Perimenopause: SWAN-Studie zeigt jährlich 0,45 Kilo mehr Fettmasse
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Medizinische Fachberichte und Gesundheitsportale widmen sich verstärkt der Frage, wie hormonelle Umstellungen während der Perimenopause sowie Fehlfunktionen der Schilddrüse den menschlichen Stoffwechsel und das Körpergewicht steuern. Häufig führen diffuse Beschwerden wie unerklärliche Gewichtszunahme, Erschöpfung oder Wassereinlagerungen Betroffene in die Praxen, wobei die Ursachen in komplexen Regelkreisen liegen.
Schilddrüsenfunktion und metabolische Auswirkungen
Die Schilddrüse steuert über die Hormone Tetrajodthyronin (T4) und Trijodthyronin (T3) wesentliche Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Herzfrequenz und Körpertemperatur.
Nach Angaben des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases betrifft eine Schilddrüsenunterfunktion, die Hypothyreose, schätzungsweise 5 Prozent der US-Bevölkerung ab einem Alter von zwölf Jahren. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. In Deutschland gilt die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis als häufigste Ursache einer Unterfunktion.
Kommt es zu einer Unterfunktion, führt dies häufig zu einer Gewichtszunahme von 5 bis 10 Pfund, die vorwiegend aus Wasser- und Salzeinlagerungen besteht. Bei einer Überfunktion beobachten Mediziner hingegen oft einen Gewichtsverlust trotz normalen oder gesteigerten Appetits.
Weitere Symptome einer Fehlregulation umfassen anhaltende Müdigkeit trotz 10 bis 11 Stunden Schlaf, diffusen Haarausfall, der sich meist drei bis vier Monate nach der hormonellen Verschiebung zeigt, sowie das sogenannte Hertoghe-Zeichen, den Verlust des äußeren Drittels der Augenbrauen.
In der Diagnostik dient der TSH-Wert als zentrales Steuerhormon, dessen Normbereich je nach Referenz zwischen 0,4 und 4,0 mU/l beziehungsweise 0,4 und 4,2 mU/l liegt.
Fachleute weisen darauf hin, dass TSH nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern mit den freien Werten fT3 und fT4 einen Regelkreis bildet. Werte über 4,0 mU/l bei normalen peripheren Hormonen kennzeichnen eine subklinische Unterfunktion, während Werte über 10 mU/l auf schwere Fehlfunktionen hinweisen.
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Hormonelle Übergänge in der Perimenopause
Neben der Schilddrüse verändert auch der Übergang in die Menopause die metabolische Lage. Die SWAN-Studie an 1.246 Frauen zeigte, dass das Körpergewicht bereits vor dem eigentlichen Eintritt der Menopause stetig ansteigt, ohne dass sich der Trend im direkten Übergang sprunghaft beschleunigt.
Allerdings verdoppelte sich die jährliche Fettzunahme auf rund 0,45 Kilogramm pro Jahr, während die fettfreie Masse sank. Diese körperlichen Veränderungen flachten etwa zwei Jahre nach der letzten Menstruation wieder ab.
Zusätzlich sinkt der Energiebedarf mit zunehmendem Alter schrittweise. Der Ruheenergieverbrauch von Frauen zwischen 41 und 58 Jahren liegt im Schnitt etwa 100 Kilokalorien unter dem von 17- bis 21-Jährigen. Der altersbedingte Muskelabbau setzt ab dem 30. Lebensjahr ein und kann sich ab 50 Jahren auf 1 bis 2 Prozent pro Jahr beschleunigen.
Differenzierte Diagnostik und Lebensstil
Bei der Abklärung von Beschwerden warnen Mediziner vor vorschnellen Schlüssen. So können psychische Belastungen, Erschöpfung oder Muskel- und Gelenkschmerzen sowohl hormonell bedingt sein als auch eigenständige Ursachen haben.
Eine HRT-Analyse aus dem Jahr 2025 mit 5.772 Frauen ohne Diabetes ergab, dass eine Hormonersatztherapie den Aufbau von Fettmasse verlangsamen und die Insulinresistenz senken kann, jedoch kein reines Mittel zur Gewichtsreduktion darstellt.
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