Humanoide, Robotik

Humanoide Robotik: BMW und Mercedes starten Serienproduktion

28.06.2026 - 08:40:11 | boerse-global.de

BMW, Mercedes und chinesische Hersteller integrieren humanoide Roboter in ihre Fertigung. Die Preisspanne reicht von 4.000 bis 290.000 Euro.

Humanoide Roboter starten in Serie: Milliarden fließen in die Produktion
Humanoide - Ein humanoider Roboter mit schlankem, metallischem Design steht in einer modernen Fertigungsanlage, umgeben von automatisierten Maschinen. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Hersteller haben im Juni 2026 die Serienproduktion gestartet und Milliardeninvestitionen eingesammelt.

Deutsche Autobauer setzen auf Roboter-Kollegen

BMW treibt die Automation voran: Der bayerische Autobauer setzt ab sofort den Figure 03-Roboter im Werk Spartanburg (South Carolina) ein. Die Maschine sortiert dort Komponenten in Sequenzierwagen für die Montagelinie. Ein elfmonatiger Pilotversuch mit dem Vorgängermodell Figure 02 lief vielversprechend: Der Roboter half bei der Produktion von 30.000 Fahrzeugen, verarbeitete 90.000 Teile und erreichte eine Erfolgsquote von über 99 Prozent.

Auch andere Hersteller ziehen nach. Mercedes arbeitet mit Apptroniks Apollo-Roboter. Die chinesischen Konzerne BYD, Geely Auto und FAW-Volkswagen integrieren ebenfalls humanoide Systeme in ihre Fertigung. Agility Robotics hat seinen Digit-Roboter – Preis: rund 250.000 US-Dollar – bereits bei Amazon, GXO und Toyota Canada im Einsatz.

Preise zwischen 4.500 und 250.000 Euro

Die Preisspanne der kommerziell verfügbaren Modelle ist gewaltig. Der Unitree G1 startet bei umgerechnet rund 16.000 Euro, Spezialversionen für Bildungseinrichtungen kosten bis zu 40.000 Euro. Noch günstiger ist der Unitree R1 für den Heimgebrauch: rund 4.000 Euro.

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Im mittleren Segment bietet der 1X Neo Gamma zwei Optionen: Kauf für etwa 18.000 Euro oder Leasing für 450 Euro monatlich. Die Vorbestellungen laufen. Der Luna von LimX Dynamics liegt bei 37.000 Euro, der Agibot A2 zwischen 40.000 und 170.000 Euro.

Die Oberklasse bildet der Ameca von Engineered Arts mit Preisen zwischen 115.000 und 290.000 Euro. Der Figure 03 wiederum peilt einen Verkaufspreis zwischen 18.000 und 27.000 Euro an – bei einer Jahresproduktion von 12.000 Einheiten.

Kapitalschwemme für chinesische Hersteller

Besonders der chinesische Markt boomt. Am 26. Juni 2026 sicherte sich das Pekinger Unternehmen Anyverse Dynamics eine Finanzierungsrunde von 200 Millionen US-Dollar, angeführt vom JD.com-Fonds. Die zweite Generation des K15-Humanoiden ist bereits in Serienproduktion. Weltweit liegen Bestellungen im Wert von fast 100 Millionen US-Dollar vor – unter anderem von Envision Group und ZF LIFETEC.

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Die Produktionskapazitäten wachsen rasant. ENGINEAI eröffnete ein 12.000 Quadratmeter großes Werk in Shenzhen. Ziel: alle 15 Minuten einen humanoiden Roboter produzieren. UBTECH will bis Ende 2026 jährlich 10.000 Einheiten seiner Industrie- und Companion-Roboter vom Typ U1 fertigen. Der U1 verzeichnete bis zum 21. Juni über 5.000 Vorbestellungen – fast das Fünffache aller verkauften Großroboter des Jahres 2025.

Technische Sprünge und öffentliche Vorführungen

Die Hardware wird immer ausgereifter. Der Walker C1 von UBTECH zeigte im Juni 2026 auf der Chain Expo eine Ballett-Performance mit vollständiger Bewegungskontrolle. Der Unitree G1 beherrscht hybride Fortbewegung und wechselt nahtlos zwischen Gehen und Rollen.

Die nächste große Bühne: Die Advanced Manufacturing Expo in Grand Rapids, Michigan, am 29. und 30. Juli 2026. Dort präsentieren Unitree und Dobot ihre neuesten Modelle live. Dobot selbst strebt einen Börsengang am Shenzhen ChiNext an, um 1,2 Milliarden Yuan (rund 155 Millionen Euro) für die Entwicklung humanoider und mehrbeiniger Roboter einzusammeln.

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