Krebsprävention: Fünf gesunde Gewohnheiten senken das Risiko um 29 Prozent
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine umfassende Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auf Basis von Daten der britischen UK Biobank belegt das erhebliche Potenzial präventiver Verhaltensweisen. Wie aus einem Bericht des DKFZ vom 7. Oktober 2026 hervorgeht, lässt sich das Risiko für zahlreiche bösartige Tumorerkrankungen durch die Einhaltung grundlegender Gesundheitsempfehlungen substanziell verringern.
Für die im Fachmagazin British Journal of Cancer erschienene Arbeit werteten die Forschenden Daten von 287.745 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus, die zu Studienbeginn frei von einer Krebserkrankung waren. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 11,5 Jahren hinweg wurden in dieser Gruppe 12.947 Krebsdiagnosen registriert.
Messung von fünf zentralen Verhaltensfaktoren
Zur Quantifizierung des Lebensstils bildeten die Forschenden einen Score, der zwischen null und fünf Punkten umfasste. In die Bewertung flossen fünf definierte Kriterien ein:
- Rauchstatus: niemals regelmäßiges Rauchen beziehungsweise weniger als 30 Packungsjahre
- Körpergewicht: ein Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 18,5 und weniger als 25
- körperliche Aktivität: ausreichend Bewegung
- Ernährungsverhalten: eine hohe Ernährungsqualität
- Alkoholkonsum: maximal 12 Gramm pro Tag für Frauen sowie maximal 24 Gramm pro Tag für Männer
In der statistischen Hauptanalyse verglich das DKFZ-Team Personen mit einem günstigen Lebensstilprofil (vier bis fünf Punkte) mit der Vergleichsgruppe, die höchstens eine Empfehlung (null bis einen Punkt) erfüllte.
Deutliche Risikoreduktion bei zahlreichen Tumorarten
Die Auswertung ergab für Personen mit vier bis fünf Punkten ein im gesamten Beobachtungszeitraum um 29 Prozent niedrigeres Krebsrisiko. Auf Ebene einzelner Diagnosen erwies sich der vorteilhafte Effekt bei 13 von 27 separat untersuchten Krebsarten als statistisch signifikant.
Dazu zählten Tumoren der Lunge, des Darms, des Magens, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Niere und der Blase sowie postmenopausaler Brustkrebs. Rauchen war für sich genommen signifikant mit 12 Krebsarten assoziiert, während Übergewicht mit 10 Krebsarten in Verbindung stand.
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Besonders ausgeprägt zeigte sich die relative Risikosenkung bei Tumoren des oberen Atmungs- und Verdauungstrakts: In der Gruppe mit vier bis fünf gesunden Gewohnheiten lag das relative Risiko für Kehlkopfkrebs um 88 Prozent und für Lungenkrebs um 81 Prozent niedriger als bei höchstens einem Punkt.
Für Leberkrebs betrug das Minus 56 Prozent, für Bauchspeicheldrüsenkrebs 48 Prozent, für Weichteilsarkome 39 Prozent, für Darmkrebs 35 Prozent und für Nierenkrebs 27 Prozent. Einen abweichenden Befund beobachteten die Wissenschaftler hingegen bei Prostatakrebs: Hier war das relative Risiko in der Gruppe mit vier bis fünf gesunden Verhaltensweisen um 11 Prozent höher.
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Bevölkerungsbezogene Bedeutung für die Prävention
Ergänzend ermittelte das DKFZ den bevölkerungsbezogenen zurechenbaren Anteil (PAF), der angibt, welcher Anteil an Krebserkrankungen theoretisch vermieden werden könnte, wenn alle fünf Lebensstilempfehlungen eingehalten würden.
Bei Nichteinhaltung der Empfehlungen entfielen auf diese Faktoren rechnerisch 65,5 Prozent (circa 66 Prozent) der Kehlkopfkrebserkrankungen, 51,9 Prozent (circa 52 Prozent) der Lungenkrebsfälle sowie 30,2 Prozent (circa 30 Prozent) der Rachenkrebserkrankungen.
Für Speiseröhrenkrebs belief sich der PAF auf 29,9 Prozent, für Magenkrebs auf 25,9 Prozent und für Bauchspeicheldrüsenkrebs auf 24 Prozent. Auch für Leber- und Darmkrebs erwies sich dieser zurechenbare Anteil als relevant.
