PayPal, US-Justizministerium

PayPal einigt sich mit US-Justizministerium – Milliardenhilfe für kleine Firmen

13.05.2026 - 14:27:39 | boerse-global.de

PayPal einigt sich mit US-Justizministerium auf 30-Millionen-Dollar-Vergleich und startet neues Förderprogramm für kleine Firmen.

PayPal einigt sich mit US-Justizministerium – Milliardenhilfe für kleine Firmen - Foto: über boerse-global.de
PayPal einigt sich mit US-Justizministerium – Milliardenhilfe für kleine Firmen - Foto: über boerse-global.de

Der Zahlungsriese PayPal beendet eine langwierige Untersuchung mit einem 30-Millionen-Dollar-Vergleich und kündigt ein neues Förderprogramm für kleine Unternehmen an. Parallel dazu startet in Deutschland im Sommer die Apotheken-Telemedizin.

Vergleich beendet DEI-Untersuchung

PayPal hat sich mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich geeinigt. Das Unternehmen verzichtet auf Bearbeitungsgebühren in Höhe von 30 Millionen Dollar für Transaktionen im Wert von einer Milliarde Dollar, die von kleinen Unternehmen abgewickelt werden. Im Gegenzug stellt das Justizministerium seine Untersuchung der Diversitätsprogramme des Konzerns ein – eine Prüfung, die seit 2020 lief.

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PayPal räumt kein Fehlverhalten ein, verpflichtet sich aber zu einem neuen Förderansatz. Künftig entfallen ethnische Kriterien bei der Unterstützung. Stattdessen konzentriert sich das Programm auf Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Technologie und Landwirtschaft sowie auf Firmen, die von Veteranen geführt werden.

Der Vergleich folgt auf eine frühere Zusage aus dem Juni 2020, als PayPal 530 Millionen Dollar für Minderheiten-Unternehmen bereitstellte. Zeitgleich gab der Konzern ein neues globales Ziel bekannt: Bis 2030 will der Zahlungsdienstleister 25 Millionen Menschen und kleine Firmen finanziell unterstützen. Bislang hat PayPal bereits 30 Milliarden Dollar über 1,4 Millionen Kredite vermittelt und pflegt eine 20-jährige Partnerschaft mit der Mikrokredit-Plattform Kiva.org.

Venmo-Überarbeitung und NFL-Partnerschaft

PayPals Wachstumsstrategie geht über den Vergleich hinaus. Am Montag präsentierte das Unternehmen einen komplett überarbeiteten Venmo-Auftritt mit Fokus auf Personalisierung, Rabatten und Social-Commerce-Funktionen. Zudem wurde PayPal offizieller Fan-Zahlungs- und Ticketpartner der Seattle Seahawks – die erste Kooperation mit einem NFL-Team überhaupt.

Deutsche Apotheken starten Telemedizin

In Deutschland steht ein digitaler Meilenstein bevor: Ab dem 1. Juli 2026 sollen Apotheken assistierte Telemedizin anbieten. Die Apothekerverbände erwarten den Start des neuen Dienstes, der bundesweit einheitliche Regeln vorsieht.

Apotheken müssen dafür eigene Beratungsräume und die technische Infrastruktur für Video-Sprechstunden bereitstellen. Die Vergütung ist bereits geklärt: Im ersten Jahr erhalten Apotheken eine Pauschale von 30 Euro pro Sitzung. Ab dem vierten Jahr sinkt dieser Betrag auf 21,50 Euro.

Die rechtliche Grundlage schuf das Digitalisierungsgesetz von 2024. Allerdings fehlt noch die formelle Genehmigung durch das Bundesgesundheitsministerium und die Hauptversammlung des Deutschen Apothekerverbands.

Kritik an digitaler Infrastruktur

Der Vorstoß kommt nicht ohne Gegenwind. Erst Anfang Mai bezeichnete der Hausärzteverband die elektronische Patientenakte (ePA) als „unsortierte PDF-Sammlung“. Mehr als ein Jahr nach ihrer Einführung fehle der ePA die nötige Informationsstruktur und Interoperabilität für moderne Anwendungen wie Künstliche Intelligenz.

