Milchprodukte: Neue Kennzeichnungsregeln ab 14. Juni 2026
12.06.2026 - 08:02:45 | boerse-global.de
Nicht die Menge, sondern die QualitĂ€t der FettsĂ€uren entscheidet ĂŒber den gesundheitlichen Wert. WĂ€hrend ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren aus Oliven-, Raps- oder Walnussöl das Herz-Kreislauf-System unterstĂŒtzen, gelten TransfettsĂ€uren aus Fertiggerichten als riskant.
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Rapsöl als Allrounder, Transfette als Risiko
ErnĂ€hrungsberater empfehlen Rapsöl wegen seines gĂŒnstigen FettsĂ€uremusters als vielseitigen Allrounder. GesĂ€ttigte FettsĂ€uren aus Butter oder Wurst sollten dagegen nur in MaĂen auf dem Teller landen. Besonders kritisch sehen Wissenschaftler TransfettsĂ€uren: Sie entstehen beim Frittieren oder in industriell verarbeiteten Produkten, erhöhen das LDL-Cholesterin und senken das schĂŒtzende HDL-Cholesterin. Die Folge: ein höheres Risiko fĂŒr Herzinfarkte.
Ein aktuelles Beispiel fĂŒr den gezielten Einsatz hochwertiger Fette liefert der Profisport: WalnĂŒsse und Olivenöl kombiniert. Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern hĂ€lt den regelmĂ€Ăigen Verzehr fĂŒr sinnvoll â aber nur als Ersatz fĂŒr weniger gĂŒnstige Fette. Ein purer âĂl-Shotâ auf nĂŒchternen Magen, wie ihn soziale Medien bewerben? DafĂŒr fehlt der wissenschaftliche Beleg. Die Entgiftungswirkung ist nicht nachgewiesen, der Kaloriengehalt von mehreren Hundert Kilokalorien pro Portion dagegen schon. FĂŒr Leistungssportler mag das gehen, zur Gewichtsreduktion taugt es nicht.
Tag des Cholesterins: Was die LDL-Werte wirklich aussagen
Zum Tag des Cholesterins am heutigen Freitag weisen Mediziner auf einen oft ĂŒbersehenen Punkt hin: Nur 20 bis 30 Prozent des Cholesterins im Blut stammen direkt aus der Nahrung. Der Rest ist genetisch bedingt, erklĂ€rt Professor Ulrich Laufs von der Deutschen Herzstiftung. Eine ErnĂ€hrungsumstellung plus regelmĂ€Ăige Bewegung senken den LDL-Spiegel maximal um 10 bis 20 Prozent. Bei hohem kardiovaskulĂ€rem Risiko sind daher oft zusĂ€tzliche Lipidsenker nötig.
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Professor Sebastian Kerber vom Rhön-Klinikum prĂ€zisiert: FĂŒr Hochrisikopatienten gelten Zielwerte unter 55 mg/dl. Ein regelmĂ€Ăiger Check-up wird bereits ab 35 Jahren empfohlen. ErgĂ€nzend zur Fettwahl spielt die Ballaststoffzufuhr eine Rolle. Die sogenannte â28-Gramm-Regelâ beschreibt die empfohlene Tagesmenge â die ein GroĂteil der Bevölkerung verfehlt. Lösliche Ballaststoffe aus Flohsamenschalen können nachweislich den Cholesterinspiegel senken.
Vitamin D und Fett: Eine Frage der Absorption
Bestimmte Vitamine brauchen Fett, um vom Körper aufgenommen zu werden. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2015 belegt: Die Absorption von Vitamin D3 steigt um etwa 32 Prozent, wenn es zusammen mit fetthaltigen Lebensmitteln wie Lachs, Avocado oder NĂŒssen eingenommen wird. Magnesium spielt dabei als Cofaktor fĂŒr die Vitamin-Aktivierung eine wichtige Rolle.
Neuere Forschungen aus diesem Monat, darunter eine Studie aus Kopenhagen, untersuchten zudem den Einfluss einer hohen Vitamin-D-Dosis in der Schwangerschaft auf die kognitive Leistung von Kindern. Parallel dazu hat das Max Rubner-Institut ein nationales ErnÀhrungsmonitoring gestartet, um die Versorgungslage genauer zu erfassen.
GLP-1-Medikamente: Mehr als nur Gewichtsverlust
Aktuelle Studien zu GLP-1-Medikamenten wie Semaglutid zeigen weitreichende Effekte. Auf dem ASCO-Kongress in Chicago wurde gestern eine Analyse von ĂŒber 12.000 Krebspatienten vorgestellt. Demnach senken diese PrĂ€parate das Risiko fĂŒr Metastasen bei bestimmten Krebsarten wie Brust- oder Lungenkrebs um 38 bis 50 Prozent.
Auch in der Neurologie gibt es vielversprechende Ergebnisse: Die FLOW-Studie deutet darauf hin, dass Semaglutid das Demenzrisiko bei Typ-2-Diabetikern um bis zu 53 Prozent senken kann â unabhĂ€ngig vom AusmaĂ des Gewichtsverlusts. Zum Vergleich: Der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel korreliert laut Langzeitstudien mit einem um 58 Prozent erhöhten Demenzrisiko.
Neue Kennzeichnungsregeln fĂŒr Milchprodukte ab Juni 2026
Ab dem 14. Juni mĂŒssen Verbraucher mit geĂ€nderten Etiketten bei Milchprodukten rechnen. Die neue MilchproduktqualitĂ€tsverordnung (MilchPQV) schreibt vor: Die Angabe âlaktosefreiâ ist nur noch bei einem Gehalt von weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm zulĂ€ssig.
Auch die Frische-Angaben werden verschĂ€rft. Milch darf nur dann als âfrischâ bezeichnet werden, wenn sie ungeöffnet bei maximal acht Grad Celsius nicht lĂ€nger als drei Wochen haltbar ist. FĂŒr Joghurt und Kefir gilt eine Frist von maximal zwei Wochen. WĂ€rmebehandlungsverfahren mĂŒssen kĂŒnftig exakt benannt werden. FĂŒr bestehende Verpackungen gilt eine Ăbergangsfrist bis Ende 2027.
