LDL-Ziel unter 55 mg/ dL: Studie zeigt 33 Prozent weniger schwere Ereignisse
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Klinische Untersuchungen belegen die zentrale Bedeutung einer strikten Kontrolle des LDL-Cholesterinspiegels zur Vorbeugung schwerer GefĂ€Ăerkrankungen. Eine am 28. MĂ€rz 2026 vorgestellte Untersuchung der UniversitĂ€t Yonsei, die Ez-PAVE-Studie, liefert dazu neue Daten aus 17 Zentren in SĂŒdkorea, wie ein Bericht vom 8. Oktober 2026 darlegt.
Demnach senkte ein angestrebter LDL-Zielwert von unter 55 mg/dL bei 3.048 Patienten mit bestehender atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung das Risiko fĂŒr das Auftreten schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse um 33 Prozent im Vergleich zu einem Zielwert von unter 70 mg/dL.
Hohe RĂŒckfallraten und Defizite beim Erreichen von Zielwerten
Das Risiko fĂŒr erneute GefĂ€ĂverschlĂŒsse nach einer Ersterkrankung bleibt auf hohem Niveau. Die REALITY-Studie ergab, dass etwa einer von vier Patienten mit einer atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankung innerhalb von zwei Jahren ein weiteres vaskulĂ€res Ereignis erlitt.
Auch bei Personen mit leichtem Schlaganfall oder einer transitorischen ischĂ€mischen Attacke (TIA), die frĂŒhzeitig in spezialisierten Einheiten untersucht wurden, lag das kumulierte FĂŒnf-Jahres-Risiko fĂŒr einen Schlaganfall, ein akutes Koronarsyndrom oder einen kardiovaskulĂ€ren Tod bei 12,9 Prozent.
Gleichzeitig verfehlen 78 Prozent der Patienten mit etablierter Herz-Kreislauf-Erkrankung die Vorgaben der europĂ€ischen Fachgesellschaften ESC und EAS. Vor diesem Hintergrund starteten CardioAlianza, Daño Cerebral Estatal und Novartis am Hospital Universitario Virgen del RocĂo in Sevilla die Initiative âTu LĂnea Roja 55â.
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Die Kampagne zur SekundÀrprÀvention nach Herzinfarkten, ischÀmischen SchlaganfÀllen oder anderen atherosklerotischen Ereignissen zielt darauf ab, den Wert bei sehr hohem Risiko leitliniengerecht unter 55 mg/dL zu senken. In Spanien fordern Herz-Kreislauf-Erkrankungen jÀhrlich mehr als 113.000 Menschenleben; im Jahr 2025 wurden allein in Andalusien 19.687 TodesfÀlle verzeichnet.
Risikofaktoren und therapeutische Optionen der Lipidsenkung
Wie bei den Pravenire Gesundheitstagen in Eisenstadt erörtert wurde, liegt der durchschnittliche LDL-Wert in Ăsterreich bei 135 mg/dl, wĂ€hrend der Richtwert fĂŒr gesunde Personen mit niedrigem Risiko unter 116 mg/dl angesetzt wird.
Ein Wert von 125 mg/dl fĂŒhrt statistisch betrachtet im Schnitt im Alter von 64 Jahren zum ersten Herzinfarkt, wĂ€hrend dieser Wert bei einem Niveau von 80 mg/dl rechnerisch erst bei 100 Jahren liegt.
Nach einem Herzinfarkt, Kathetereingriff oder Bypass erreichen jedoch lediglich 44 Prozent der Betroffenen den empfohlenen Zielwert von unter 55 mg/dl, obwohl Plaques in den GefĂ€Ăen bereits unterhalb von 70 mg/dl nicht mehr weiter anwachsen.
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Den Angaben der Veranstaltung zufolge haben Lipide einen Anteil von 49 Prozent an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere relevante Faktoren sind das Rauchen mit 36 Prozent, psychosoziale EinflĂŒsse mit 33 Prozent, Bauchfett mit 20 Prozent, Bluthochdruck mit 18 Prozent sowie Diabetes mit 10 Prozent.
FĂŒr die medikamentöse Therapie stehen mehrere Stufen zur VerfĂŒgung: Statine der ersten Generation ermöglichen eine Absenkung des LDL-Wertes um 30 Prozent, hochwirksame Statine um 50 Prozent, die Kombination mit Ezetimib um 65 Prozent und der zusĂ€tzliche Einsatz von PCSK9-Hemmstoffen um 85 Prozent.
Die Relevanz einer effektiven Behandlung unterstreicht auch eine IHS-Studie: Der jĂ€hrliche volkswirtschaftliche Schaden durch erhöhte Cholesterinwerte belĂ€uft sich in Ăsterreich auf 1,17 Milliarden Euro.

