Krafttraining, Studie

Krafttraining: Studie belegt 27% weniger Demenz-TodesfÀlle

25.06.2026 - 06:10:54 | boerse-global.de

RegelmĂ€ĂŸiges Krafttraining reduziert das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz deutlich, wie Langzeitstudien zeigen.

Krafttraining senkt Sterberisiko: Neue Studien belegen Effekte
Krafttraining - Senioren trainieren mit Hanteln und WiderstandsbĂ€ndern in einem modernen Fitnessstudio, um ihre Muskelkraft und Gesundheit zu verbessern. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das belegen gleich mehrere Langzeitstudien.

Die Zahlen sprechen fĂŒr sich

Eine Harvard-Studie im British Journal of Sports Medicine hat ĂŒber 147.000 Teilnehmer 30 Jahre lang begleitet. Ergebnis: 90 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche senken das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent. Noch deutlicher wird es bei spezifischen Todesursachen: Das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt um 19 Prozent, fĂŒr demenzbedingte TodesfĂ€lle sogar um 27 Prozent.

Die maximale Schutzwirkung erzielt die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Wer zusÀtzlich 150 Minuten moderates Ausdauertraining absolviert, senkt sein Sterberisiko um insgesamt 45 Prozent.

Frauen profitieren besonders

Eine ergĂ€nzende Studie im JACC mit ĂŒber 117.000 Frauen zeigt: Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche reduzieren das Risiko fĂŒr schwere Herzkrankheiten um 20 Prozent, fĂŒr Herzinfarkte sogar um 44 Prozent. Jede weitere Trainingsstunde bringt fĂŒnf Prozent zusĂ€tzliche Risikosenkung.

Eine Arbeit in JAMA Networks weist zudem darauf hin, dass niedrige Muskelkraft bei Àlteren Frauen zwischen 63 und 99 Jahren mit einem bis zu sechsfach höheren Sterberisiko einhergehen kann.

Krafttraining statt DiÀtwunder

Beim Gewichtsmanagement spielt Muskelaufbau eine zentrale Rolle. Dr. Thomas Mansfeld vom Asklepios Westklinikum Hamburg betont: Krafttraining verhindert den Abbau von Muskelmasse wÀhrend einer Gewichtsreduktion. Das gilt besonders bei modernen medikamentösen Therapien wie GLP-1-PrÀparaten.

Im direkten Vergleich: Pilates verbrennt etwa 80 bis 180 Kalorien pro 50 Minuten. FĂŒr signifikanten Fettabbau reicht das meist nicht – sofern keine negative Energiebilanz vorliegt.

Was die WHO empfiehlt

Anzeige

Die Harvard-Studie zeigt: 90 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Demenz-Risiko um 27%. Wie Sie diese Übungen einfach zu Hause umsetzen, zeigt der kostenlose Trainingsplan. Jetzt 7-Minuten-Routine anfordern

Die Weltgesundheitsorganisation rÀt Erwachsenen zu mindestens zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche, ergÀnzt durch 150 bis 300 Minuten AusdaueraktivitÀt.

FĂŒr Menschen ab 65 Jahren kommen an drei Tagen pro Woche GleichgewichtsĂŒbungen dazu. Der Sportmediziner Robert Fritz von der Wiener Sportordination erklĂ€rt: Krafttraining stabilisiert die Gelenke und verbessert die Körperhaltung – wichtiger fĂŒr die Beweglichkeit als reines Dehnen.

Empfohlene Übungen gegen Gleichgewichtsverlust: Einbeinstand, kontrolliertes Aufstehen und Hinsetzen sowie der Tandemgang.

Die richtige TrainingsintensitÀt

FĂŒr effektiven Muskelaufbau empfehlen Fachleute 6 bis 15 Wiederholungen bei 60 bis 80 Prozent des Maximalgewichts. Wer seine Maximalkraft steigern will, trainiert mit 1 bis 6 Wiederholungen bei 80 bis 100 Prozent IntensitĂ€t.

Interessant: Der zusÀtzliche Nutzen flacht ab mehr als 120 Minuten Krafttraining pro Woche ab. Die höchste Schutzwirkung erzielt die Kombination mit Ausdauersport.

ErnÀhrung als ErgÀnzung

Eine im Mai 2026 in Cell Metabolism veröffentlichte Studie des Forschers Valter Longo zeigt: Eine pflanzliche DiÀt, angereichert mit bestimmten AminosÀuren wie Methionin, kann Fettmasse reduzieren und gleichzeitig Muskelmasse erhalten.

Anzeige

Besonders Frauen ĂŒber 50 profitieren von Krafttraining: Bereits 2 Stunden pro Woche senken das Herzinfarkt-Risiko um 44%. Der kostenlose Leitfaden zeigt die 5 effektivsten Übungen fĂŒr Senioren – Schritt fĂŒr Schritt erklĂ€rt. Trainingsplan fĂŒr Frauen 50+ sichern

Analysen von ĂŒber 200.000 Menschen legen nahe: Hoher Konsum von tierischem Eiweiß kann das Diabetes-Risiko verdoppeln. Kritiker weisen auf mögliche Interessenkonflikte hin – der leitende Forscher hĂ€lt Anteile an einem Unternehmen, das entsprechende Proteinpulver vertreibt.

Als allgemeiner Standard fĂŒr gesundes Altern gelten weiterhin die mediterrane ErnĂ€hrung sowie ausreichend Schlaf von sieben bis neun Stunden.

de | wissenschaft | 69621369 |