Intervallfasten: Zeitfenster 10–18 Uhr verbessert Gedächtnis bei Senioren
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zeitlich begrenztes Essen zeigt positive Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen. Das legen neue Studienergebnisse der Rutgers University nahe, die auf der Fachkonferenz NUTRITION 2026 vorgestellt wurden.
Pilotstudie mit 47 Frauen
Die Forscher um Sue Shapses untersuchten 47 übergewichtige Frauen zwischen 50 und 79 Jahren. Über sechs Monate reduzierte eine Gruppe ihre tägliche Kalorienzufuhr um 500 Kilokalorien und aß nur zwischen 10:00 und 18:00 Uhr. Die letzte Mahlzeit musste mindestens vier Stunden vor dem Schlafengehen liegen. Die Kontrollgruppe verteilte die gleiche Kalorienmenge auf mehr als zwölf Stunden.
Beide Gruppen verloren etwa sieben Kilogramm. Doch die kognitiven Tests zeigten deutliche Unterschiede: Die Intervallfasten-Gruppe schnitt bei räumlicher Planung und Problemlösung signifikant besser ab. Auch bei Gedächtnisaufgaben machte sie weniger Fehler.
Zeitpunkt zählt mehr als Gewichtsverlust
Da der Gewichtsverlust in beiden Gruppen identisch war, gehen die Forscher von einem eigenständigen Effekt des Essenszeitpunkts aus. „Die kognitiven Verbesserungen lassen sich nicht allein durch die Gewichtsabnahme erklären", betont das Team, zu dem auch Wissenschaftler des King's College London gehören.
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Multitasking und Reaktionszeit blieben dagegen unbeeinflusst.
Hochrisikogruppe im Fokus
Eine zweite Studie der Rutgers University untersuchte 160 afroamerikanische Senioren in Sozialwohnungen. Zwei Drittel von ihnen zeigten bereits überdurchschnittlichen Gedächtnisverlust, fast die Hälfte war von Demenz betroffen. Auch hier deuteten die Daten darauf hin, dass zeitlich eingeschränktes Essen den kognitiven Abbau verlangsamen kann.
Gefördert wurden die Projekte unter anderem von den Hearst Foundations (100.000 US-Dollar) und Eli Lilly (rund 587.000 US-Dollar).
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Noch offene Fragen
Fachleute warnen vor voreiligen Schlüssen. Die Studien sind klein und noch nicht vollständig durch ein Peer-Review-Verfahren geprüft. Zukünftige Forschung müsse die biologischen Mechanismen klären und prüfen, ob sich die Ergebnisse auf größere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen. Dennoch bieten die Erkenntnisse eine Diskussionsgrundlage für präventive Ernährungsstrategien – und die Frage, ob nicht nur was, sondern vor allem wann wir essen, unser Gehirn fit hält.
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