Na/ K-ATPase-Mutation: Studie zeigt gestörte Glukoseaufnahme in der Leber
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine im Fachjournal Acta Physiologica veröffentlichte Forschungsarbeit liefert neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen genetischen Defekten von Ionentransportern und systemischen Stoffwechselstörungen.
Die am 14. September 2026 publizierte Untersuchung (DOI 10.1111/apha.70312) analysiert die Auswirkungen der Na/K-ATPase-Mutation ?2+/G301R, die mit der familiÀren hemiplegischen MigrÀne Typ 2 (FHM2) assoziiert ist.
Im Tiermodell wiesen die Wissenschaftler nach, dass diese spezifische genetische VerĂ€nderung die Glukoseaufnahme in der Leber signifikant stört und zu weitreichenden Dysfunktionen im peripheren Metabolismus fĂŒhrt, wie wiley.com am 1. Oktober 2026 berichtete.
Organ-spezifische Störung der Glukoseaufnahme
Im Rahmen der Versuche zeigten sowohl mĂ€nnliche als auch weibliche MutationstrĂ€ger nach einem Zeitraum von 8 Monaten eine signifikante Glukoseintoleranz. AuffĂ€llig war dabei, dass dieses PhĂ€nomen weder auf eine klassische Insulinresistenz noch auf eine verĂ€nderte Insulinsekretion zurĂŒckzufĂŒhren war.
Bildgebende Analysen mittels PET-MRI verdeutlichten, dass die Glukoseverwertung selektiv beeintrÀchtigt wird. Die Messungen ergaben eine reduzierte Glukoseaufnahme speziell in der Leber. Andere stoffwechselaktive Gewebearten wie der Skelettmuskel oder das Herzgewebe erwiesen sich in den Untersuchungen hingegen als unbeeintrÀchtigt.
Die Studie zeigt: Eine Na/K-ATPase-Mutation stört die Glukoseaufnahme selektiv in der Leber â Skelettmuskel und Herz bleiben unbeeintrĂ€chtigt. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die Befunde in drei Schritten ein: von der organ-spezifischen Glukoseintoleranz ĂŒber die mitochondriale ATP-Produktion bis zu den proteomischen Markern. Leitfaden zur Na-K-ATPase-Mutation jetzt anfordern
BeeintrÀchtigungen der mitochondrialen Funktion
Um die Ursachen der gestörten Glukoseverarbeitung auf zellulĂ€rer Ebene zu identifizieren, analysierten die Forschenden isolierte Lebermitochondrien mittels hochauflösender Respirometrie. Dabei stellten sie verringerte Atmungskontrollraten fĂŒr Komplex I sowie Komplex I+II fest.
Bei weiblichen Tieren trat zudem eine erhöhte Leck-Respiration auf. Diese funktionellen EinschrĂ€nkungen fĂŒhrten zu einer reduzierten Kopplungseffizienz der mitochondrialen Atmung und in der Folge zu einer beeintrĂ€chtigten ATP-Produktion in den Leberzellen.
Proteomische VerÀnderungen im Lebergewebe
Die Funktionsstörungen spiegeln sich auch auf der Ebene der zellulÀren Proteinbausteine wider. Proteomische Untersuchungen belegten eine verringerte Expression von Proteinen der Elektronentransportkette, namentlich von Untereinheiten der NADH-Dehydrogenase sowie der ATP-Synthase. Parallel dazu dokumentierte die Studie eine erhöhte PrÀsenz der Glykogen-Synthase-Kinase-3? (GSK-3?).
Nicht jede Glukoseintoleranz beruht auf Insulinresistenz. Bei MutationstrĂ€gern war die Insulinsekretion unverĂ€ndert â dennoch sank die Glukoseaufnahme in der Leber messbar. Wer genetische Stoffwechseldefekte einordnen will, findet hier die wichtigsten Hinweise zu Risikofaktoren und mitochondrialer Funktion. Hinweise zu genetischen Risikofaktoren sichern
Die Ergebnisse verdeutlichen komplexe Wechselwirkungen, bei denen eine primĂ€r mit neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebrachte Mutation direkte Konsequenzen fĂŒr die mitochondriale Energieversorgung der Leber und den systemischen Zuckerhaushalt nach sich zieht.
