NĂ€hrwertangaben, Studie

NĂ€hrwertangaben: Studie findet bis zu 21 Prozent weniger Protein in Lebensmitteln

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 15:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Untersuchung des Bundesforschungsinstituts zeigt bei Fleisch und NĂŒssen bis zu 21 Prozent weniger Protein als ausgewiesen.

Studie: Proteinangaben auf Lebensmitteln liegen teils deutlich zu hoch
Leere Laborbecher und wissenschaftliche MessgerÀte auf einem sauberen, hellen Arbeitstisch in einem Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

Die NĂ€hrwertkennzeichnung auf Verpackungen gilt fĂŒr viele Verbraucher als verlĂ€ssliche Orientierung. Eine Untersuchung des deutschen Bundesforschungsinstituts fĂŒr ErnĂ€hrung legt jedoch dar, dass die Lebensmittelbranche Eiweisswerte systematisch falsch berechnet.

Wie Berichte ĂŒber die wissenschaftliche Arbeit aufzeigen, weicht der reale Gehalt an Proteinen in zahlreichen Produkten deutlich von den deklarierten Werten ab. FĂŒr Menschen, die ihre ErnĂ€hrung exakt steuern mĂŒssen oder bewusst auf eine proteinreiche Zufuhr achten, wirft dieser Befund grundlegende Fragen zur Genauigkeit von NĂ€hrwertangaben auf.

Systematische Differenzen bei den Laborwerten

Die Diskrepanz zwischen den Herstellerangaben und dem tatsÀchlichen NÀhrstoffgehalt ist laut den Ergebnissen der Wissenschaftler betrÀchtlich. Der tatsÀchliche Proteingehalt von Lebensmitteln liegt demnach um bis zu 21 % unter den Werten, die auf den Verpackungen ausgewiesen werden.

UrsĂ€chlich dafĂŒr ist nach Erkenntnissen des Instituts die Methode, mit der die Branche den Gehalt an Eiweiss ermittelt. Durch systematische Rechenfehler entstehen Verzerrungen, die dazu fĂŒhren, dass Nahrungsmittel auf dem Papier nĂ€hrstoffreicher erscheinen, als sie bei einer detaillierten Analyse tatsĂ€chlich sind.

Die Praxis, NĂ€hrwerte ĂŒber standardisierte Berechnungsfaktoren statt ĂŒber fortlaufende exakte Messungen des Endprodukts zu ermitteln, fĂŒhrt demnach zu messbaren ÜberschĂ€tzungen. Wenn standardisierte Formeln den tatsĂ€chlichen Proteingehalt nicht prĂ€zise abbilden, summiert sich dieser methodische Fehler bei verarbeiteten Lebensmitteln und Rohstoffen gleichermassen auf.

Anzeige

Da fehlerhafte NÀhrwertangaben die EinschÀtzung der eigenen Versorgung erschweren können, hilft ein Blick auf die tatsÀchlichen Vitalstoff-Werte im Körper. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report erklÀrt verstÀndlich, wie Sie Ihre Blutwerte selbst deuten und mögliche MÀngel rechtzeitig erkennen. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Betroffene Produktgruppen: Fleisch und NĂŒsse im Fokus

Von den fehlerhaften Berechnungen sind keineswegs nur stark verarbeitete Nischenprodukte betroffen. Laut der Studie enthalten unter anderem Fleisch und NĂŒsse viel weniger Protein als auf den Deklarationen angegeben. Gerade diese beiden Warengruppen werden im Alltag sowie im Rahmen spezieller ErnĂ€hrungsformen hĂ€ufig als primĂ€re Quellen fĂŒr biologisch hochwertiges Eiweiss ausgewĂ€hlt.

Dass ausgerechnet traditionelle ProteintrĂ€ger wie NĂŒsse und Fleischprodukte Abweichungen von bis zu 21 % aufweisen können, verdeutlicht die Tragweite der Problematik. Konsumenten, die ihren Bedarf ĂŒber gewohnte Portionsgrössen decken wollen, nehmen dadurch unter UmstĂ€nden deutlich geringere Mengen an AminosĂ€uren auf, als ihre Berechnungen nahelegen.

Relevanz fĂŒr ErnĂ€hrung und Gesundheitsmanagement

FĂŒr die breite Bevölkerung mögen geringfĂŒgige Abweichungen beim Eiweisskonsum selten unmittelbare Auswirkungen haben. Anders stellt sich die Situation jedoch fĂŒr Personengruppen dar, die aus gesundheitlichen GrĂŒnden auf eine prĂ€zise Steuerung ihrer MakronĂ€hrstoffe angewiesen sind.

Anzeige

Wer seine Gesundheit aktiv steuern möchte, sollte sich nicht allein auf Produktetiketten verlassen, sondern die eigenen Vitalstoff-Parameter verstehen lernen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber, welche zehn Blutwerte wirklich entscheidend sind und wie Sie Fehlinterpretationen vermeiden. Kostenlosen Report zu Blutwerten anfordern

Bei der BewÀltigung chronischer Erkrankungen, in der klinischen ErnÀhrungstherapie oder bei altersbedingtem Muskelabbau spielt die exakte Zufuhr von Protein eine wesentliche Rolle.

Wenn die deklarierten Werte systematisch ĂŒber dem realen Gehalt liegen, droht eine unbemerkte Unterversorgung bei Patientinnen und Patienten, die auf eine gezielte NĂ€hrstoffdichte angewiesen sind. Die Ergebnisse des Bundesforschungsinstituts verdeutlichen deshalb den Bedarf an prĂ€ziseren Berechnungsgrundlagen in der Lebensmittelindustrie, um verlĂ€ssliche NĂ€hrwertdaten im Handel zu gewĂ€hrleisten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70292945 |