Krebstherapie, Gezieltes

Krebstherapie: Gezieltes Training lindert Nebenwirkungen und stÀrkt Immunabwehr

13.06.2026 - 03:09:58 | boerse-global.de

Aktuelle Studien und Leitlinien belegen: Gezieltes Training verbessert LebensqualitÀt und lindert Nebenwirkungen von Krebstherapien.

Bewegung als Therapie: Neue Leitlinien stÀrken Sport bei Krebs
Krebstherapie - Eine Person in Sportkleidung, die leichte Übungen macht, möglicherweise auf einem Ergometer, in einer modernen medizinischen Umgebung. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Leitlinien und Studien belegen: Gezieltes Training steigert die LebensqualitÀt und lindert Nebenwirkungen klassischer Krebstherapien.

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Neue Standards durch die S3-Leitlinie

Die neue S3-Leitlinie fĂŒr KomplementĂ€rmedizin gibt Bewegung erstmals eine klare „Soll“-Empfehlung fĂŒr Krebspatienten. Das Bayerische Zentrum fĂŒr Krebsforschung (BZKF) betont: Sport kann Erschöpfung und MuskelschwĂ€che positiv beeinflussen und gilt wĂ€hrend der Therapie als sicher.

Die Leitlinie behandelt auch andere komplementÀrmedizinische AnsÀtze. Sie empfiehlt die Messung und Substitution des Vitamin-D-Spiegels. Akupunktur kann spezifische Nebenwirkungen mildern.

Gleichzeitig warnen Experten vor unkontrollierten Wechselwirkungen. Grapefruit, Kurkuma oder Johanniskraut sollten wĂ€hrend bestimmter Therapien nur mit großer Vorsicht eingenommen werden – oder gar nicht. Die Misteltherapie erhĂ€lt eine „Kann“-Empfehlung, ist aber nicht fĂŒr alle Krebsarten geeignet.

Forschung zu Lungenkrebs und „Chemo Brain“

Die Medizinische UniversitĂ€t Graz untersucht in der Studie „Exercise and the Immune Response in Lung Cancer“, wie Training auf dem Fahrradergometer die Immunantwort bei Lungenkrebspatienten beeinflusst. Die Forscher beobachten einen messbaren Anstieg der Zytokin-Werte. Ziel ist eine zwölfwöchige Trainingstherapie, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Lungenkrebs ist in Österreich mit rund 4.000 TodesfĂ€llen pro Jahr eine der hĂ€ufigsten Krebstodesursachen.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Linderung kognitiver BeeintrĂ€chtigungen – das sogenannte „Chemo Brain“. Eine US-Phase-II-Studie mit 86 Teilnehmern testete das Heimtrainingsprogramm EXCAP, das Geh- und Krafttraining kombiniert. Die Ergebnisse zeigen: Patienten, die das Programm absolvierten, schnitten in Aufmerksamkeitstests besser ab als die Kontrollgruppe. Bis zu 80 Prozent aller Chemotherapie-Patienten leiden unter kognitiven EinschrĂ€nkungen. Die Forscher fordern nun grĂ¶ĂŸere Folgestudien.

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PrÀoperative Fitness und regionale Angebote

Auch in der gynĂ€kologischen Onkologie gewinnt Bewegung an Bedeutung. Die KORE-Studie, vorgestellt auf dem ESGO-Kongress im Februar 2026 in Kopenhagen, belegt die Vorteile eines intensiven Fitnessprogramms vor einer Operation bei Eierstockkrebs. Die RUBY-Studie und die PORTEC-4a-Studie untersuchten zudem molekularbasierte Therapien und Überlebensvorteile durch Chemoimmuntherapien.

Parallel zur Forschung entstehen regionale Strukturen. In Dresden beteiligten sich Anfang Juni ĂŒber 2.000 LĂ€ufer an einem Benefizlauf, dessen Erlöse Bewegungsangebote fĂŒr Krebspatienten finanzieren. In Ingolstadt gibt es regelmĂ€ĂŸige, kostenfreie Kurse wie das monatliche Format „Bewegt in den Tag“. Der fĂŒr Ende Juni in Rostock geplante Kongress zur ErnĂ€hrung und PrĂ€vention zeigt den steigenden Informationsbedarf der Betroffenen – an der Schnittstelle zwischen medizinischer Behandlung und lebensstilorientierter UnterstĂŒtzung.

de | wissenschaft | 69531075 |