Pflanzliche Kost: Genfer Studie zeigt Stoffwechselumbau bei MĂ€usen in 2 Tagen
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine rein pflanzliche ErnÀhrung kann tiefgreifende Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Eine tierexperimentelle Untersuchung der UniversitÀt Genf (UNIGE) zeigt nun, dass bereits der Wechsel von einer vegetarischen zu einer veganen Kost den Leberstoffwechsel bei MÀusen innerhalb von 2 Tagen grundlegend verÀndert.
Parallel dazu belegen klinische Daten, welche Effekte eine fettarme pflanzliche ErnÀhrung auf die menschliche Leber und das metabolische Profil bei Vorerkrankungen haben kann.
Schnelle Stoffwechselanpassung im Tiermodell
Die Forschungsgruppe an der UniversitĂ€t Genf stellte fest, dass MĂ€use unter rein veganer ErnĂ€hrung im NĂŒchternzustand weniger Glucose produzierten und sich zudem weniger spontan bewegten.
Als Ursache fĂŒr dieses verĂ€nderte Verhalten und die metabolische Verschiebung machten die Forschenden einen geringeren Anteil an verzweigtkettigen AminosĂ€uren in der pflanzlichen Nahrung aus. Zudem wandelte die Leber der Tiere Ammoniak weniger effizient in Harnstoff um.
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Die beobachteten VerĂ€nderungen erwiesen sich jedoch als vollstĂ€ndig reversibel. Sobald die Tiere wieder zu einer vegetarischen ErnĂ€hrung mit Molkenprotein zurĂŒckkehrten, normalisierten sich sowohl der Blutzuckerspiegel als auch das AktivitĂ€tsniveau innerhalb weniger Tage.
Auf biochemischer Ebene identifizierte das Team das Enzym Glutamat-Dehydrogenase (GDH) als essenziellen Faktor fĂŒr die Stoffwechselanpassung an eine rein pflanzliche Kost. Die durch den Swiss National Science Foundation (Projektnummer #310030_192486) finanzierte Studie liefert damit neue Einblicke in kurzfristige Anpassungsmechanismen des Organs.
Pierre Maechler von der UniversitĂ€t Genf ordnete die Ergebnisse dahingehend ein, dass eine Ăbertragbarkeit der Mechanismen auf den Menschen plausibel sei, da der Leberstoffwechsel bei Nagetieren und Menschen sehr Ă€hnlich funktioniere. Eine endgĂŒltige BestĂ€tigung durch entsprechende Humanstudien stehe jedoch noch aus.
Angesichts der StoffwechselverĂ€nderungen empfehlen Forschende der Genfer UniversitĂ€t bei einer pflanzlichen ErnĂ€hrung eine breite Vielfalt an Proteinquellen wie NĂŒsse, Tofu und Linsen sowie eine Supplementierung mit Vitamin B12 und die Sicherstellung einer ausreichenden Zufuhr von Eisen und Calcium.
Klinische Effekte auf Leberfett und Diabetes
ErgĂ€nzende Erkenntnisse ĂŒber die lĂ€ngerfristigen metabolischen Folgen einer pflanzlichen Kost beim Menschen liefert eine Untersuchung der Yale University School of Medicine.
In einer klinischen Studie erhielten 25 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes ĂŒber einen Zeitraum von 16 Wochen eine fettarme vegane ErnĂ€hrung, die ohne Kalorienrestriktion (ad libitum) durchgefĂŒhrt wurde; 24 Teilnehmende schlossen die Untersuchung ab. Die Probanden wiesen zu Beginn im Mittel ein Alter von 59 Jahren, ein Körpergewicht von 90,6 kg und einen Body-Mass-Index (BMI) von 31,4 auf.
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Die NĂ€hrstoffzusammensetzung der DiĂ€t umfasste rund 75% Kohlenhydrate, 15% Protein sowie 10% Fett. Die Kost basierte auf Vollkornprodukten, HĂŒlsenfrĂŒchten, GemĂŒse und Obst, wĂ€hrend auf tierische Produkte und zugesetztes Ăl vollstĂ€ndig verzichtet wurde. Nach den 16 Wochen verringerte sich das Leberfett der Teilnehmenden um 33%.
Zudem sanken das Körpergewicht um 6,0 kg, die Fettmasse um 4,2 kg und das viszerale Fettvolumen um 290 cmÂł. Zugleich verbesserten sich weitere metabolische Marker. Als ErklĂ€rung fĂŒhrten die Forschenden der Yale University an, dass sinkende Werte gesĂ€ttigter FettsĂ€uren im Blut den Abbau von Leberfett fördern.
Daten von PCRM und Yale bestĂ€tigen diese klinischen Tendenzen bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes: Die Teilnehmenden verloren nach 16 Wochen fettarmer veganer ErnĂ€hrung durchschnittlich 6 kg Körpergewicht, was einem RĂŒckgang von 6,6% des Ausgangsgewichts entsprach. Gleichzeitig sank der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) im Durchschnitt um 1 Prozentpunkt.
