Senioren-Ernährung, DGE

Senioren-Ernährung: DGE erhöht Protein-Empfehlung auf 1,0 Gramm

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DGE erhöht die Proteinempfehlung für Senioren. Mikronährstoffmängel sind weit verbreitet, während neue Studien Fasten und Gartentherapie als vielversprechende Ansätze zeigen.

Senioren-Ernährung: Neue DGE-Proteinempfehlungen und Mikronährstofflücken
Ein älterer Mensch bereitet eine gesunde Mahlzeit mit frischem Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchten in einer hellen Küche zu. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Viele Senioren in Deutschland sind schlechter mit Nährstoffen versorgt, als sie sein müssten. Dabei geht es um weit mehr als nur um Sättigung – es geht um den Erhalt von Muskeln, Knochen und geistiger Fitness.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Empfehlungen für Menschen über 65 Jahren angepasst. Statt 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht sollen es nun mindestens 1,0 Gramm sein. Der Grund: Mit dem Alter verlieren Menschen durchschnittlich ein Drittel ihrer Muskelmasse. Die sogenannte Sarkopenie erhöht das Sturzrisiko und schränkt die Mobilität ein.

High-Protein-Hype mit Haken

Der Markt reagiert längst auf den gestiegenen Proteinbedarf. Supermärkte bieten immer mehr High-Protein-Produkte an. Verbraucherschützer warnen jedoch vor unnötigen Ausgaben: Rund 86 Prozent dieser Produkte sind teurer als Standardvarianten – ohne zwingend gesünder zu sein.

Dabei ließe sich der tägliche Bedarf von 53 bis 84 Gramm Protein meist durch natürliche Quellen decken. Fisch, mageres Fleisch und Hülsenfrüchte liefern alles Nötige.

Forscher der Kyushu University verfolgen einen anderen Ansatz. Sie identifizierten das Molekül Liponsäure-Trisulfid (LASSS), das die Muskelregeneration fördern und Atrophie bremsen könnte. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht.

Mikronährstoffe: Die unterschätzte Lücke

Noch gravierender als beim Protein sind die Defizite bei Mikronährstoffen. Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: 80 bis 90 Prozent der Deutschen haben eine unzureichende Folsäure-Versorgung. Auch Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet – Werte unter 20 ng/ml gelten als unzureichend, unter 10 ng/ml als schwerer Mangel mit Folgen wie Knochenschmerzen und Muskelschwäche.

Anzeige

Ob Muskelschwäche oder Nährstoffmangel – oft werden Laborwerte falsch interpretiert, was gezielte Vorsorge erschwert. Dieser kostenlose 25-seitige Report hilft Ihnen dabei, Ihre Blutwerte selbst zu verstehen und Mängel frühzeitig zu erkennen. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck sichern

Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthrose spielen mehrere Nährstoffe eine Schlüsselrolle:

  • Antioxidantien wie Vitamin C und E unterstĂĽtzen die Geweberegeneration. Klinische Studien deuten darauf hin, dass Vitamin E Schmerzen lindern kann.
  • Zink – der Bedarf verdoppelt sich bei EntzĂĽndungen auf 20 bis 30 Milligramm.
  • Selen wird mit einer Risikoreduktion fĂĽr degenerative Prozesse um bis zu 40 Prozent verbunden.
  • Omega-3-Fettsäuren wirken nachweislich entzĂĽndungshemmend.

Forschende der Uniklinik Homburg entdeckten zudem, dass eine Fehlfunktion der Botenstoffe Interleukin-1 und IL-1Ra überschießende Entzündungen begünstigt – etwa bei schweren Covid-Verläufen oder axialer Spondyloarthritis.

Fasten fĂĽr den Geist

Die Rutgers University untersucht den Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern und kognitiver Leistungsfähigkeit. Erste Ergebnisse legen nahe: Zeitlich eingeschränktes Essen – eine Form des intermittierenden Fastens – könnte den kognitiven Abbau bei Senioren verlangsamen.

Anzeige

Eine bewusste Ernährung ist die Basis für geistige Fitness bis ins hohe Alter und eine effektive Demenzvorbeugung. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber, welche 11 Alltagsübungen und Ernährungstipps Ihr Gedächtnis nachhaltig stärken. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness herunterladen

Auch bei laryngopharyngealem Reflux zeigen Ernährungsinterventionen beeindruckende Erfolge. Eine im JAMA Network veröffentlichte Studie belegte, dass eine eiweißreiche, fett- und zuckerarme Kost bei über 81 Prozent der Teilnehmer besser half als herkömmliche Säureblocker.

Vom Acker auf den Teller

Neben klinischen Ansätzen rücken soziale Konzepte in den Fokus. In Thüringen startete im Frühjahr 2026 das Projekt „Pflegeacker“. Es nutzt Gartentherapie in Pflegeheimen, um Bewegung zu fördern und Zugang zu frischen Lebensmitteln zu schaffen. Ähnlich funktioniert der „Küchenkompass“ – ein Kochkurs, der seit Mai 2026 Senioren in der Zubereitung gesunder Mahlzeiten schult und soziale Interaktion stärkt.

Politisch fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Zuckersteuer. Chefin Ramona Pop will die Einnahmen direkt in Gesundheitsförderung investieren. Die Lebenserwartung in Deutschland liegt im EU-Vergleich unterdurchschnittlich, und Fortschritte bei der Reduktion von Adipositas und Diabetes bleiben aus.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69881783 |