Schlafmangel, Zentrum

Schlafmangel: 77 Prozent der 45- bis 59-Jährigen schlafen zu wenig

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das neue Zentrum ergänzt ärztliche Diagnostik durch Therapieeinweisung, Maskenanpassung und fortlaufende Betreuung bei Schlaf-Atem-Störungen.

Löwenstein Medical eröffnet Schlaf-Atem-Zentrum in Weißenhorn
Ein heller, minimalistisch eingerichteter Beratungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit ruhiger Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Nächtliche Atemprobleme und chronischer Schlafmangel stellen das Gesundheitssystem vor wachsende Herausforderungen. Atembezogene Schlafstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe bleiben häufig unerkannt, obwohl sie erhebliche Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit und das Wohlbefinden haben.

Um die Lücke zwischen der rein klinischen Diagnose und der langfristigen Betreuung der Betroffenen zu schließen, gewinnen ambulante Unterstützungsangebote zunehmend an Bedeutung.

Neues Versorgungszentrum für nächtliche Atmungsstörungen

In Weißenhorn hat Löwenstein Medical gemeinsam mit der Besser-Schlafen-Beratung in der Hauptstraße 10 ein neuen Schlaf-Atem-Zentrum eingerichtet. Die Einrichtung versteht sich als Ergänzung zur ärztlichen Diagnostik sowie zu bestehenden Schlaflaboren.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier, an der Gäste aus der Ärzteschaft, dem regionalen Gesundheitswesen und der Kommunalpolitik teilnahmen, hielt Prof. Dr. Bernd Schönhofer von der Medizinischen Hochschule Hannover einen Fachvortrag über die Häufigkeit und die oft vernachlässigten Folgen von Atmungsstörungen im Schlaf. Am 4. Oktober fand zudem ein Tag der offenen Tür statt, wie aus einem Bericht vom 6. Oktober 2026 hervorgeht.

Das Leistungsangebot des Zentrums setzt nach ärztlicher Verordnung an. Es umfasst neben der grundlegenden Therapie-Einweisung und der individuellen Maskenanpassung eine fortlaufende Therapiebegleitung. Ergänzt wird das Portfolio durch Schlafberatungen, Coachings sowie Angebote im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Häufige Beschwerden und gesundheitliche Folgen

Die Relevanz solcher Betreuungsangebote verdeutlichen Erhebungen zur Schlafqualität in der Bevölkerung. Nach einer forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes erreichen lediglich 30 Prozent der Menschen in Deutschland die empfohlenen sieben bis neun Stunden Nachtschlaf, während 69 Prozent darunter liegen.

Besonders ausgeprägt ist das Defizit in der Altersgruppe zwischen 45 und 59 Jahren, in der 77 Prozent die Schlafdauer verfehlen. Rund 58 Prozent der Befragten gaben wiederholte oder anhaltende Schlafprobleme an, wobei Frauen mit 64 Prozent häufiger betroffen sind als Männer mit 52 Prozent.

Anzeige

Wer sich mit den Folgen von chronischem Schlafmangel und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken befasst, sollte auch das Herz-Kreislauf-System im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt 8 natürliche Wege auf, um die Blutwerte zu verbessern und das Herzinfarktrisiko zu senken. 8 sofort umsetzbare Maßnahmen gegen Bluthochdruck entdecken

Bei den Betroffenen stehen Durchschlafstörungen mit 78 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Einschlafproblemen mit 52 Prozent. Als Folgen nannten 65 Prozent Müdigkeit sowie 40 Prozent eine verminderte Belastbarkeit.

Dr. Peter Caspar Schulte, Chefarzt am Moerser Bethanien-Krankenhaus, verweist darauf, dass für viele Erwachsene sieben bis acht Stunden Schlaf als Richtwert gelten. Bleibt die Erholung über längere Zeit aus, drohen gravierende Begleiterkrankungen.

Fachleute weisen darauf hin, dass während des Schlafs der Blutdruck physiologisch absinken sollte. Bleibt dieser Erholungseffekt dauerhaft aus, steigen Gefäßbelastungen und das Risiko für Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Anzeige

Die Wissenschaft bestätigt, dass bereits kurze, gezielte Übungen eine messbare Entlastung für das Herz-Kreislauf-System bewirken können. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, wie Sie Ihre Werte auch ohne anstrengendes Training effektiv regulieren können. 3 wissenschaftlich belegte Übungen gegen Bluthochdruck kostenlos sichern

Leitliniengerechte Behandlungsansätze

Von einer chronischen Insomnie sprechen Mediziner, wenn Beschwerden in mindestens drei Nächten pro Woche über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten anhalten. Nach den Vorgaben der deutschen Leitlinie gilt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) als Mittel der ersten Wahl vor medikamentösen Therapien. Zu deren Kernbausteinen gehören die Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion, Schlafedukation sowie Entspannungsverfahren.

Schlafmittel wie Benzodiazepine oder Z-Substanzen sollten Fachleuten zufolge aufgrund des raschen Abhängigkeitsrisikos nur kurzfristig angewendet werden. Bei organischen Ursachen wie der Schlafapnoe bleibt die kontinuierliche Überdruckbeatmung essenziell, deren Erfolg in der Praxis maßgeblich von einer präzisen Maskenanpassung und engmaschigen Begleitung abhängt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70245566 |