Kognitives Training: Hybrid-Systeme steigern Erinnerung um 27%
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kognitive Apps können Erwachsenen mit ADHS helfen – aber anders als erwartet. Eine aktuelle Studie zeigt: Die digitale Unterstützung verbessert vor allem die Lebensqualität, nicht die objektiven Denkleistungen.
Training fürs Gehirn: Was die NeuroNation-Studie wirklich zeigt
Die randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die App NeuroNation MED an 77 Probanden zwischen 18 und 60 Jahren. Zwölf Wochen lang trainierten sie dreimal pro Woche für 30 bis 40 Minuten.
Das Ergebnis überrascht: Die Teilnehmer berichteten von einer gesteigerten psychischen Lebensqualität und subjektiv besseren kognitiven Fähigkeiten. In objektiven Tests ließen sich jedoch keine signifikanten Verbesserungen nachweisen. Die im Journal of Psychiatric Research veröffentlichte Studie zeigt: Digitale Interventionen fördern vor allem das Wohlbefinden.
Wenn das Gehirn anders lernt: Neue Erkenntnisse zu ADHS
Forscher der University of British Columbia untersuchten gängige Fokus-Apps – mit ernüchterndem Ergebnis: Für neurodivergente Menschen sind viele Anwendungen schlicht wirkungslos. Die Experten empfehlen stattdessen aufgabenbasierte Regeln und digitales Stimming.
Eine Studie im Journal of Attention Disorders mit 226 Universitätsstudenten liefert die neurologische Erklärung: Bei Menschen mit ADHS-Merkmalen bleibt ein bestimmter Lernvorteil aus, der bei anderen automatisch greift. Die schwächere Reaktionshemmung führt bei ihnen nicht zu besserem statistischen Lernen.
Die Helsinki Design School fand heraus: Kombinierte analog-digitale Notizsysteme steigern die Erinnerungsleistung um 27 Prozent. Erfahren Sie in diesem Leitfaden, wie Sie ein solches System Schritt für Schritt aufbauen – und gleichzeitig Technostress vermeiden. Hybrid-Notizsystem-Leitfaden jetzt anfordern
Hybride Lösungen zeigen dagegen Erfolg: Die Helsinki Design School fand heraus, dass kombinierte analog-digitale Notizsysteme die Erinnerungsleistung um 27 Prozent steigern.
Die Schattenseite: Selbstdiagnosen und Kommerzialisierung
Soziologin Laura Wiesböck warnt in einer Analyse vom 25. Juli vor einem gefährlichen Trend: Soziale Medien romantisieren und kommerzialisieren psychische Krankheiten. Influencer-Inhalte verharmlosen klinische Krankheitsbilder und fördern ungesicherte Selbstdiagnosen.
Digitales Wohlbefinden: Achtsamkeit gegen Technostress
Viele Fokus-Apps sind für neurodivergente Menschen wirkungslos – das zeigt eine Studie der University of British Columbia. Stattdessen empfehlen Experten aufgabenbasierte Regeln und digitales Stimming. Unser Leitfaden liefert die 3 wichtigsten Regeln und eine Checkliste für achtsame Technologienutzung. Regeln und Checkliste jetzt sichern
Die University of Nottingham untersuchte 400 Erwerbstätige mit der Digital Mindfulness Scale. Ergebnis: Ein bewusster Umgang mit Technologie kann Technostress reduzieren. Neue Apps setzen daher auf Reflexionsfragen und fest definierte Nutzungssitzungen – statt endloses Scrollen.
Der Trend zeigt sich auch in Umfragen: 54 Prozent der britischen Erwachsenen befürworten automatische Sperrfunktionen für die Nacht. Der Schutz der psychischen Gesundheit wird zum digitalen Standard.
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