Schlafmangel, Stunden

Schlafmangel: 28 Stunden ohne Schlaf verÀndern Gehirnstruktur

29.06.2026 - 13:13:40 | boerse-global.de

Forscher belegen: Bereits 28 Stunden ohne Schlaf erhöhen Synapsendichte in GedÀchtnisregionen. Zahnarztbesuche senken Demenzrisiko.

Schlafmangel verĂ€ndert Gehirnstruktur: Neue JĂŒlicher Studie
Schlafmangel - Nahaufnahme eines Gehirnmodells mit leuchtenden neuronalen Pfaden und Synapsen, die erhöhte AktivitĂ€t darstellen, vor dunklem Hintergrund. 29.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Studie des Forschungszentrums JĂŒlich.

Die Forscher um David Elmenhorst untersuchten 40 Probanden nach einer durchwachten Nacht. Mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) maßen sie die Konzentration des Proteins SV2A – einem Marker fĂŒr die Dichte von Synapsen, also den Verbindungen zwischen Nervenzellen.

Das Ergebnis: Nach der langen Wachphase war die SV2A-Konzentration in bestimmten Hirnregionen deutlich erhöht. Besonders betroffen waren der Thalamus und der Hippocampus – Areale, die fĂŒr Sinnesverarbeitung und GedĂ€chtnisbildung zustĂ€ndig sind.

Schlaf als „Reset“ fĂŒrs Gehirn

Die Beobachtung stĂŒtzt eine zentrale Theorie der Schlafforschung: Schlaf dient dazu, die im Laufe des Tages aufgebauten Synapsenverbindungen wieder zu reduzieren. Ohne diese nĂ€chtliche „Reinigung“ wĂŒrde das neuronale Netzwerk ĂŒberlasten.

Die Wissenschaftler vermuten, dass das Herunterfahren der Verbindungen Energie spart. So bleibt das Gehirn langfristig leistungsfĂ€hig. Dauerhafter Schlafmangel könnte diesen Erholungsprozess stören – mit Folgen fĂŒr die kognitive Effizienz.

Anzeige

Damit das Gehirn nach anstrengenden Wachphasen und im Alter regenerationsfĂ€hig bleibt, können gezielte Übungen die neuronale Fitness unterstĂŒtzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit 11 praktischen AlltagsĂŒbungen Ihre Konzentration stĂ€rken und Demenz aktiv vorbeugen. Diese 11 AlltagsĂŒbungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Die Studie wurde am 29. Juni 2026 im Fachmagazin PLOS Biology veröffentlicht.

ZĂ€hne putzen gegen Demenz?

Doch Schlaf ist nicht der einzige Faktor fĂŒr die Gehirngesundheit. Eine zweite, groß angelegte US-Studie liefert ĂŒberraschende Erkenntnisse: Wer aus finanziellen GrĂŒnden nicht zum Zahnarzt geht, hat ein höheres Risiko fĂŒr Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Untersuchung der „All of Us“-Kohorte des National Institutes of Health (NIH) wertete Daten von ĂŒber 90.000 Teilnehmern ab 55 Jahren aus. Das Ergebnis: Finanzielle HĂŒrden beim Zahnarztbesuch korrelieren statistisch mit einem erhöhten Risiko fĂŒr Herzinfarkte, SchlaganfĂ€lle und Demenz.

Anzeige

Da VerĂ€nderungen im Hippocampus und GedĂ€chtnisprobleme oft schleichend beginnen, ist eine frĂŒhzeitige EinschĂ€tzung der eigenen kognitiven Leistung entscheidend. Mit diesem wissenschaftlich fundierten Kurztest erhalten Sie in nur zwei Minuten eine anonyme erste Auswertung Ihrer geistigen Fitness. Vergessen Sie Namen oder Termine immer öfter?

Die Autoren schÀtzen, dass zwei bis vier Prozent dieser schweren Erkrankungen durch einen kostenfreien Zugang zur Zahnmedizin vermieden werden könnten. Die Studie erschien in The Journals of Gerontology, Series A.

Zusammengenommen zeigen beide Studien: Gehirngesundheit hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab – von der biologischen Regeneration im Schlaf bis zu sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen.

de | wissenschaft | 69652677 |