Streit um Wisente: Runder Tisch will Herdenmanagement
22.09.2023 - 14:43:02Im langjĂ€hrigen Konflikt um Deutschlands einzige freilebende Wisent-Herde in SĂŒdwestfalen sieht der Vorschlag eines Runden Tisches eine Dezimierung der herumziehenden Tiere vor.
Die Zahl sollte von aktuell 40 so schnell wie möglich auf 20 bis 25 verringert werden, sagten die ehemaligen Minister von Nordrhein-Westfalen Ursula Heinen-Esser (CDU) und Johannes Remmel (GrĂŒne) am Freitag in einer Pressekonferenz in Siegen. Die beiden Politiker hatten seit Jahresbeginn mit einem Runden Tisch in dem heftigen, auch juristisch ausgetragenen Streit zwischen den Beteiligten moderiert.
Die Tiere sollten eingefangen und zu anderen Herden in Europa transportiert werden, hieĂ es. Eine Stiftung mit Beteiligung der öffentlichen Hand solle zudem die Arbeit des bisherigen TrĂ€gervereins fortfĂŒhren. Das Umweltministerium von Nordhrein-Westfalen betonte, dass es sich dabei um Empfehlungen des Runden Tisches handele und noch keine abschlieĂenden Entscheidungen getroffen worden seien.
SchÀden in WÀldern
Laut Waldbauernverband verursachen die Wisente erhebliche SchĂ€den in den WĂ€ldern. Auf der anderen Seite steht der Arten- und Naturschutz. Klagende Waldbesitzer hatten gegenĂŒber dem TrĂ€gerverein Forderungen von rund 250.000 Euro jĂ€hrlich in Aussicht gestellt. Daraufhin hatte der Verein Insolvenz angemeldet.
Zum Herdenmanagement soll laut Vorschlag des Runden Tisches der schnelle Bau eines Fanggatters fĂŒr die mĂ€chtigen Tiere gehören und die Wisente sollen Sender zur Standortfeststellung bekommen. AuĂerdem schlĂ€gt der Runde Tisch einen Fonds fĂŒr den Ausgleich von Wisent-SchĂ€den vor.
Der Streit geht auf das Jahr 2013 zurĂŒck, als eine achtköpfige Herde im Wittgensteiner Land freigesetzt worden war. Die Herde wanderte, vermehrte sich und verursachte SchĂ€den an BĂ€umen.