Cyberkriminalität: Jeder neunte Deutsche betroffen

Während die digitale Infrastruktur wächst, bleibt die Cybersicherheit das größte Hindernis. Der Cybersicherheitsmonitor 2026, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) am Montag vorlegten, zeigt: Rund 11 Prozent der Deutschen wurden in den letzten zwölf Monaten Opfer von Cyberkriminalität.

Bei 13 Prozent dieser Vorfälle handelte es sich um Betrug beim Online-Banking. Die Folgen sind gravierend: 88 Prozent der Betroffenen erlitten Schäden, 33 Prozent direkte finanzielle Verluste. Dennoch schätzen 55 Prozent der Befragten ihr persönliches Risiko als gering ein. Nur 14 Prozent der Bürger informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit – das BSI fordert einfachere Schutzmaßnahmen.

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Fälle aus der Praxis

Aktuelle Kriminalfälle belegen die Gefahr. In Lutherstadt Eisleben verlor eine 78-Jährige einen fünfstelligen Betrag, nachdem Telefonbetrüger sich als Bankmitarbeiter ausgaben. In Birstein erbeutete ein falscher Bankangestellter am Dienstag über 2.000 Euro, indem er ein Opfer zur Herausgabe von EC-Karte und PIN überredete.

Als Reaktion verstärken lokale Initiativen die Aufklärung. Das Projekt „Digitaler Engel“ führte am Montag einen Sicherheitsworkshop in Apen durch. Weitere Veranstaltungen sind für den 26. Mai in Wiesloch geplant – speziell für Senioren, die sichere Smartphone- und Tabletnutzung erlernen möchten.

Trend zur digitalen Bank: Nur noch 6 Prozent reine Filialkunden

Trotz der Sicherheitsbedenken ist der Abschied vom traditionellen Banking fast vollzogen. Eine YouGov-Studie vom März 2026 mit 2.100 Teilnehmern zeigt: Nur noch 6 Prozent der Deutschen sind reine Filialkunden. Ältere Bevölkerungsgruppen werden digitaler als bislang angenommen – bleiben aber die Hauptziele von Cyberbetrug.

Kryptozahlungen für KI-Agenten

Die digitale Transformation kleiner Unternehmen wird auch durch technologische Neuerungen vorangetrieben. Beim Consensus Miami-Event am Sonntag wurde bekannt, dass sowohl Google als auch PayPal die Entwicklung von Kryptowährungs-Zahlungsschienen für KI-Agenten unterstützen. Google startete ein „Agentic Payments Protocol“ (AP2) mit über 120 Partnern – eine Reaktion auf Daten, wonach 95 Prozent der Händler bereits Traffic durch autonome KI-Agenten verzeichnen.

Regierung senkt Hürden für digitalen Ausweis

Die Bundesregierung will die Nutzung des elektronischen Personalausweises vereinfachen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll ein kostenloser PIN-Reset-Dienst wieder eingeführt werden – den es bis Ende 2023 aus Budgetgründen nicht mehr gab. Derzeit haben nur 21 Prozent der Bürger die Online-Funktion ihres Ausweises aktiviert. Die Regierung hofft auf eine deutliche Steigerung vor dem geplanten Start der EUDI-Wallet im Jahr 2027.

Ärztetag warnt vor Datennutzung durch Krankenkassen

Auch die Medizin äußert Bedenken. Auf dem 130. Deutschen Ärztetag am Dienstag kritisierten Delegierte Gesetzespläne, die Krankenkassen eine umfangreichere Nutzung von Patientendaten erlauben würden. Die Ärzte warnen vor Eingriffen in das Arzt-Patienten-Verhältnis und einem System übermäßiger Überwachung.

Ausblick: Der digitale Sommer 2026

Mit der Einführung der Apotheken-Telemedizin im Juli steht ein Härtetest für die Integration komplexer digitaler Gesundheitsdienste in den Alltag kleiner Betriebe bevor. PayPals Ziel, bis 2030 25 Millionen Unternehmen zu erreichen, signalisiert ein langfristiges Engagement in Sektoren wie Produktion und Technologie. Der Erfolg dieser Initiativen wird jedoch davon abhängen, ob die Branche die hohen Verlustraten durch Cyberkriminalität in den Griff bekommt – und ob die Regierung die digitalen Identitätsdienste vor dem Start der nächsten Wallet-Generation 2027 vereinfachen kann.

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