Kreislaufwirtschaft, Kommunen

Kreislaufwirtschaft: Kommunen und Industrie treiben Recycling voran

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Projekte in Markdorf, Bottrop und Schwedt zeigen, wie Tauschbörsen und High-Tech-Recycling die Kreislaufwirtschaft stÀrken.

Kreislaufwirtschaft: Kommunen und Industrie treiben Recycling voran
Ein modern eingerichtetes Zentrum fĂŒr Reparatur und Warenaustausch mit aufgearbeiteten Möbeln und HaushaltsgegenstĂ€nden. Illustration mit AI erstellt.

Ob Tauschbörse oder High-Tech-Recycling – die Kreislaufwirtschaft erobert immer mehr Bereiche. Kommunale Initiativen und Industrieunternehmen treiben das Konzept parallel voran.

Kommunale Netzwerke: Tauschen, reparieren, weitergeben

In Markdorf hilft das Mehrgenerationenhaus mit einem Möbel- und Fahrradkreisel. Kleinmöbel, ElektrogerĂ€te und FahrrĂ€der landen so bei Alleinerziehenden oder BĂŒrgergeld-Beziehern. Die Spendenannahme lĂ€uft wöchentlich im Heggbacher Hof. Dazu kommt das „Cafe OHa“: ein Repair-CafĂ© fĂŒr ElektrokleingerĂ€te und Textilien, kombiniert mit Second-Hand-Markt.

Bottrop geht einen Schritt weiter. Das Projekt „bottrop.gemeinsam.zirkulĂ€r“ (bogezi) schafft eine zentrale Anlaufstelle fĂŒrs Tauschen, Reparieren und Lernen. Beteiligt sind die Hochschule Ruhr West, das Prosperkolleg und die Handwerkskammer MĂŒnster. Das Land NRW und die EU fördern das Vorhaben bis MĂ€rz 2028.

Industrie setzt auf Rohstoff-RĂŒckgewinnung

Ein Unternehmen aus Sulingen – seit Februar 2026 Teil der EGE Kimya-Gruppe – hat ein Verfahren fĂŒr keramische Mahlperlen entwickelt. Die Perlen werden gereinigt und geprĂŒft. Das ermöglicht eine vollstĂ€ndige Verwertung ohne Abwasser und senkt die Entsorgungskosten fĂŒr Kunden.

In Schwedt an der Oder entstehen neue KapazitĂ€ten fĂŒr biobasierte Materialien. Das Start-up Outnature plant eine Strohfaseranlage – Investition im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen jĂ€hrlich rund 7.000 Tonnen Strohfasern produziert werden. Sie ersetzen herkömmlichen Kraftliner. Parallel entsteht ein Reallabor fĂŒr grĂŒne Chemie und Bioökonomie, das Ende 2029 Start-ups im Bereich nachwachsender Rohstoffe fördern soll.

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Auto, Stromspeicher, Bau: Spezielle KreislÀufe

JLR zeigte mit dem Konzeptfahrzeug „Cornerstone“, wie Recycling im Automobilbau funktioniert. Das Modell enthĂ€lt 140 Kilogramm mehr Recyclingmaterialien als ĂŒblich – darunter vollstĂ€ndig recyceltes Glas und Lautsprechermagnete mit 95 Prozent Recyclinganteil.

In Weißenohe startete eine Tauschbörse fĂŒr gebrauchte Heimspeicher. Privatleute können direkt handeln. Ein Fachunternehmen ĂŒbernimmt den fachgerechten Abbau und die zertifizierte Neuinstallation.

Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft und das Netzwerk Circle wollen die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen stĂ€rken. Ihr Ziel: bessere rechtliche Rahmenbedingungen fĂŒr Recyclingbaustoffe und deren BerĂŒcksichtigung in öffentlichen Ausschreibungen.

Was kommt als NĂ€chstes?

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Die EU fördert kĂŒnftig Projekte zur Exploration, zum Recycling und zur Substitution kritischer Rohstoffe. Die Fachmesse „Kunststoff Produkte Aktuell“ in Schkeuditz zeigt im September neue AnsĂ€tze fĂŒr kreislauffĂ€higes Design. Zu sehen sind unter anderem Schuhe aus recyceltem Material und Verfahren zum enzymatischen Recycling von Polyester.

Berlin Packaging Rixius bietet in Kooperation mit Dienstleistern die RĂŒcknahme und Verwertung von Kunststoffverpackungen an. So sollen Unternehmen die Anforderungen der europĂ€ischen Verpackungsverordnung und nationaler Gesetze erfĂŒllen.

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