Nvidia, Europa

Nvidia rüstet Europa auf: 800 Exaflops für drei Millionen Forscher

24.06.2026 - 02:33:37 | boerse-global.de

Nvidia baut in 23 europäischen Ländern KI-Infrastruktur auf. 800 Exaflops Rechenleistung sollen Forschern und Industrie zugutekommen.

Nvidia stattet 23 EU-Länder mit KI-Supercomputern aus
Nvidia - High-tech European data center with glowing server racks, symbolizing AI supercomputers and advanced computing infrastructure. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der US-Chipriese Nvidia stattet 23 europäische Länder mit modernster KI-Infrastruktur aus. Insgesamt 800 Exaflops Rechenleistung sollen mehr als drei Millionen Forschern zur Verfügung stehen.

Die Ankündigung vom 22. Juni markiert einen der größten Ausbauschritte für Europas Hochleistungsrechnen. Nvidia setzt dabei auf seine Blackwell- und Hopper-Architekturen, kombiniert mit Quantum-InfiniBand-Netzwerken und der KI-Enterprise-Softwaresuite. Branchenbeobachter schätzen, dass Nvidia inzwischen mehr als 90 Prozent des laufenden KI-Fabrik-Ausbaus in Europa antreibt.

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Die leistungsstärksten Systeme im Überblick

Die neuen Supercomputer decken ein breites Spektrum ab – vom Training großer KI-Modelle bis zur Inferenz, also der Anwendung trainierter Modelle. Das Flaggschiff ist das IT4LIA-System mit über 8.000 Grafikprozessoren. Es liefert 82 Exaflops für das Training und 164 Exaflops für Inferenzaufgaben.

Weitere wichtige Installationen:

  • MareNostrum5: 20 Exaflops Training, 33 Exaflops Inferenz
  • Blue Swan: 1.000 GPUs, 11 Exaflops Training, 22 Exaflops Inferenz
  • HammerHAI: Über 850 GPUs, 8 Exaflops Training, 15 Exaflops Inferenz
  • Mimer: 400 GPUs, 4 Exaflops Training, 7 Exaflops Inferenz

Besondere Bedeutung kommt dem JUPITER-System am Jülich Supercomputing Centre zu. Es gilt als Europas erster Exascale-Supercomputer und simuliert bereits 50-Qubit-Quantencomputer. Der Vollbetrieb wird für 2027 erwartet.

Europa produziert selbst

Nvidia setzt auf lokale Fertigung – ein Schritt zur Stärkung der digitalen Souveränität. Gemeinsam mit Bull und Foxconn entstehen die Vera-Rubin-NVL72-Systeme in Tschechien, die Integration erfolgt in Frankreich. Beliefert werden sollen europäische KI-Fabriken und regionale Cloud-Anbieter.

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Erste Erfolge in der Industrie

Die Technologie zeigt bereits Wirkung: Siemens Energy beschleunigte Simulationen für Wasserstoff-Gasturbinen um 77 Prozent – ein Beleg für das industrielle Potenzial.

Parallel treibt Nvidia die Verschmelzung von Quanten- und klassischem Rechnen voran. Die CUDA-Q-Plattform vernetzt europäische Spitzenforschung:

  • Das Barcelona Supercomputing Center arbeitet mit Qilimanjaro
  • CINECA kooperiert mit Pasqal
  • Fraunhofer FOKUS nutzt das Eclipse-Qrisp-Framework
  • Weitere Partner sind Aegiq, Quandela und Alice & Bob

Milliardenschwere Perspektive

Die Marktkapitalisierung Nvidias liegt nach den Ankündigungen bei über 5,21 Billionen Euro, die Aktie notierte zu Wochenbeginn bei rund 196 Euro. Der nächste Quartalsbericht am 26. August wird mit Spannung erwartet. Analysten rechnen mit Erlösen von etwa 84 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 1,89 Euro – ein klares Signal für den ungebrochenen Hunger nach KI-Hardware.

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