REM-Schlaf, Minuten

REM-Schlaf: 47,6 Minuten mehr gingen mit 46 Prozent weniger Demenzrisiko einher

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr Traumschlaf korrelierte mit geringeren Risiken; die Beobachtungsstudie belegt jedoch keine Ursache-Wirkung-Beziehung.

REM-Schlaf und Gesundheit: Studie findet Verbindungen zu 83 Erkrankungen
Ein minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer in den frühen Morgenstunden mit sanftem Licht und ungemachtem Bett. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Schlafverhalten rücken zunehmend die Bedeutung einzelner Schlafphasen für die langfristige Gesundheit in den Fokus. Eine großangelegte internationale Beobachtungsstudie der Capital Medical University in China zeigt deutliche statistische Verbindungen zwischen dem sogenannten REM-Schlaf und einer Vielzahl von Krankheitsbildern.

Die Auswertung von Daten der britischen UK Biobank ergab, dass ein höherer Anteil an Traumschlaf mit einem geringeren Risiko für 83 Erkrankungen einherging, darunter Demenz, Alzheimer sowie verschiedene Herz-Kreislauf-Leiden.

Signifikante Zusammenhänge bei Demenz und neurodegenerativen Leiden

Für die Untersuchung wurden Daten von 95.559 Teilnehmenden herangezogen, deren Schlafphasen über sieben Tage hinweg mittels Beschleunigungsmessern am Handgelenk erfasst worden waren.

Der Gesundheitszustand der Probanden – mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren und einem Männeranteil von 43,7 Prozent – wurde über einen Zeitraum von im Median 8,9 Jahren nachverfolgt. Forscher der Universität Peking und der Capital Medical University überprüften dabei mögliche Zusammenhänge mit mehr als 1.000 Erkrankungen.

Besonders ausgeprägt zeigten sich die Effekte bei neurodegenerativen Erkrankungen. Ein zeitlicher Abstand von 47,6 Minuten REM-Schlaf zwischen dem untersten und dem obersten Viertel der Schlafenden war mit einem um 46 Prozent niedrigeren späteren Demenzrisiko verbunden.

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Bei Parkinsonismus lag der Unterschied bei rund 80 Prozent, während das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung um 31 Prozent geringer ausfiel. Auch im kardiovaskulären Bereich traten statistische Vorteile auf: Derselbe Unterschied in der Schlafdauer korrelierte mit einem 26 Prozent geringeren Risiko für Herzinsuffizienz und einem um 17 Prozent niedrigeren Risiko für Vorhofflimmern.

Bedeutung von Schlafdauer und weiteren Schlafphasen

Während mehr REM-Schlaf mit Vorteilen bei 83 Krankheitsbildern zusammenhing, war ein höherer Anteil an Tiefschlaf mit einem geringeren Risiko für sieben Krankheiten verbunden, darunter Typ-2-Diabetes und schwere Depressionen. Zudem spielte die Gesamtdauer der Nachtruhe eine maßgebliche Rolle: Bei 69 von 86 erfassten Krankheitsbildern erwies sich eine Schlafdauer von sechs bis acht Stunden pro Nacht als statistisch günstigster Bereich.

Schlafmangel wies hingegen gegenteilige Effekte auf. Eine Schlafdauer von weniger als fünf Stunden war bei 37 Krankheiten mit erhöhten Risiken verknüpft, unter anderem bei Herzinsuffizienz, COPD und Typ-2-Diabetes.

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Unregelmäßige Schlafmuster sowie häufiges nächtliches Erwachen gingen zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Angststörungen und substanzbezogene Störungen einher. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Erwachsenen generell mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht.

Methodische Einschränkungen und offene Kausalitätsfragen

Trotz der deutlichen statistischen Korrelationen weisen die Studienautoren der Capital Medical University auf wesentliche Limitationen hin. Es handele sich um eine reine Beobachtungsstudie, die keinen Kausalitätsnachweis liefern könne. Es gebe bislang keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine gezielte Verlängerung des REM-Schlafs Krankheitsrisiken aktiv senkt.

Auch das Phänomen einer umgekehrten Kausalität sei denkbar, wonach frühe Krankheitsstadien bereits unbemerkt das Schlafprofil beeinträchtigen könnten.

Zudem erfolgte die Messung des Schlafverhaltens lediglich über eine einzige Woche hinweg. Die eingesetzten Sensoren unterschätzten die REM-Phasen zudem im Mittel um 17,1 Minuten. Auch die Zusammensetzung der Kohorte – die Teilnehmenden waren zu Studienbeginn gesund und zu 96,9 Prozent weiß – schränkt die universelle Übertragbarkeit der Resultate ein.

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