Studie, Freilaufende

Studie: Freilaufende Katzen gefÀhrden die Artenvielfalt

13.12.2023 - 13:49:23 | dpa.de

Maus oder Fledermaus, Spatz oder Zaunkönig: Auch in Deutschland bekommen Katzenbesitzer gerne mal Beute ihrer Lieblinge vor die FĂŒĂŸe gelegt. Damit bedrohen sie die Artenvielfalt, mahnen Forschende.

Ein schwarzer Kater sitzt wÀhrend seiner Jagd nach Vögeln auf einem Nistkasten an einem Baum. - Foto: Patrick Pleul/dpa
Ein schwarzer Kater sitzt wÀhrend seiner Jagd nach Vögeln auf einem Nistkasten an einem Baum. - Foto: Patrick Pleul/dpa

Freilaufende Katzen haben einer Studie zufolge ein sehr breites Beutespektrum und gefÀhrden vielerorts die Artenvielfalt. Die Analyse etwa von Kotproben zeige, dass Hauskatzen wahllose RÀuber sind, die im Wesentlichen jede Art von Tier fressen, das sie in irgendeinem Lebensstadium erbeuten können, erlÀutert das Forschungsteam im Fachjournal «Nature Communications». Freilaufende Katzen zÀhlten damit zu den problematischsten invasiven Arten der Welt.

Die Gruppe um Christopher Lepczyk von der Auburn University (USA) hatte mehr als 500 Studien in eine Meta-Analyse einbezogen. Insgesamt seien darin ĂŒber 2000 Arten von Beutetieren weltweit erfasst. Dabei gebe es nur wenige Analysen aus Afrika sowie Teilen Eurasiens und SĂŒdamerikas. Zudem seien wirbellose Tiere unterreprĂ€sentiert, weil sie in Kotproben nur eingeschrĂ€nkt nachzuweisen seien. Die tatsĂ€chliche Artenzahl liege also wahrscheinlich noch deutlich höher.

Besorgniserregend ist den Forschenden zufolge der hohe Anteil gefĂ€hrdeter Arten. Katzen werden demnach bereits mit dem Aussterben zahlreicher Vogel-, SĂ€ugetier- und Reptilienarten in Verbindung gebracht. 347 (17 Prozent) der fĂŒr die aktuelle Studie erfassten Arten seien in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aufgefĂŒhrt.

Weltweit verbreitet

Katzen leben, mit Ausnahme der Antarktis, auf allen Kontinenten und wurden auf hunderten Inseln eingefĂŒhrt, was sie zu einer der am weitesten verbreiteten Tierarten der Erde macht. Und nicht nur durch ihren ErnĂ€hrungsstil bedrohen Katzen die Artenvielfalt: Sie ĂŒbertragen Krankheiten auf Wildtiere, zudem beeinflussen und verdrĂ€ngen sie unzĂ€hlige Arten, wie das Team um Lepczyk erklĂ€rt. Es bedĂŒrfe dringend mehr Maßnahmen und Initiativen zur Reduzierung der Auswirkungen freilebender Katzen.

Allein in Deutschland leben nach SchÀtzungen derzeit mehr als 15 Millionen Hauskatzen, die dem Naturschutzbund (Nabu) zufolge jÀhrlich Dutzende Millionen Vögel töten. Weltweit gibt es nach Hochrechnungen hunderte Millionen Hauskatzen.

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