Glucosamin, Studie

Glucosamin: Studie warnt vor 25-Prozent-Risiko bei Demenz

13.06.2026 - 15:41:36 | boerse-global.de

Studie der University of Florida zeigt: Glucosamin könnte bei MCI-Patienten die Alzheimer-Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent erhöhen.

Glucosamin-Studie: Erhöhtes Demenzrisiko bei regelmĂ€ĂŸiger Einnahme
Glucosamin - Nahaufnahme eines menschlichen Gehirns mit leuchtenden Neuronen und Zuckerstoffwechsel-MolekĂŒlen in einem Forschungslabor. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine Studie der University of Florida zeigt alarmierende ZusammenhÀnge.

Erhöhtes Risiko fĂŒr Demenz-Patienten

Die Forscher werteten Gesundheitsdaten von rund 24.000 Demenz-Patienten und 41.000 Personen mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung (MCI) aus. Das Ergebnis: MCI-Patienten, die regelmĂ€ĂŸig Glucosamin nahmen, entwickelten mit 25 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit eine Alzheimer-Demenz.

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Noch besorgniserregender sind die Zahlen fĂŒr bereits erkrankte Menschen. Bei ihnen stieg die Sterbewahrscheinlichkeit innerhalb von fĂŒnf Jahren ebenfalls um 25 Prozent. Etwa acht Prozent der untersuchten Patienten nahmen das PrĂ€parat ein.

Zucker-Stoffwechsel im Gehirn als SchlĂŒssel

Die Studienautoren Ramon Sun und Matthew Gentry vermuten einen Mechanismus im Zuckerstoffwechsel des Gehirns. Die sogenannte Hyperglykosylierung – eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Anlagerung von ZuckermolekĂŒlen an Proteine – könnte Nervenzellen schĂ€digen.

Die UniversitÀt Bonn lieferte dazu ergÀnzende Erkenntnisse. In Gehirnen von Alzheimer-Patienten und in Mausmodellen fanden die Forscher erhöhte Glykosylierung, besonders im Hippocampus und frontalen Kortex. Eine Hemmung dieser Zucker-Anlagerungen verbesserte bei MÀusen die kognitive Leistung.

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Tierversuche bestÀtigen den Trend

In Mausmodellen testeten die Forscher eine tĂ€gliche Dosis von 2500 Milligramm Glucosamin. Bei MĂ€usen mit Alzheimer-Symptomen verschlechterte sich die GedĂ€chtnisleistung deutlich. Gesunde MĂ€use zeigten dagegen keine BeeintrĂ€chtigungen – das Risiko betrifft offenbar nur vorbelastete Individuen.

Die Wissenschaftler betonen: Die Ergebnisse liefern noch keinen endgĂŒltigen KausalitĂ€tsbeweis. Ob Glucosamin direkt den Verfall beschleunigt oder andere Faktoren eine Rolle spielen, ist unklar.

Was jetzt zu tun ist

Die Forscher fordern doppelblinde klinische Studien, um die Effekte genauer zu untersuchen. Geplant sind zudem Folgestudien, die prĂŒfen, ob das Absetzen des PrĂ€parats den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst.

Fachleute raten Patienten mit kognitiven EinschrÀnkungen derzeit: Glucosamin-Einnahme Àrztlich abklÀren lassen.

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