Pille, Essverhalten

Pille und Essverhalten: Hormonphase erhöht Risiko fĂŒr AnfĂ€lle

25.06.2026 - 18:24:32 | boerse-global.de

Michigan-Studie belegt erhöhtes Risiko fĂŒr emotionales Essen wĂ€hrend der aktiven Hormonphase der Pille.

Pille und Essattacken: Neue Studie zeigt hormonellen Zusammenhang
Pille - Eine Frau greift nach einem Snack, im Hintergrund unscharf ein Blisterpack mit Antibabypillen, um Essverhalten und Hormone zu symbolisieren. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Forscher der Michigan State University haben einen Zusammenhang zwischen der Pille und emotionalem Essverhalten gefunden. Die im Juni in JAMA Network Open veröffentlichte Studie zeigt: Kombinierte orale Kontrazeptiva können das Risiko fĂŒr Essattacken messbar erhöhen. Besonders auffĂ€llig: Die Effekte treten unabhĂ€ngig von Stimmung oder Gewichtssorgen auf.

Hormonphase als Risikofaktor

422 Frauen zwischen 15 und 30 Jahren wurden 49 Tage lang beobachtet. Das Ergebnis: WÀhrend der 21-tÀgigen aktiven Hormonphase berichteten die Teilnehmerinnen deutlich hÀufiger von emotionalem Essen und EssanfÀllen als in der siebentÀgigen Pillenpause.

Die Zunahme des unkontrollierten Essens trat unabhÀngig von der allgemeinen Stimmungslage oder einer gesteigerten Besorgnis um das eigene Körpergewicht auf. Ein kausaler Beleg steht zwar noch aus, die statistische Korrelation ist jedoch deutlich.

Wie die Pille ins Gehirn eingreift

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Die Mechanismen sind komplex. Fachleute vermuten, dass die Hormone das Belohnungssystem im Gehirn beeinflussen. Ähnliche Effekte kennt man von GLP-1-PrĂ€paraten zur Gewichtsreduktion – nur dass diese den Appetit zĂŒgeln.

Auch genetische Faktoren spielen offenbar eine Rolle. Nicht jede Anwenderin reagiert gleich. Auf dem EULAR-Kongress im Juni 2026 wurde zudem diskutiert, dass bestimmte Patientengruppen – etwa Frauen mit rheumatischen Erkrankungen – besonders sensibel reagieren könnten.

Was Betroffene tun können

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Kelly Klump von der Michigan State University rĂ€t zu konsequentem Selbstmonitoring. Ein ErnĂ€hrungstagebuch helfe dabei, Muster im Essverhalten zu erkennen und mit dem hormonellen Zyklus abzugleichen. Allein die bewusste Überwachung der Symptome könne deren IntensitĂ€t reduzieren.

Mediziner empfehlen: Wer unter regelmĂ€ĂŸigen Essattacken leidet, sollte das GesprĂ€ch mit dem Arzt suchen. Eine Anpassung der VerhĂŒtungsmethode oder ein Wechsel des PrĂ€parats können helfen. Die AufklĂ€rung ĂŒber psychologische Nebenwirkungen sollte in der Beratung kĂŒnftig einen höheren Stellenwert bekommen – fĂŒr die Therapietreue und das Wohlbefinden der Anwenderinnen.

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