Kopfballspiel: Studie belegt 31% Depressionen bei Ex-Profis
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Gericht in Stockport fällte am 15. Juli ein wegweisendes Urteil zur Todesursache von Fußball-Weltmeister Nobby Stiles.
Der 2020 im Alter von 78 Jahren verstorbene Stiles litt an chronisch-traumatischer Enzephalopathie (CTE). Die Gerichtsmedizinerin Alison Mutch stellte Alzheimer in Verbindung mit CTE als Todesursache fest.
140.000 Kopfbälle in 17 Jahren
Der Neuropathologe Daniel Du Plessis zeigte sich überzeugt: Das häufige Köpfen des Balls verursachte die Erkrankung. Stiles absolvierte während seiner Karriere schätzungsweise 140.000 Kopfbälle – rund 40 pro Trainingstag.
Bereits im Januar 2026 stellte ein Gericht im Fall des verstorbenen Spielers Gordon McQueen einen Zusammenhang zwischen dessen Gehirnerkrankung und dem Kopfballspiel fest.
Klagen gegen den Verband
Die Hinterbliebenen verklagen den englischen Fußballverband (FA) sowie die Verbände FAW und EFL wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht. Die Verbände argumentieren: Ein kausaler Zusammenhang sei wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei belegt.
Doch die Beweislast wächst. Neue Forschungsergebnisse, präsentiert auf der Konferenz der Alzheimer’s Association im Juli 2026, untermauern die Sorgen.
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Studie: Ex-Profis leiden häufiger unter Depressionen
Eine Untersuchung von 142 ehemaligen Profifußballern (30 bis 60 Jahre) im Vergleich mit 56 Kontrollpersonen zeigt alarmierende Werte:
- Depressionen: 31 Prozent der Ex-Profis zeigten klinisch signifikante Symptome – in der Kontrollgruppe nur 9 Prozent.
- Angststörungen: 42 Prozent der ehemaligen Spieler wiesen Anzeichen auf (Kontrollgruppe: 25 Prozent).
- Hirnstruktur: MRT-Aufnahmen belegten ein geringeres Volumen der grauen Substanz in Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsregionen. Bei zwei Prozent der Scans zeigte sich eine klinisch relevante Atrophie.
Die Autoren setzen die Untersuchungen fort, um die Langzeitentwicklung weiter zu beobachten.
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FA reagiert: Weniger Kopfbälle im Jugendtraining
Der englische Verband hat bereits Maßnahmen eingeleitet. Bis 2026 soll das Köpfen im Training für Altersklassen bis zur U11 vollständig gestrichen werden.
Die Verbände betonen zwar weiterhin, die wissenschaftliche Beweisführung sei nicht abgeschlossen. Doch die juristischen Entscheidungen der ersten Jahreshälfte 2026 könnten den Druck erhöhen, Sicherheitsstandards im Profisport grundlegend zu überarbeiten.
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