PREDIMED-Studie, Mediterrane

PREDIMED-Studie: Mediterrane Kost senkt Herzrisiko um 30 Prozent

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 13:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nüsse, Vollkorn und Hülsenfrüchte können Blutfette und Blutdruck günstig beeinflussen; bei Bedarf ergänzen Statine die Behandlung.

Cholesterin und Herzgesundheit: Ernährung, Bewegung und Statine
Eine Auswahl an gesunden Lebensmitteln wie Nüssen, Hülsenfrüchten und Olivenöl auf einem rustikalen Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Auswahl von Lebensmitteln spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Auswertungen verdeutlichen, dass eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten den Cholesterinspiegel signifikant beeinflussen und das Risiko für schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle senken kann.

Gezielte Auswahl von Milchprodukten und Käsesorten

Entgegen früherer Annahmen ist der Verzehr von Käse bei einem erhöhten Cholesterinspiegel nicht grundsätzlich untersagt. Entscheidend sind vielmehr die Sorte und die verzehrte Menge.

Experten empfehlen beispielsweise Hüttenkäse in der halbfetten Variante, da dieser eiweißreich ist und zur Kalziumversorgung beiträgt, sofern eine salzarme Variante gewählt wird. Bei Parmesan reicht oft schon ein Esslöffel der geriebenen Form aus, um Speisen zu verfeinern, ohne eine hohe Menge an gesättigten Fetten aufzunehmen.

Für Feta wird zur fettreduzierten Version geraten, da das Vollfettprodukt hohe Anteile an Salz und gesättigten Fettsäuren aufweist. Auch Mozzarella, vorzugsweise in der teilentrahmten Form, gilt als geeignete Option, da eine Portion lediglich etwa 3 Gramm gesättigte Fettsäuren enthält und der Salzanteil vergleichsweise niedrig ist.

Für Menschen mit Laktoseintoleranz weisen Fachleute darauf hin, dass gereifte Käsesorten wie Gouda, Edamer oder Parmesan meist gut verträglich sind, da die Laktose während des Reifeprozesses abgebaut wird.

Die Rolle von Nüssen, Vollkorn und Hülsenfrüchten

Umfangreiche Untersuchungen wie die PREDIMED-Studie belegen, dass eine mediterrane Kost, ergänzt durch natives Olivenöl, das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 30 Prozent senken kann. Ein ähnlicher Effekt wird dem regelmäßigen Verzehr von Nüssen zugeschrieben.

Langzeitstudien deuten darauf hin, dass das Risiko für koronare Herzkrankheiten durch den Konsum von Nüssen um bis zu 24 Prozent reduziert werden kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Orientierungswert eine tägliche Menge von etwa 25 Gramm Nüssen oder Samen.

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Neben Nüssen leisten Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte einen wesentlichen Beitrag zur Gefäßgesundheit. Eine tägliche Aufnahme von 60 bis 100 Gramm Vollkorn kann die Blutfettwerte und den Blutdruck verbessern.

Insbesondere der Ballaststoff Beta-Glucan, der in Mengen von 3 Gramm pro Tag aufgenommen wird, kann das LDL-Cholesterin um bis zu 15 Prozent senken. Eine Metaanalyse in „BMJ Nutrition, Prevention & Health“ zeigt zudem, dass der tägliche Verzehr von etwa 170 Gramm Hülsenfrüchten das Bluthochdruck-Risiko um 30 Prozent mindern kann.

Management von Triglyzeridwerten und Omega-3-Fettsäuren

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Atherosklerose-Prävention sind die Triglyzeridwerte. Ein Nüchternwert von unter 150 mg/dL gilt als normal. Zur Senkung erhöhter Werte werden eine Reduktion von Zucker und Alkohol sowie eine Steigerung der körperlichen Aktivität empfohlen. 150 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche können hier bereits signifikante Verbesserungen erzielen.

Hinsichtlich der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren raten Mediziner gesunden Personen zu zwei Portionen fettem Seefisch pro Woche, was einer Menge von etwa 250 mg EPA und DHA entspricht. Während ein Omega-3-Index von über 8 Prozent als optimal gilt, ist die Studienlage zur präventiven Wirkung von Supplementen auf Herzinfarkte uneinheitlich.

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Medikamentöse Therapie und langfristige Prognosen

Wenn Lebensstilanpassungen nicht ausreichen, kommen häufig Statine zum Einsatz, die den Cholesterinspiegel um etwa 20 bis 50 Prozent senken können. Fachleute weisen darauf hin, dass diese Medikamente zumeist abends eingenommen werden sollten.

Eine dänische Beobachtungsstudie, deren Ergebnisse in „The Lancet Regional Health – Europe“ veröffentlicht wurden, deutet zudem darauf hin, dass eine frühzeitige Statintherapie bei Typ-2-Diabetes mit einem um 15 Prozent reduzierten Demenzrisiko innerhalb von zehn Jahren assoziiert ist.

Für die Rückbildung bereits bestehender Gefäßverkalkungen (Plaques) sind laut Experten des LMU Klinikums sehr niedrige LDL-Werte unter 55 mg/dl erforderlich. In entsprechenden Untersuchungen zeigten über 90 Prozent der Patienten eine Regression der Plaques, wobei dieser Prozess mehrere Jahre in Anspruch nimmt.

Ergänzend kann eine Anpassung des Lebensstils, einschließlich eines Rauchstopps und regelmäßiger Bewegung, das Risiko für Folgeereignisse bei bestehender Herzkrankheit fast um die Hälfte reduzieren.

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