PayPal erweitert um 30 Zahlungsmethoden: Neue Optionen gegen Kaufabbrüche
01.07.2026 - 02:19:13 | boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister PayPal erweitert sein Angebot in Europa um Dutzende neue Zahlungsoptionen und verzeichnet deutliche Erfolge bei der Steigerung von Konversionsraten im Online-Handel. Der europäische grenzüberschreitende E-Commerce-Markt wird mittlerweile auf rund 359 Milliarden Euro geschätzt – und die Integration vielfältiger Zahlungsmethoden wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
Neue Zahlungsoptionen gegen Kaufabbrüche
PayPal hat am 29. Juni 2026 die Integration von mehr als 30 neuen lokalen Zahlungsmethoden angekündigt. Möglich wird dies durch eine Partnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister PPRO. Zu den neuen Optionen gehören europäische Dienste wie Swish (Schweden), MB WAY (Portugal) und BLIK Pay Later (Polen) sowie das brasilianische System Pix.
Das Ziel ist klar: Kaufabbrüche reduzieren. Denn wer seinen Kunden die vertrauten Zahlungswege nicht anbietet, verliert sie häufig noch vor dem Bezahlvorgang.
„Pay Later" treibt Umsätze nach oben
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Ein Händler aus dem Vereinigten Königreich, der Haarprodukte verkauft, verzeichnete bereits durch die bloße Anzeige des PayPal-Logos auf seiner Website einen Anstieg der Bestellkonversionen um vier Prozent.
Noch deutlicher fiel der Effekt bei der „Pay Later"-Option aus. Der Einsatz von Buy Now, Pay Later (BNPL) steigerte die Konversionen um weitere fünf Prozent – und erhöhte den durchschnittlichen Bestellwert um satte 26 Prozent. Das deckt sich mit einer Marktstudie: 43 Prozent der Online-Käufer brechen einen Kauf ab, wenn keine BNPL-Option verfügbar ist.
Wer die Ratenzahlungsmöglichkeit bereits auf der Produktseite präsentiert, kann den Gesamtumsatz sogar um 4,4 Prozent steigern. Bei manchen Händlern klettert der durchschnittliche Bestellwert mit PayPal Pay Later um bis zu 81 Prozent.
Kreuzfahrt-Riese setzt auf PayPal
Auch im Enterprise-Geschäft wächst PayPal rasant. Die Reederei Virgin Voyages meldete am 30. Juni 2026, dass die Partnerschaft mit PayPal seit dem Start 2021 zu einem dreistelligen Umsatzwachstum geführt hat. Das Transaktionsvolumen des Kreuzfahrtanbieters über PayPal stieg im Jahresvergleich um etwa das Zwölffache. Insgesamt wurden seit Beginn der Zusammenarbeit Zahlungen im Wert von rund 240 Millionen US-Dollar (etwa 220 Millionen Euro) abgewickelt.
Die Enterprise-Plattform von PayPal erreicht eine Autorisierungsrate von 99 Prozent. Besonders bemerkenswert: Die Option „Pay Monthly" führt zu einem durchschnittlichen Bestellwert, der 82 Prozent über dem Standard-Checkout liegt.
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Britische Verbraucher misstrauen KI im Handel
Doch trotz des Booms digitaler Zahlungen stehen die Händler vor Herausforderungen. Eine Umfrage von ACI Worldwide und YouGov unter 2.000 britischen Erwachsenen zeigt eine tiefe Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz im Handel:
- 69 Prozent vertrauen KI nicht – selbst wenn sie festen Regeln folgt
- 60 Prozent würden einen KI-Shopping-Assistenten nach einem einzigen Fehler nicht mehr nutzen
- Nur 19 Prozent vertrauen KI bei alltäglichen Einkäufen
Diese Zurückhaltung trifft auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Der CBI Distributive Trades Survey für Juni 2026 bescheinigt dem britischen Einzelhandel die schwächste Performance seit über zwei Jahren. Die Umsätze liegen deutlich unter den saisonalen Erwartungen.
Betrugswelle: Fast 1,3 Milliarden Pfund Schaden
Ein weiteres Problem: die Sicherheit. Daten von FICO zeigen, dass die Betrugsschäden in Großbritannien im Jahr 2025 auf 1,28 Milliarden Pfund (etwa 1,5 Milliarden Euro) gestiegen sind. Besonders besorgniserregend: Die autorisierten Zahlungsbetrugsfälle nahmen um 19 Prozent auf 576,4 Millionen Pfund zu.
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PayPal mit soliden Quartalszahlen
Trotz der gemischten Signale aus der Wirtschaft zeigt PayPals Geschäftsbericht für das erste Quartal 2026 stabiles Wachstum. Der Umsatz stieg auf 8,35 Milliarden US-Dollar (etwa 7,7 Milliarden Euro) – ein Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen um 3,8 Prozent. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,34 US-Dollar und damit über der Konsensschätzung von 1,27 US-Dollar.
Die Analysten sind jedoch gespalten. Goldman Sachs hob das Kursziel für PayPal am 29. Juni von 40 auf 41 US-Dollar an, behielt aber die Verkaufsempfehlung bei. Der breite Marktkonsens lautet derzeit „Halten" bei einem Zielkurs von 55,88 US-Dollar. Aktuell notiert die Aktie bei etwa 44,34 US-Dollar – ein Minus von zwölf Prozent seit dem letzten Quartalsbericht.
