KI-Kontrollen, USA

KI-Kontrollen: USA geben Anthropics Mythos 5 für 100+ Firmen frei

28.06.2026 - 22:20:27 | boerse-global.de

Washington stuft fortschrittliche KI als Sicherheitsgut ein und beschränkt die Verbreitung von Anthropics Mythos 5 sowie OpenAIs GPT-5.6.

US-Regierung verschärft KI-Kontrolle: Anthropic & OpenAI betroffen
KI-Kontrollen - Leiterplatte mit US-Karte und globalen Linien, Symbol für KI-Wettbewerb und nationale Sicherheit. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Exportstopp für Anthropics Spitzenmodell wurde teilweise aufgehoben, gleichzeitig schränkt Washington die Veröffentlichung von OpenAIs neuesten Systemen ein. Die Maßnahmen vom 26. Juni 2026 zeigen: Fortschrittliche KI gilt in Washington zunehmend als nationales Sicherheitsgut – im Wettlauf mit China um die technologische Vorherrschaft.

Teilweise Freigabe für Anthropics Mythos 5

Die Trump-Administration genehmigte am 26. Juni mehr als 100 US-Unternehmen und Regierungsbehörden den Zugang zu Anthropics Mythos 5. Damit wird eine Sperre teilweise aufgehoben, die seit dem 12. Juni bestand. Zu den autorisierten Firmen zählen große Rüstungskonzerne wie Palantir sowie Cloud-Infrastrukturanbieter wie Amazon Web Services (AWS).

Die ausgewählten Unternehmen dürfen Mythos 5 für Cybersicherheit und Softwareentwicklung nutzen. Das Modell ist speziell für autonome Ausführung und mehrstufige Code-Synthese ausgelegt. In Tests vor der Sperre hatte Cisco das System eingesetzt, um innerhalb von acht Wochen 1,8 Milliarden Codezeilen zu analysieren.

Trotz der Teillockerung bleibt der Zugang zu Anthropics Fable 5 weitgehend eingeschränkt. Berichten vom 28. Juni zufolge steht die Regierung jedoch kurz davor, den Dienst nach einer 15-tägigen Unterbrechung wieder freizugeben.

Handelsminister Howard Lutnick betonte, die Regierung habe Fortschritte beim Umgang mit den Risiken dieser leistungsstarken Systeme erzielt. Die Genehmigung gilt auch für nicht-amerikanische Mitarbeiter der zugelassenen Firmen – eine Reaktion auf Bedenken der Industrie hinsichtlich globaler Talente und Arbeitskräfteintegration.

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OpenAI startet GPT-5.6 unter staatlicher Aufsicht

Am selben Tag präsentierte OpenAI offiziell seine GPT-5.6-Modellfamilie mit den Versionen Sol, Terra und Luna. Auf Anforderung der Bundesbehörden beschränkte das Unternehmen jedoch den Start. Derzeit haben nur rund 20 staatlich genehmigte Vertrauenspartner Zugang zur Vorschau.

Das Sol-Modell konzentriert sich auf Cybersicherheitsanwendungen, während Terra und Luna als kostengünstigere Alternativen positioniert sind – Terra kostet etwa die Hälfte von Sol. OpenAI-Vertreter erklärten, ein breiterer Zugang sei in den kommenden Wochen zu erwarten. Das Unternehmen betonte jedoch, dass ein derart hohes Maß an staatlicher Prüfung nicht zum Industriestandard werden sollte.

Die Beschränkungen fallen mit einer neuen Exekutivanordnung vom Juni 2026 zusammen, die ein freiwilliges Bundesprüfverfahren für KI-Modelle mit potenziellen nationalen Sicherheitsrisiken einführte. Zudem brachten Abgeordnete am 26. Juni den parteiübergreifenden Cloud Security Act ein, der KI-Entwickler verpflichtet, möglichen Missbrauch ihrer Systeme zu melden.

Globaler Wettbewerb und europäische Abhängigkeit

Die jüngsten Eingriffe Washingtons zeigen den Wettbewerbsdruck durch chinesische Tech-Firmen. Auf einer Cybersicherheitskonferenz verglich Zhou Hongyi, CEO von 360 Security Technology, Chinas Tulongfeng-Fehlersuchsystem mit Anthropics Fähigkeiten – die Lücke bei der Erkennung von Software-Schwachstellen schrumpfe. Andere chinesische Unternehmen wie Alibaba, DeepSeek und Moonshot AI veröffentlichen weiterhin leistungsstarke Open-Source-Modelle, die US-Exportkontrollen umgehen könnten.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, Brian Mast, bezeichnete den KI-Wettbewerb als globalen Kampf. Finanzminister Scott Bessent warnte, das Hauptrisiko für US-Interessen sei ein technologischer Vorsprung Chinas.

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Diese nationale Kontrolle über KI hat internationale Märkte verunsichert. Branchenbeobachter in Europa stellten fest, dass die 15-tägige Unterbrechung von Anthropics Diensten zeigt, wie US-Exportkontrollentscheidungen ausländischen Partnern faktisch den Zugang zu Spitzen-KI abschalten können. Der EU AI Act bietet zwar einen Regulierungsrahmen, garantiert aber nicht die Verfügbarkeit amerikanischer Modelle. Mehrere europäische Länder, darunter Österreich, drängen die EU daher, Anthropic-Modelle lokal zu hosten oder eigene KI-Alternativen zu entwickeln – um die Abhängigkeit von US-Regulierungsentscheidungen zu verringern.

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