Proteinzufuhr, Richtige

Proteinzufuhr: Richtige Menge erhöht Chancen auf gesundes Altern um 38%

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mediterrane ErnÀhrung zeigt in Studien positive Effekte auf Psyche und Demenzrisiko. Experten betonen: Keine WunderdiÀt, nur ein Baustein der PrÀvention.

ErnĂ€hrung und Alterung: Mediterrane Kost schĂŒtzt Psyche und Kognition
Eine Ă€ltere Person bereitet in einer hellen KĂŒche eine gesunde Mahlzeit mit frischem GemĂŒse und Olivenöl zu. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In der Gesundheitsforschung rückt die Bedeutung der Ernährung für den Alterungsprozess zunehmend in den Fokus. Aktuelle Auswertungen der englischen Verlaufsstudie zum Altern (English Longitudinal Study of Ageing, ELSA) mit 3296 Teilnehmenden im Durchschnittsalter von 68 Jahren deuten auf eine Korrelation zwischen der Ernährungsweise und der psychischen Stabilität hin.

Die im August 2026 veröffentlichte Beobachtungsstudie, die Daten aus den Jahren 2018 und 2019 nutzt, zeigt, dass eine starke Orientierung an der mediterranen Ernährung mit einem geringeren Rückgang des psychischen Wohlbefindens während der Corona-Pandemie verbunden war. Ein direkter kausaler Beweis wurde dabei nicht erbracht.

Die Rolle der mediterranen Kost für die Psyche und Kognition

Die Ergebnisse der englischen Forscher werden durch weitere Analysen gestützt. Eine Untersuchung des Policlinico Gemelli bei 565 Briten ab 65 Jahren ergab, dass eine hohe Adhärenz zum sogenannten Mediterranean Lifestyle Score – der neben der Ernährung auch Bewegung, Schlaf und Sozialkontakte umfasst – mit einer geringeren körperlichen Behinderung und besserer Kognition assoziiert ist. Auch hier handelt es sich um eine Beobachtung ohne festgestellte Kausalität.

Ergänzende Analysen mit Daten von über 800.000 Personen zeigen zudem, dass die mediterrane Ernährung sowie die MIND-Diät das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung senken können. Im Gegensatz dazu steige das Demenzrisiko bei einem hohen Konsum hochverarbeiteter Produkte deutlich an. Experten betonen jedoch, dass es keine Wunderdiät gebe und die Ernährung lediglich einen Baustein der Prävention darstelle.

Proteinversorgung und Nährstoffmangel im Fokus

Ein wesentlicher Faktor für gesundes Altern ist die Proteinzufuhr. Berichten zufolge erhöhe eine angemessene Zufuhr die Chance auf einen gesunden Alterungsprozess um 38 %.

Die Ernährungswissenschaftlerin Petra Rust von der Universität Wien wies darauf hin, dass die empfohlene Proteinzufuhr bei 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag liege. Dieser Wert werde von fast allen Erwachsenen überschritten, weshalb Proteinsupplemente für gesunde Personen nicht erforderlich seien.

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Trotz einer tendenziellen Überversorgung in einigen Bereichen bleibt Mangelernährung ein kritisches Thema im klinischen Sektor. Eine Auswertung von Krankenkassendaten zwischen 2017 und 2024 belegt, dass in Deutschland lediglich bei 1 % der Krankenhauspatienten eine Mangelernährung diagnostiziert wurde, obwohl Schätzungen von einer Betroffenheit bei 20 bis 30 % ausgehen. Gründe hierfür seien Zeitmangel und unzureichende Schulungen des Personals. Eine entsprechende Richtlinie soll bis Ende 2027 umgesetzt werden.

Risikofaktoren durch Essenspausen und Mikronährstoffe

Entgegen dem Trend des Intervallfastens warnt eine Studie des Karolinska-Instituts (SNAC-K) vor zu langen Nahrungskarenzen im hohen Alter. Bei 2981 Personen ab 60 Jahren wurde beobachtet, dass tägliche Essenspausen von 14 bis 24 Stunden mit einer schnelleren Akkumulation chronischer Krankheiten assoziiert waren, insbesondere in der Altersgruppe der über 78-Jährigen.

Auch die Mikronährstoffbilanz bleibt problematisch. Eine US-Studie auf Basis von NHANES-Daten (1999–2023) verdeutlicht Defizite bei Erwachsenen mit Bluthochdruck: Nur 1 % der Betroffenen erreichte gleichzeitig die empfohlenen Grenzwerte für Natrium (maximal 2300 mg) und Kalium (mindestens 3500 mg). Die DASH-Diät könne den Blutdruck im Durchschnitt um 10 mmHg senken, werde jedoch selten konsequent umgesetzt.

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Ganzheitliche Präventionskonzepte und Alltagsgewohnheiten

Das Longevity-Konzept rückt die Prävention anstelle der rein kurativen Behandlung in den Mittelpunkt. Der Altersforscher Thomas E. Dorner betont die Bedeutung eines ganzheitlichen Wohlbefindens. Ergänzend dazu zeigen Untersuchungen zu kleinen Gewohnheiten, dass bereits kurze Atemübungen, eine Handvoll Nüsse oder ein fünfminütiger Spaziergang nach dem Essen messbare Effekte auf Blutzucker, Blutdruck und Stimmung haben können.

Die Ernährungswissenschaftlerin Claudia Osterkamp-Baerens wies zudem auf die Problematik ungenauer Kalorien-Apps hin, die Fehler von bis zu 500 kcal pro Tag aufweisen könnten. Sie warnte davor, das Frühstück auszulassen, da dies häufig zu vermehrtem Snacking ab dem späten Vormittag führe. In Deutschland gelten aktuell 50 % der Erwachsenen und 15 % der Kinder als übergewichtig.

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