Schmerztherapie, Deutschland

Schmerztherapie in Deutschland: Neuer Ampeltest soll Opioid-Behandlung sicherer machen

07.05.2026 - 08:49:10 | boerse-global.de

Neuer Ampeltest erkennt Verstopfungsrisiken bei Opioid-Therapie. Praxisleitfaden und Langzeitstudie stellen Operations-Standards infrage.

Schmerztherapie in Deutschland: Neuer Ampeltest soll Opioid-Behandlung sicherer machen - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Schmerztherapie in Deutschland: Neuer Ampeltest soll Opioid-Behandlung sicherer machen - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Die Deutsche Schmerzliga hat heute einen neuartigen „Ampeltest“ vorgestellt, der Patienten und Ärzten hilft, Verstopfungsrisiken durch Opioide besser zu erkennen. Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen – und viele von ihnen sind auf starke Schmerzmittel angewiesen. Das Problem: Opioidbedingte Verstopfung wird im Praxisalltag viel zu selten themisiert. Der Ampeltest soll diese Kommunikationslücke schließen und frühzeitige Therapieanpassungen ermöglichen.

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Neue Qualitätsstandards für die Hausarztpraxis

Bereits am Montag dieser Woche präsentierten der AOK-Bundesverband und das aQua-Institut einen neuen Praxisleitfaden für chronische Schmerzen ohne Tumorerkrankung. Der Leitfaden, Band C5 der Reihe „Qualitätsindikatoren in der Hausarztpraxis“ (QISA), enthält 13 Qualitätsindikatoren. Diese messen Prozess-, Ergebnis- und Strukturqualität – mit besonderem Fokus auf psychosoziale Risikofaktoren und validierte Schmerzmessung.

Hintergrund der Entwicklung ist das RELIEF-Projekt der Universität Heidelberg, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird und bis 2027 läuft. Die Materialien sind kostenlos verfügbar und sollen Hausärzten helfen, ihre Patienten strukturiert und leitliniengerecht zu versorgen.

MĂĽnchener Schmerzklinik weitet Versorgungsnetz aus

Die Algesiologikum Tagesklinik für Schmerzmedizin in München hat ihren Qualitätsvertrag für die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) auf 18 Krankenkassen ausgeweitet. Neu dabei sind die DAK-Gesundheit sowie mehrere Betriebskrankenkassen von Audi, Bosch und BMW, außerdem die IKK Südwest und BIG direkt gesund.

Das IMST-Konzept, ursprünglich von der Deutschen Schmerzgesellschaft gemeinsam mit BARMER und TK entwickelt, setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz. In 26 Standorten bundesweit werden die Behandlungsergebnisse im KEDOQ-Schmerzregister dokumentiert. Ziel ist der Nachweis, dass die Kombination aus körperlichen, psychischen und sozialen Therapiebausteinen wirkt.

Schmerz und Kreativität: Gleiche Mechanismen im Gehirn?

Eine Studie der Constructor University Bremen, der Universität Zürich und der Universität Bordeaux liefert überraschende Erkenntnisse: Schmerz und Kreativität nutzen offenbar identische neurologische Mechanismen. Veröffentlicht im Fachjournal Neurosciences & Biobehavioral Reviews, argumentiert das Team um Radwa Khalil, dass diese Überschneidungen neue Türen für kreative Therapieansätze öffnen könnten.

Das verändert den Blick auf Schmerz: Nicht mehr nur als rein negatives Sinneserlebnis, sondern als komplexen neurologischen Zustand, der sich möglicherweise durch unkonventionelle, kreativitätsbasierte Interventionen beeinflussen lässt.

FĂĽnf-Punkte-Plan fĂĽr Diabetes-Patienten mit ME/CFS

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe haben einen speziellen FĂĽnf-Punkte-Plan fĂĽr die rund 650.000 ME/CFS-Patienten in Deutschland vorgelegt, die gleichzeitig an Diabetes leiden.

Das Problem: Autonome Funktionsstörungen bei ME/CFS beeinträchtigen die Wahrnehmung des Blutzuckerspiegels. Unterzuckerungen wiederum verschlimmern die typische Erschöpfung drastisch. Die Empfehlung lautet auf ein individuelles Aktivitätsmanagement („Pacing“), engmaschige Blutzuckerkontrollen und vereinfachte Therapieschemata.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zudem den Off-Label-Einsatz von Metformin zur Long-COVID-Prophylaxe bei übergewichtigen Patienten genehmigt – das Risiko könnte sich um bis zu 50 Prozent senken lassen. Auch GLP-1-Rezeptor-Agonisten stehen im Fokus weiterer Forschung.

64,4 Milliarden Euro: Die volkswirtschaftliche Last chronischer Erkrankungen

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hat auf seiner heutigen Delegiertenkonferenz eine Resolution verabschiedet, die eine Schließung der Versorgungslücken für Long-COVID-, Post-COVID- und ME/CFS-Patienten fordert. Grundlage ist eine Studie vom Mai 2025, die 1,4 Millionen Betroffene in Deutschland zählt.

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm: 64,4 Milliarden Euro Gesamtkosten pro Jahr – das entspricht rund 1,44 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der BDP fordert einen beschleunigten Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis, schnellere Zulassungsverfahren und einen massiven Ausbau psychologischer Unterstützungsangebote.

Zehn-Jahres-Studie erschüttert Operations-Glaubenssätze

Eine finnische Langzeitstudie, veröffentlicht im New England Journal of Medicine, stellt gängige Praxis infrage: Die arthroskopische Teil-Meniskusresektion bei degenerativen Meniskusrissen bringt keinerlei Langzeitvorteil gegenüber nicht-operativen Verfahren. Im Gegenteil: Operierte Patienten berichteten von stärkeren Beschwerden und schnellerem Gelenkverschleiß. Die Autoren sprechen von einem medizinischen Wendepunkt – konservative Behandlungen sollten bei degenerativen Erkrankungen Vorrang haben.

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Ausblick: Was die kommenden Monate bringen

Am 2. Juni 2026 veranstaltet das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein den 15. Aktionstag gegen Schmerz – in Lübeck und online. Experten wie PD Dr. Kaiser und PD Dr. Rasche diskutieren aktuelle Therapiepraxis und neueste Entwicklungen in der Neurostimulation.

An der Universität Jena forscht die Gruppe „nature4HEALTH“ bis Dezember 2026 an neuen Therapien mit natürlichen Wirkstoffen. Mit einer Million Euro aus dem EFRE-Fonds untersuchen die Wissenschaftler Kombinationen aus Weihrauchextrakten, Vitamin-E-Metaboliten und Omega-3-Fettsäuren. Eingekapselt in Nanopartikel sollen diese Substanzen besser bioverfügbar werden – eine vielversprechende Alternative zu synthetischen Medikamenten mit ihren oft erheblichen Nebenwirkungen.

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