Microsoft, Quantensichere

Microsoft: Quantensichere Verschlüsselung bereits 2029 statt 2033

01.07.2026 - 13:26:08 | boerse-global.de

Microsoft will kritische Systeme bereits 2029 gegen Quantenangriffe absichern. Grund sind wachsende Bedrohungen durch „Harvest now, decrypt later“-Attacken.

Microsoft beschleunigt Umstellung auf quantensichere Verschlüsselung
Microsoft - Abstraktes Bild mit leuchtenden geometrischen Mustern und Leiterplattenelementen, die Quantencomputing und Datensicherheit symbolisieren. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Technologiekonzern will seine Systeme bereits 2029 gegen Quantenangriffe wappnen – vier Jahre früher als geplant.

Microsoft reagiert auf die rasanten Fortschritte in der Quantenforschung und verschärft seinen Zeitplan für die Umstellung auf quantensichere Verschlüsselung. Statt wie bisher intern für 2033 geplant, sollen kritische Produkte und Dienste nun bereits 2029 auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) umgestellt sein. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Hintergrund der Beschleunigung ist die wachsende Bedrohung durch sogenannte „Harvest now, decrypt later“-Angriffe. Dabei sammeln Angreifer bereits heute verschlüsselte Daten, um sie später mit leistungsfähigen Quantencomputern zu entschlüsseln. Microsofts Chief Technology Officer Mark Russinovich nannte die schnellen Fortschritte in der Quantenforschung als Hauptgrund für den neuen Fahrplan.

Angleichung an staatliche Vorgaben

Mit der Entscheidung rückt Microsoft näher an die Vorgaben internationaler Regierungen heran. Die USA und Frankreich hatten bereits 2030 als Ziel für die Sicherung besonders gefährdeter Systeme ausgegeben. Der Konzern ordnet das Programm zudem in seine breitere Secure Future Initiative ein.

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Erst vor gut einer Woche, am 22. Juni 2026, hatten zwei US-Exekutivanordnungen die Weichen gestellt. Eine davon verpflichtet Bundesbehörden zur Migration auf PQC bis 2030/2031. Die zweite zielt auf die beschleunigte Entwicklung von Quantensensoren, -netzwerken und -computern ab.

Drei Säulen für die Sicherheit

Microsofts Strategie ruht auf drei technischen Pfeilern. Erstens: die Netzwerk-Kryptografie auf den Standard TLS 1.3 heben. Zweitens: „Krypto-Agilität“ für gespeicherte Daten schaffen – Systeme sollen künftig zwischen verschiedenen Algorithmen wechseln können, ohne die Infrastruktur umzubauen. Drittens: die Modernisierung der Vertrauensketten für digitale Signaturen und Zertifikate.

Parallel treibt das Unternehmen die Hardware-Entwicklung voran. Erst Anfang Juni präsentierte Microsoft den Majorana-2-Quantenchip, der eine tausendfach höhere Zuverlässigkeit und eine Kohärenzzeit von 20 Sekunden bieten soll. Branchenkenner zweifeln zwar an diesen Angaben, doch Microsoft peilt dennoch den Einsatz eines fehlertoleranten Quantencomputers bis 2029 an.

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Die gesamte Branche muss umdenken

Der Schritt von Microsoft ist ein Weckruf für die gesamte Wirtschaft. Analysten und Regierungsvertreter betonen, dass Unternehmen sofort mit der Inventur ihrer kryptografischen Systeme beginnen müssen. Der Austausch etablierter Verschlüsselungsprotokolle sei komplex und zeitaufwendig.

Während Microsoft auf 2029 setzt, arbeiten andere noch ambitionierter: Das US-Energieministerium will bereits 2028 einen fehlertoleranten Quantencomputer in Betrieb nehmen – ein Zeitplan, dessen Realisierbarkeit Fachleute allerdings anzweifeln. Doch die Beschleunigung der Fristen zeigt eines deutlich: Das Zeitfenster, um sensible Daten vor zukünftiger Quantenentschlüsselung zu schützen, schließt sich rasant.

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