Milchprodukte ab 14. Juni: Neue Kennzeichnungspflicht für Laktose
13.06.2026 - 09:02:53 | boerse-global.de
Ab dem 14. Juni 2026 gelten verschärfte Kennzeichnungsvorschriften für Milchprodukte. Die neue Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV) legt erstmals verbindlich fest, ab wann ein Produkt als „laktosefrei" deklariert werden darf.
Der Laktosegehalt muss dann unter 0,1 Gramm pro 100 Gramm liegen. Hersteller sind zudem verpflichtet, den konkreten Restgehalt auf der Verpackung anzugeben.
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Auch der Begriff „frisch" wird präzisiert. Er ist künftig an eine maximale Lagertemperatur von 8 Grad Celsius gebunden. Bei Milch darf die Haltbarkeit maximal drei Wochen betragen, bei Joghurt oder Quark maximal zwei Wochen.
Feta und Ballaststoff-Drinks unter der Lupe
Die neue Verordnung zwingt Hersteller zudem, die verwendete Tierart und pflanzliche Zutaten deutlicher zu deklarieren. Das hat Konsequenzen für viele vermeintlich unbedenkliche Produkte.
Klassischer Feta, etwa von der Marke Dodoni, enthält zwar von Natur aus weniger Laktose als frische Milchprodukte. Für Menschen mit ausgeprägter Unverträglichkeit bleibt er dennoch problematisch – wegen der enthaltenen Milchproteine und Restzucker.
Auch neuartige Produkte geraten in die Kritik. Ein im Juni 2026 vorgestellter Ballaststoff-Drink eines Markenherstellers enthält rund 26 Gramm Zucker pro 330-ml-Flasche.
Fortschritte bei der Diagnose von Darmerkrankungen
Die klinische Diagnostik macht derweil große Sprünge. Das Helios Klinikum Hildesheim wies Mitte Juni auf die Bedeutung spezialisierter Kindergastroenterologie hin. Bei chronischen Bauchschmerzen setzt man dort auf einen systematischen Prozess.
Blut- und Stuhluntersuchungen sowie spezifische Tests auf Laktose- und Fruktoseintoleranz helfen, Erkrankungen wie Zöliakie oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) abzugrenzen.
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Eine im Juni veröffentlichte Studie der Universitäten Oxford, Newcastle und Cambridge liefert zudem neue Erkenntnisse zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Forscher werteten Daten von fast 5.000 Patienten aus.
Sie identifizierten Autoantikörper gegen das Protein IL-10 als mögliche Spur. Diese Antikörper blockieren eine wichtige Entzündungsbremse des Körpers. Als Risikofaktor für Colitis ulcerosa wurde die Genvariante HLA-DRB1*01:03 hervorgehoben.
Neue Therapie bei chronischer Nesselsucht
Auch bei Hauterkrankungen gibt es Neuigkeiten. In der ersten Juni-Hälfte verzeichneten Statistiken einen massiven Anstieg von Meldungen über Juckreiz. Experten führen das unter anderem auf Kälteurtikaria durch starke Temperaturwechsel zurück.
Seit dem 1. Juni steht mit dem Wirkstoff Remibrutinib eine neue Therapieoption zur Verfügung. Sie richtet sich an Erwachsene mit chronischer spontaner Urtikaria, die auf herkömmliche Antihistaminika nicht ausreichend ansprechen.
Streit um Ernährungsstrategien
In der Fachwelt gehen die Meinungen zur therapeutischen Ernährung auseinander. Die Gesellschaft für Gesundheitsberatung (GGB) vertrat Mitte Juni die Position, dass eine reine Allergenkarenz bei Obst-Allergien oft in eine Sackgasse führe.
Empfohlen wurde stattdessen eine vitalstoffreiche Vollwertkost unter Verzicht auf tierisches Eiweiß. Andere Anbieter setzen hingegen auf spezialisierte Produkte, die explizit histaminarm, glutenfrei oder laktosefrei konzipiert sind.
Gerichtsurteil: Krankenkasse muss nicht zahlen
Rechtlich wurde im Juni klargestellt: Die Kosten für bestimmte Hilfsmittel bei Unverträglichkeiten müssen nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Az. L 16 KR 113/21) wies die Klage einer Patientin ab. Sie hatte eine Erstattung von Daosin-Kapseln zur Behandlung einer Histaminintoleranz gefordert.
Das Gericht begründete: Es handelt sich um Nahrungsergänzungsmittel, nicht um erstattungsfähige Arzneimittel.
Digitale Helfer für den Alltag
Zur Unterstützung des Selbstmanagements stehen zunehmend digitale Werkzeuge bereit. Seit Juni sind neue App-Anwendungen verfügbar, die speziell für Patienten mit Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) oder Autoimmunerkrankungen entwickelt wurden.
Sie bieten Funktionen zur Überwachung von Symptomschüben sowie Rezeptdatenbanken. Kostenlose digitale Tagebücher ermöglichen zudem die Verknüpfung von Symptom-Scores mit externen Faktoren wie Pollenflugdaten.
