Nickerchen, Minuten

Nickerchen: 20 Minuten zwischen 13 und 15 Uhr senken Sterberisiko

18.06.2026 - 12:42:01 | boerse-global.de

Ein kurzer Mittagsschlaf kann die Leistung fördern, birgt aber auch Risiken. Experten empfehlen ein Zeitfenster von 13 bis 15 Uhr bei maximal 30 Minuten Dauer.

Powernap-Regeln: So steigert der Mittagsschlaf die Gesundheit
Nickerchen - Eine Person macht ein friedliches Nickerchen auf einem modernen Bürosofa in einem sonnendurchfluteten Büro. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Entscheidend sind Zeitpunkt und Dauer.

Die 20-Minuten-Regel

Mediziner und Schlafforscher sind sich einig: Die Tagesruhe will präzise getaktet sein. Dr. Huynh Tan Vu vom Universitätsklinikum Ho-Chi-Minh-Stadt empfiehlt ein Zeitfenster zwischen 13:00 und 15:00 Uhr, idealerweise 20 Minuten nach dem Mittagessen. Das Nickerchen sollte maximal 20 Minuten dauern. Wer nach 15:00 Uhr aufwacht, riskiert Probleme beim nächtlichen Einschlafen.

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Schlafforscherin Christine Blume sieht dagegen eine Zeitspanne von 30 bis 60 Minuten als effektiv für einen Powernap. Die positiven Effekte auf Aufmerksamkeit und Gedächtnis seien belegt. Allerdings warnt sie: Wer die Zeit deutlich überschreitet, leidet anschließend unter ausgeprägter Schlaftrunkenheit.

Gefahr für ältere Erwachsene

Besonders differenziert betrachtet die Forschung die Altersgruppe ab 56 Jahren. Eine Studie im Fachblatt JAMA Network Open mit 1.338 Teilnehmern zeigt: Jede zusätzliche Stunde Tagesschlaf erhöht das Risiko eines vorzeitigen Todes statistisch um 13 Prozent.

Noch deutlicher wird der Effekt beim Zeitpunkt. Ein Nickerchen am Vormittag korreliert mit einem um 30 Prozent höheren Sterberisiko – im Vergleich zu einem Schläfchen am frühen Nachmittag. Die Forscher bestätigen das optimale Fenster zwischen 13:00 und 15:00 Uhr und raten zu maximal 20 bis 30 Minuten. Physiologisch betrachtet senkt ein korrekt durchgeführtes Nickerchen den Cortisolspiegel und schützt das Herz-Kreislauf-System.

Schlafdefizite bei Frauen

Unabhängig von kurzen Ruhephasen zeigen aktuelle Umfragen erhebliche Defizite bei der Schlafqualität. Im April 2026 gaben 59 Prozent der befragten 1.050 Frauen in Deutschland an, regelmäßig nicht erholt aufzuwachen. Besonders betroffen: die Altersgruppe zwischen 35 und 54 Jahren, in der 65 Prozent über mangelnde Regeneration klagten.

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Als Hauptursachen nennen die Befragten Stress, Ängste und hormonelle Veränderungen. 41 Prozent der Frauen haben schlichtweg zu wenig Zeit für ausreichenden Schlaf. Ein signifikanter Anteil fühlt sich mit diesen Problemen nicht ernst genommen.

Wirtschaftsfaktor Hitzewelle

Die Debatte um Ruhepausen bekommt durch den Klimawandel eine wirtschaftliche Dimension. Volkswirte der Allianz warnen: Hitzewellen könnten die deutsche Wirtschaft bis 2030 rund 112 Milliarden Euro kosten. Die Produktivität sinkt bei Temperaturen über 30 Grad pro Grad um drei Prozent.

Gewerkschaftsvertreterin Anja Piel vom DGB fordert branchenspezifische Lösungen statt pauschaler Ruhezeiten. Eine allgemeine Siesta sei nicht der richtige Weg.

Entspannungstechniken als Alternative

Wer während kurzer Pausen nicht einschlafen kann, hat Alternativen. Eine Metaanalyse aus den Jahren 2024 und 2025 mit Daten von 2.277 Patienten belegt die Wirksamkeit der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson. Das gezielte An- und Entspannen von Muskelgruppen aktiviert den Parasympathikus, senkt die Herzfrequenz und verbessert die Schlafqualität.

Schlafmediziner Dr. Michael Saletu rät bei akutem Schlafmangel – etwa durch zeitverschobene Sportereignisse – zu kurzen Powernaps von 10 bis 20 Minuten am Folgetag. Das stelle die Leistungsfähigkeit wieder her.

de | wissenschaft | 69571931 |