Kalium, Bluthochdruck

Kalium bei Bluthochdruck: Lebensmittel können Werte um 3 bis 5 Punkte senken

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
DASH-Empfehlungen setzen auf pflanzliche Kost, Vollkorn, magere Proteine und Milchprodukte; Salz sollte begrenzt werden.
Eine Auswahl an frischem Obst und Gemüse wie Rote Bete, Spinat und Bananen auf einem hölzernen Küchentisch. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Umstellung der Ernährung gilt in der Medizin als wesentlicher Baustein bei der Behandlung von Bluthochdruck. Vor dem Hintergrund des DASH-konzepts (Dietary Approaches to Stop Hypertension) hebt die Ernährungsberaterin Victoria Taylor von der British Heart Foundation vier zentrale Lebensmittelgruppen hervor, die zur Regulierung der Werte beitragen können. Zu diesen Gruppen zählen Obst und Gemüse, fettarme Proteine, Vollkornprodukte sowie fettarme Milchprodukte.

Pflanzliche Kost und Mineralstoffe als Basis

Im Rahmen der Empfehlungen spielen Obst und Gemüse eine vorrangige Rolle. Vorgesehen sind mindestens fünf Portionen täglich. Bestimmte Gemüsesorten wie Rote Bete, Sellerie und Grünkohl zeichnen sich durch ihren Gehalt an Nitraten aus. Obstsorten wie Bananen oder Erdbeeren liefern zudem Kalium.

Gastro-Enterologe Jay N. Yepuri erläutert hierzu, dass Kalium den Nieren dabei helfe, überschüssiges Natrium auszuscheiden. Bei einer bestehenden Hypertonie könne eine gesteigerte Zufuhr dieses Minerals den Blutdruck um 3 bis 5 Punkte senken.

Als geeignete kaliumreiche Quellen nennt der Mediziner unter anderem Kartoffeln, Süßkartoffeln, Bohnen, Linsen, Spinat, Mangold, Kürbis, Orangen, Melonen, Avocados, Trockenfrüchte, Tomaten, Naturjoghurt und Lachs. Für gesunde Erwachsene liege der Richtwert bei etwa 2.600 mg pro Tag für Frauen und rund 3.400 mg für Männer, während bei Hypertonie 3.500 bis 5.000 mg empfohlen werden.

Die gefäßerweiternde Wirkung pflanzlicher Inhaltsstoffe hebt auch Dr. Annapoorna Kini vom Mount Sinai Fuster Heart Hospital hervor. Im Körper werden Nitrate aus Gemüsesorten wie Roter Bete zu Stickstoffmonoxid umgewandelt, was die Gefäße entspanne.

Kini verweist auf eine Metaanalyse im Fachjournal Frontiers in Nutrition, wonach regelmäßiger Konsum von Rote-Bete-Saft den systolischen Blutdruck bei Hypertoniepatienten signifikant senke. Fertige Pulver oder Konzentrate böten hingegen keine vergleichbaren Nachweise.

Vollkorn, Proteine und fettarme Milchprodukte

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Neben pflanzlicher Kost umfasst die Auswahl nach Angaben von Victoria Taylor drei weitere Pfeiler: Vollkornprodukte wie brauner Reis, Vollkornbrot und Haferflocken, fettarme Milchprodukte als Kalziumquelle sowie fettarme Proteinträger. Hierzu zählen Hähnchen und Pute ohne Haut, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte. Rotes sowie verarbeitetes Fleisch sollte dagegen begrenzt werden.

Dr. Alex Gyftopoulos vom University of Maryland Medical Center rät zudem zu fettarmem griechischem Joghurt in Kombination mit Beeren oder Obst. Die enthaltenen Ballaststoffe binden Gallensäuren, wodurch der Organismus verstärkt Cholesterin verbrauche. Als Snackalternativen nennt Gyftopoulos luftgepopptes Popcorn ohne Butter oder ungesalzene Nüsse, während fettige Cracker, Chips und Süßgebäck vermieden werden sollten.

Risiken, Einschränkungen und Natriumgrenzen

Trotz der Vorteile einer mineralstoffreichen Kost mahnt Taylor zur Vorsicht bei bestimmten Vorerkrankungen: Bei Nierenleiden oder der gleichzeitigen Einnahme von Diuretika könne eine übermäßige Kaliumaufnahme schädlich sein. Auch Kini warnt bezüglich Roter Bete vor Risiken bei Neigung zu Nierensteinen aufgrund von Oxalaten sowie bei bereits niedrigem Blutdruck.

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Fachleute weisen zudem darauf hin, dass eine veränderte Kost keine verordnete medikamentöse Therapie ersetzt. Eine im September veröffentlichte Studie der Universität Oxford mit rund 1,4 Millionen Erwachsenen zeigte, dass lediglich etwa die Hälfte der hausärztlich wegen Hypertonie Behandelten den Blutdruck tatsächlich unter Kontrolle hat.

Ergänzend zur Lebensmittelauswahl betonen Experten die Reduzierung von Speisesalz: Yepuri empfiehlt, die Zufuhr unter 2.300 mg Natrium pro Tag zu halten – idealerweise bei 1.500 mg, was etwa einem halben Teelöffel Salz entspricht. Entsprechende Einsparungen betreffen vor allem Fertiggerichte, Wurstwaren, Konserven und Knabberartikel. Erste messbare Effekte einer Ernährungsumstellung stellen sich laut Ratgebern meist nach zwei bis vier Wochen ein.

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