Lachspeptide: Neue Studie zeigt 10,7% Körperfettabbau
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue klinische Studie zeigt überraschende Effekte von Lachs-Proteinhydrolysat auf Körperfett und Blutwerte. Parallel drängen orale GLP-1-Medikamente auf den Markt.
Bioaktive Lachspeptide: Ergebnisse einer Pilotstudie
Am 27. Juli 2026 veröffentlichte die Fachzeitschrift Biomedicines eine randomisierte, doppelblinde Pilotstudie. 14 übergewichtige Probanden erhielten 56 Tage lang täglich 12 Gramm ProGo – ein spezielles Lachs-Proteinhydrolysat von Hofseth BioCare. Die Kontrollgruppe bekam Molkenprotein.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: Der Hämoglobinwert stieg um 3,8 Prozent, die Anzahl der roten Blutkörperchen um 7,5 Prozent. Der Ferritinspiegel legte um 13,4 Prozent zu. Besonders auffällig: Ein kombinierter Score für Haare, Nägel und Haut verbesserte sich um 39,1 Prozent.
Noch interessanter sind die metabolischen Effekte. Der Taillenumfang reduzierte sich um 7,7 Prozent, der BMI um 7 Prozent. Der Körperfettanteil sank um 10,7 Prozent, während die fettfreie Masse um 13,3 Prozent zunahm. Auch Entzündungsmarker und Glukosekontrolle verbesserten sich.
Dr. Crawford Currie, Forschungsleiter bei Hofseth BioCare, betont die Bedeutung für die metabolische Gesundheit – verweist aber auf die Notwendigkeit größerer Folgestudien.
Orale GLP-1-Agonisten: Neue Wirkstoffklasse auf dem Vormarsch
Parallel zu supplementären Ansätzen schreitet die pharmazeutische Entwicklung voran. Orforglipron, ein niedermolekularer GLP-1-Agonist, wurde Anfang April 2026 in den USA zugelassen. Die Markteinführung in der EU wird für Ende 2026 erwartet.
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Die Studienlage ist beeindruckend: In der ACHIEVE-1-Studie sank der HbA1c-Wert bei Diabetes-Patienten um bis zu 1,48 Prozent. Die ATTAIN-1-Studie zeigte bei Adipositas-Patienten nach 72 Wochen einen Gewichtsverlust von 11,2 Prozent gegenüber Placebo.
Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien weist jedoch auf ein Problem hin: Ohne dauerhafte Lebensstiländerung kommt es nach dem Absetzen häufig zur erneuten Gewichtszunahme. Nach rund eineinhalb Jahren sei der ursprüngliche Effekt oft aufgehoben.
Nebenwirkungen und Risikoprofile im Fokus
Mit der breiten Anwendung von GLP-1-Medikamenten rücken spezifische Risiken in den Vordergrund. Eine Studie vom 25. Juli 2026 verglich rund 50.000 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes. Ergebnis: Unter GLP-1-Therapie lag das Risiko für Haarausfall um 37 Prozent höher als unter SGLT-2-Inhibitoren. Gegenüber DPP-4-Inhibitoren betrug der Unterschied sogar 68 Prozent. Als wahrscheinliche Ursache gilt der schnelle Gewichtsverlust mit reduzierter Kalorienaufnahme.
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Dafür zeigen sich positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System. Daten der ADA Scientific Sessions 2026 deuten darauf hin: Bei Patienten mit Adipositas und Autoimmunerkrankungen war die Rate an Lungenembolien um 31 Prozent niedriger, die Sterblichkeit um 44 Prozent. Eine signifikante Reduktion von Schlaganfällen oder Herzinfarkten ließ sich in dieser Analyse allerdings nicht belegen.
Milliardenmarkt Adipositas: Wer investiert?
Der Markt für Adipositas-Behandlungen boomt. Schätzungen gehen von einem weltweiten Potenzial von über 100 Milliarden US-Dollar aus. Große Pharmaunternehmen positionieren sich durch Zukäufe: Roche übernahm Carmot Therapeutics für rund 3 Milliarden US-Dollar. Eine Kooperation mit Zealand könnte ein Volumen von bis zu 5,4 Milliarden US-Dollar erreichen.
Branchenexperten erwarten, dass in den kommenden zwei Jahren bis zu 24 verschiedene Produkte zur Gewichtsreduktion verfügbar sein könnten. In den USA sind orale Alternativen zur Injektion bereits auf dem Markt. In Märkten wie der Schweiz wird eine Zulassung solcher Tabletten frühestens für 2027 prognostiziert. Mit verstärkter Konkurrenz durch Generika rechnet die Branche ab den 2030er Jahren.
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