Senioren und KI: Studie zeigt großen Nachholbedarf bei Digitalkompetenz
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Künstliche Intelligenz gilt vielen als Domäne der Jüngeren – dabei zeigt sich zunehmend, dass auch ältere Menschen von Anwendungen wie ChatGPT profitieren können, sofern ihnen der Einstieg erleichtert wird. Ein Beispiel dafür liefert ein Schulungszentrum in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz, wo der IT-Berater Klaus Jürgen Lapp (64) Senioren praktische KI-Anwendungen im Alltag vermittelt.
Behördengänge, Formulare, Übersetzungen
In den Seminaren zeigt Lapp seinen Teilnehmern, wie sich KI-Werkzeuge für ganz konkrete Alltagsprobleme nutzen lassen: beim Ausfüllen von Formularen, bei allgemeinen Alltagsfragen, beim Verfassen von Texten sowie beim Übersetzen. Damit setzt das Angebot bewusst nicht bei abstrakten Technikkonzepten an, sondern bei Anwendungsfällen, die für ältere Menschen im Umgang mit Behörden, Ämtern oder im privaten Schriftverkehr regelmäßig relevant sind.
Selbsteinschätzung fällt kritisch aus
Wie groß der Nachholbedarf beim Thema Digitalkompetenz in der älteren Generation eingeschätzt wird, zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom: Über-65-Jährige bewerten ihre eigene Digitalkompetenz demnach mit der Schulnote 4,3, Über-75-Jährige sogar nur mit 4,8. Diese Selbsteinschätzung verdeutlicht eine spürbare Unsicherheit im Umgang mit digitalen Werkzeugen – eine Lücke, die Schulungsangebote wie jenes in Zweibrücken zu schließen versuchen.
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„Keine Altersgrenze für das Lernen"
Lapp betont in diesem Zusammenhang, dass es keine Altersgrenze für das Lernen neuer Technologien gebe. Diese Einschätzung deckt sich mit Befunden, die belegen, dass das Alter allein kein Hindernis für den Erwerb neuer digitaler Fähigkeiten darstellt. Entscheidend sei vielmehr, wie der Zugang zu solchen Technologien gestaltet werde – ob niedrigschwellig, praxisnah und ohne technischen Fachjargon.
Bedeutung für den Alltag älterer Menschen
Der Ansatz, KI-Anwendungen direkt an konkreten Alltagssituationen wie Formularen, Behördenkommunikation oder Übersetzungsaufgaben zu erklären, dürfte gerade für jene Generation hilfreich sein, die sich laut der Bitkom-Erhebung selbst als digital wenig kompetent einschätzt.
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Schulungszentren wie jenes in Zweibrücken könnten damit einen Beitrag dazu leisten, die Distanz zwischen technischer Innovation und praktischer Alltagsnutzung für ältere Menschen zu verringern.
Für die Teilnehmer der Seminare steht dabei weniger die technische Tiefe im Vordergrund als der unmittelbare Nutzen: Wer lernt, ein Formular mithilfe einer KI-Anwendung korrekt auszufüllen oder einen fremdsprachigen Text verständlich übersetzen zu lassen, gewinnt ein Stück digitale Selbstständigkeit zurück.
Genau diesen praktischen Mehrwert versucht das Angebot in der Pfalz zu vermitteln – als Beleg dafür, dass der Zugang zu neuen Technologien keine Frage des Alters, sondern der richtigen Vermittlung ist.
