NĂ€hrstoffverlust: Obst und GemĂŒse enthalten bis zu 50 Prozent weniger
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deGrundnahrungsmittel wie Weizen, Karotten und Ăpfel enthalten heute nur noch etwa halb so viele NĂ€hrstoffe wie in den 1960er-Jahren. Wie aus Berichten vom 7. Oktober 2026 ĂŒber eine Untersuchung des britischen Unternehmens Deep Science Ventures (DSV) hervorgeht, haben Getreide, Brot, Karotten, Ăpfel und Erbsen bei mehreren essenziellen MikronĂ€hrstoffen EinbuĂen zwischen 20 und 50 Prozent verzeichnet.
Auch die New York Post berichtete am 8. Oktober 2026, dass Obst und GemĂŒse heute bis zu 50 Prozent weniger NĂ€hrstoffe aufweisen als noch vor sechs Jahrzehnten.
Drastischer RĂŒckgang essenzieller Mineralstoffe
Nach Angaben von Deep Science Ventures mĂŒssen Verbraucher heute etwa die doppelte Menge an Obst und GemĂŒse konsumieren, um dieselbe Menge an Kalium, Magnesium oder Kupfer aufzunehmen wie in den 1960er-Jahren. Der Verlust betrifft lebenswichtige Elemente wie Kalium, Eisen, Selen und Zink, die in den untersuchten Kulturen um 20 bis 50 Prozent zurĂŒckgegangen sind.
Besonders ausgeprĂ€gt zeigt sich die Entwicklung beim Getreide: Weniger als ein Drittel der seit den 1960er-Jahren eingefĂŒhrten Brotweizensorten erreicht der Studie zufolge heute noch den empfohlenen Zinkwert.
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Um allein ein Drittel der empfohlenen tĂ€glichen Zufuhr an Selen zu decken, mĂŒssten Frauen laut dem Bericht inzwischen vier Scheiben Vollkornbrot verzehren. Als eine wesentliche Ursache fĂŒr dieses PhĂ€nomen nennen die Forscher eine schlechtere BodenqualitĂ€t.
Folgen fĂŒr die öffentliche Gesundheit
Weltweit leiden laut der DSV-Untersuchung bereits ĂŒber zwei Milliarden Menschen an mindestens einem klinischen MikronĂ€hrstoffmangel. In GroĂbritannien betrifft Eisenmangel nach vorliegenden SchĂ€tzungen jede vierte Frau und jeden zwanzigsten Mann. Eine unzureichende Kaliumzufuhr kann das Schlaganfallrisiko zudem um ein fĂŒnftel erhöhen. SchlaganfĂ€lle verursachen in GroĂbritannien jĂ€hrliche Kosten von rund 26 Milliarden Pfund.
ZusĂ€tzliche Risiken entstehen durch verĂ€nderte ErnĂ€hrungsgewohnheiten und medizinische Trends. Dem Bericht zufolge könnten rund fĂŒnf Millionen britische Erwachsene im erwerbsfĂ€higen Alter durch die Kombination aus sinkendem NĂ€hrstoffgehalt und der Nutzung von GLP-1-PrĂ€paraten unter sichere MikronĂ€hrstoffwerte fallen.
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FĂŒr diese Medikamente wird bis zum Jahr 2030 in LĂ€ndern mit höherem Einkommen eine Nutzerzahl von ĂŒber 100 Millionen Menschen prognostiziert, wobei sie die tĂ€gliche Nahrungsaufnahme um bis zu 39 Prozent senken können.
Ertragssteigerung auf Kosten der NĂ€hrstoffdichte
Seit den 1960er-Jahren kletterten die weltweiten GetreideertrÀge je Hektar um 215 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil unterernÀhrter Menschen in EntwicklungslÀndern von 35 Prozent auf 12 Prozent. Dieser historische Zuwachs ging jedoch weitgehend zulasten der NÀhrstoffdichte.
Die klimatischen VerÀnderungen drohen diesen Trend weiter zu verschÀrfen: Bis Mitte des Jahrhunderts könnte der Anstieg der CO?-Konzentration in der AtmosphÀre das Weizenprotein um bis zu 12,7 Prozent und den Zinkgehalt um 36,5 Prozent senken.
Deep Science Ventures fordert daher, in der Agrarwirtschaft kĂŒnftig die NĂ€hrstoffdichte verbindlich neben dem reinen Ertrag zu messen. Wie veraltet die bisherigen Grundlagen sind, zeigt sich an den offiziellen Statistiken: Die britischen Lebensmitteldaten fĂŒr Obst und GemĂŒse wurden zuletzt 1991 umfassend aktualisiert.
