativ zu beeinflussen. Die Lösung ist simpel: Wer EisenprĂ€parate nimmt, sollte mindestens ein bis zwei Stunden Abstand zum Kaffeegenuss halten oder die Einnahme auf den Abend verschieben. Die EFSA empfiehlt gesunden Erwachsenen maximal 400 Milligramm Koffein tĂ€glich.
Magnesium-Ăberdosierung: Jedes zweite Produkt fĂ€llt durch
Die Sinnhaftigkeit pauschaler Supplementierung bleibt umstritten. Eine aktuelle Ăbersicht im British Medical Journal wertete 69 Studien mit ĂŒber 150.000 Probanden aus. Fazit: Die zusĂ€tzliche Gabe von Calcium und Vitamin D bei Ă€lteren Erwachsenen bringt kaum messbaren Nutzen gegen KnochenbrĂŒche oder StĂŒrze.
Noch konkreter wird ein Marktcheck von Ăko-Test. Von 28 untersuchten MagnesiumprĂ€paraten ĂŒberschritt jedes zweite die Empfehlung des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung von 250 Milligramm pro Tag. Die Folgen: Durchfall, Ăbelkeit oder Herz-Kreislauf-Symptome. Experten betonen: Bei ausgewogener ErnĂ€hrung brauchen gesunde Erwachene in der Regel keine zusĂ€tzlichen Magnesium-Supplemente.
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Vorsicht beim Online-Kauf: Fakeshops im Visier
Die hohe Nachfrage lockt auch schwarze Schafe an. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor einer perfiden Masche: Internationale HĂ€ndler ĂŒbernehmen die Webseiten ehemaliger Arztpraxen oder Apotheken, um SeriositĂ€t vorzutĂ€uschen. Die dort angebotenen Produkte sind oft nicht ordnungsgemÀà in Deutschland registriert.
Verbraucher sollten beim Online-Kauf auf das offizielle EU-Sicherheitslogo achten. Es fĂŒhrt direkt zum Versandhandelsregister des Bundesinstituts fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte. ZusĂ€tzlich hilft der âFakeshopfinderâ der VerbraucherschĂŒtzer bei der PrĂŒfung von Online-HĂ€ndlern.
Generation Z entdeckt PrĂ€vention â Informationsbedarf bleibt hoch
Trotz aller Warnungen boomen rezeptfreie Arzneimittel und NahrungsergÀnzungsmittel. Branchenberichte vom Juni identifizieren die Generation Z als zunehmend relevante Zielgruppe. Sie investiert verstÀrkt in prÀventive Gesundheitsprodukte.
Der Informationsbedarf ist riesig. Die Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg startet im Juni und Juli eine Reihe von Informationsveranstaltungen zu NahrungsergĂ€nzungsmitteln und âHigh Proteinâ-Produkten. Auch die Fachliteratur reagiert: Im FrĂŒhjahr erschien âDer Vitamin- und NĂ€hrstoffkompassâ des Biologen Bas Kast, der die Forschungslage zu Supplementen kritisch unter die Lupe nimmt.
